Die Spielstätten des Bachfestes 2017

 

Das Bachfest ist 2017 zu Gast an mehr als 35 Orten in und um Leipzig.

Böhlitz (bei Thallwitz), Martin-Luther-Kirche

Seit dem 11. Jahrhundert gab es an dieser Stelle einen kleineren Vorgängerbau mit einem nur 5 m hohen Turm über dem Altar. In den Jahren von 1693 bis 1703 war der Urgroßvater von Richard Wagner, Emanuel Wagner, Kantor und Kirchschullehrer in der Kirche. Im 18. Jahrhundert wurde dieses Kirchlein so baufällig, dass die Glocken abgenommen werden mussten. Obwohl gerade zwei Missernten eingefahren worden waren und die herannahende Französische Revolution ängstigte, wurde am Sonntag Laetare 1799 der letzte Gottesdienst gefeiert. Dann riss man die Kirche bis auf 0,5 m über dem Boden ab und erbaute eine neue und helle Kirche. Als »Glaubenswerk« verstanden, wurde sie im selben Jahr zu Luthers Geburtstag am 10. November 1799 geweiht und heißt seitdem »Martin-Luther-Kirche«.
Der Leipziger Universitätsorgelbaumeister Johann Christian Immanuel Schweinefleisch, ein Schüler von Trost, Trebs und Hildebrandt, baute die Orgel 1770/1771. Vermutlich stand die Orgel zuerst in der Petrikirche in Leipzig und wurde 1807 nach Böhlitz versetzt. Die Orgel hat 34 Pfeifen, 9 Register und ein Manual und ein Pedal; 1999 wurde sie durch die Firma Hermann Eule Orgelbau restauriert.

 

Adresse
Str. des Friedens 23
04808 Thallwitz OT Böhlitz

Borna, Emmauskirche und Stadtkirche St. Marien

 

Borna, eine große Kreisstadt mit ca. 20.000 Einwohnern, liegt etwa 30 km südlich von Leipzig in der Tieflandsbucht. Das Landschaftsbild der Umgebung zeigt die Geschichte der Braunkohleförderung der vergangenen zwei Jahrhunderte.
Ab dem 7. Jahrhundert siedelten an diesem Ort slawische Stämme. Etwa 200 Jahre später errichtete man zum Schutz eine Wasserburg in der Whyra-Aue. Im 12. Jahrhundert entstand eine Kaufmannsiedlung, in deren Nachbarschaft, am gegenwärtigen Königsplatz, die Kunigundenkirche gebaut wurde, eine romanische Basilika aus Backstein. Durch den Ort führten wichtige Heeres- und Salzstraßen, die an der heutigen Stelle der B 95 und B 93 verliefen. Im 15. Jahrhundert entstanden die Stadtkirche St. Marien und das Rathaus (1668 abgebrannt und danach wiederaufgebaut). In seiner Vergangenheit erhielt Borna Besuch von mehreren bekannten historischen Persönlichkeiten, darunter Martin Luther, der 1522/23 mehrere Male in Borna predigte und Napoleon, der am 4. Mai 1813 im Markt Nr. 13 übernachtete.

 

© Stefan Sudikatus

Die Emmauskirche stand ursprünglich in Heuersdorf, einem Dorf, das etwa 12 km westlich von Borna lag und 2009 dem Braunkohlebergbau weichen musste. Nur sein ältestes erhaltenes Bauwerk, die Kirche, konnte durch einen spektakulären Transport im Oktober 2007 gerettet werden. In Borna steht sie am Martin-Luther-Platz neben der Stadtkirche St. Marien.
Vor etwa 750 Jahren wurde die Emmauskirche im Stil einer romanischen Saalkirche errichtet. Im Inneren der Kirche ist nur der Triumphbogen, der den Übergang vom Kirchenschiff zum Chor bildet, original romanisch, die übrige Ausstattung stammt aus der Barockzeit. Der Altar aus dem 15. Jahrhundert wurde aber 400 Jahre später zum Kanzelaltar umgebaut. Ursprünglich diente die Emmauskirche als Wehrkirche den Heuersdorfer Bewohnern als Zufluchtsort, denn abgesehen von der Kirche gab es im Dorf kein weiteres Gebäude aus massivem Stein. So suchten die Bewohner nicht nur die Nähe zu Gott, sondern auch Schutz vor allen Bedrohungen, denen sie ausgesetzt waren (z. B. feindliche Heere, Räuberbanden, Brände und Naturkatastrophen).
Im Jahre 1850 entwarf Urban Kreutzbach, ein bekannter Orgelbauer Mitteldeutschlands, eine Orgel mit 550 Pfeifen. Vor dem Transport nach Borna wurde diese aus der Kirche ausgebaut und aufwändig von der Radebeuler Firma Lindner saniert und restauriert , so dass am Mai 2008 ihre Wiedereinweihung in Borna stattfinden konnte.

 

Die Stadtkirche St. Marien ist ein dreischiffiger Hallenbau mit einem hohen Satteldach. In ihrem Westen befindet sich ein Breitturm und im Osten ein langgestreckter einschiffiger Chor. 1411 begann man mit dem Neubau des Chores, der jedoch einige Jahrzehnte andauerte. Erst am 16. Oktober 1456 wurde die Kirche von dem zuständigen Merseburger Bischof geweiht. Für die Kirche finden sich Belege von sechs spätmittelalterlichen Altären, von denen nur noch der Flügelaltar, ein Hauptwerk des damals in Chemnitz tätigen Bildschnitzers Hans Witten, erhalten ist.

 

Adresse
Martin-Luther-Platz
04552 Borna
www.emmauskirche-borna.de
www.kirche-im-leipziger-land.de

Burg Mildenstein

© Schlösserland Sachsen

 

1046 wurde Burg Mildenstein erstmals als Bestandteil der Burgwardorganisation im deutschen Markengebiet erwähnt. Kaiser Heinrich IV. vergab sie 1084 schließlich an Wiprecht von Groitzsch. Die romanische Burgkapelle entstand als eines der ältesten erhaltenen Burgteile um 1100. Nachdem Kaiser Friedrich Barbarossa Burg und Zubehör 1158 als Reichsgut erneuerte und 1188 in Leisnig urkundete, entstanden Tor und Bergfried. Markgraf Wilhelm I. lies Burg Mildenstein im ausgehenden 14. Jahrhundert für repräsentative Zwecke umbauen. In dieser Zeit entstanden Kornhaus, Herrenhaus und Pagenhaus. Die Burg wurde jedoch nie als Residenz genutzt und blieb als wettinischer Amtssitz relativ bedeutungslos. Zwischen 1706 und 1707 hielt sich der polnische König Stanislaw Leszczynski auf Burg Mildenstein auf. Den romantischen Park mit seiner Ruinenarchitektur legte die Familie Mirus ab 1798 an. Im 18. und 19. Jahrhundert befanden sich in der Burg zudem Amtsgericht, Gefängnis und Beamtenwohnungen.

 

Adresse
Burglehn 6
04703 Leisnig

Collmen, Dorfkirche

© architektur-blicklicht.de

 

Erstmals genannt wird Collmen 1215 in einer Urkunde des Bischofs von Meißen für Kloster Buch, in der er die Übertragung des Kirchspiels Leisnig bestätigt, zu dessen Ausstattung die »capella Chulme« gehörte. Im 13. Jahrhundert stiftete Ritter Conrad von Skoplau die Kirche. Das Stiftergrab ist auf einem Postament aus Rochlitzer Porphyr an der inneren Nordwand des Kirchenschiffes zu sehen. 1908/1909 ließ Pfarrer Gottfried Müller die Gemeindekirche im Jugendstil neu erbauen. Die letzte Restauration erfolgte 2009.

Am 27. November 1735 heiratete der als Magister an der Thomasschule tätige Abraham Kriegel in der Collmener Kirche Johanna Charlotta Wendt. Sie war die älteste Tochter des hiesigen Ortspfarrers Magister Gottlob Ehrenfried Wendt. Dieser hatte seine Schulkollegen Rektor Johann August Ernesti und den Kantor Johann Sebastian Bach zu dieser Familienfeier eingeladen. So kam Bach in das kleine Örtchen Collmen, wohl sein einziger Besuch im Grimmaer Raum.

 

Adresse
Kirchstraße 5
04680 Colditz OT Collmen

Dieskau, Schloss und Park

© Olaf Meister

 

Renaissance-Schloss

Das 7 km südöstlich von Halle an der Saale gelegene Schloss Dieskau mit seinem ausgedehnten Park liegt in einer Auenlandschaft östlich des Flüsschens Reide. Dem Schlossbau der Renaissance ging vermutlich eine mittelalterliche Wasserburg der Herren von Dieskau voraus. Der Ostflügel wurde als spätgotischer (1458) Fachwerkständerbau, der aus einem massiven Erdgeschoss und zwei Fachwerkgeschossen bestand, erbaut. Der Nordflügel, im Kern gleichfalls ein Fachwerkbau auf massivem Erdgeschoss, wird auf die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts zurückgeführt. Der Südflügel wurde in zwei Bauetappen bis 1624 errichtet. Rechtwinkelig zum Südflügel entstand im Verlauf des 17. Jahrhunderts der Westflügel. In der Zeit von 1878 bis etwa 1900 wurde das Schloss im Stil der Neorenaissance durchgreifend umgestaltet.

Im Obergeschoss des Ostflügels hat sich eine sehr bemerkenswerte spätmittelalterliche Bohlen- oder Blockstube erhalten. Eine der frühesten figürlichen Stuckdecken (1619–1624) zeigt religiös- emblematische Darstellungen. In der Kunstgeschichte der Region einmalig und noch zu untersuchen sind die freigelegten Wandmalereien im Westflügel. Über dem Gartensaal im Erdgeschoss des Westflügels, der in den Park führt, befindet sich der vom Berliner Klassizismus beeinflusste und noch zu restaurierende Festsaal. Dieser enthielt im ausgehenden 18. Jahrhundert seine Gestalt mit der ovalen Decke und halbrunden Nischen, die einst von Holzsäulen eingefasst wurden und in denen Figuren standen.

 

 

© Olaf Meister

Schlosspark

Begründer des Parks Dieskau war der spätere Kanzler der Halleschen Universität Carl Christoph von Hoffmann. Nachdem er durch Heirat mit der Witwe Therese von Lüder 1770 das Schloss Dieskau und das Gelände des heutigen Parks übernommen hatte, begann er 1778, das weitgehend baumlose und sumpfige Gelände in einen Park umzuwandeln. Dabei orientierte sich von Hoffmann an der Konzeption des gerade in Mode gekommenen englischen Landschaftsgartens bzw. dessen Weiterentwicklung in den Wörlitzer Anlagen und holte sich Rat und Hilfe bei Fürst Franz von Anhalt-Dessau. Dieser schickte ihm den sehr talentierten, erst 20 Jahre alten Johann Georg Gottlieb Schoch als Landschaftsgärtner. Bei der Gestaltung des Parks im englischen Stil bezog Schoch die vorhandene Reide-Aue mit ein. Neben einem verschlungenen Wegenetz entstand ein durch die Reide gespeistes System von Gräben und Kanälen, über die hölzerne Brücken führten. Um 1784 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Einer der frühen deutschen Landschaftsgärten im englischen Stil war entstanden. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm die Familie von Bülow das Gut mit Schloss und Park und sicherte die Pflege des Parks bis zur Enteignung 1945 in wesentlichen Bereichen ab.

 

Adresse
Schloßplatz 1
06184 Kabelsketal

Eisleben (Lutherstadt )

Die Lutherstadt Eisleben ist die zweitgrößte Stadt im Landkreis Mansfeld-Südharz im östlichen Harzvorland, Sachsen-Anhalt. Bekannt ist sie als Geburts- und Sterbeort Martin Luthers. Zu Ehren des größten Sohnes der Stadt führt Eisleben seit 1946 den Beinamen »Lutherstadt«. Die Luthergedenkstätten in Eisleben und Wittenberg zählen seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 

Taufkirche Luthers

Die St.-Petri-Pauli-Kirche ist eine spätgotische Hallenkirche, in der die aufstrebenden Säulen und das Netzgewölbe beeindrucken. Der Chorraum wird von einem spätgotischen Altar bestimmt, der der heiligen Anna geweiht ist. Den Mittelpunkt des Altars bildet die würdevolle Gruppe der Anna Selbdritt. Die heilige Anna, die Großmutter Jesu, wurde im Mittelalter sehr verehrt. Sie gilt als die Schutzpatronin des Bergbaus. Eine Besonderheit in der Predella des Altars ist die Darstellung der Hirten als Bergleute.

Am 10. November 1483 wurde Martin Luther geboren und am Tag darauf in der St.-Petri-Pauli-Kirche auf den Namen des Tagesheiligen getauft. Der »Luthertaufstein« im Altarraum bewahrt die Erinnerung an Luthers Taufe. Er wurde aus den Resten des Originaltaufsteins Martin Luthers rekonstruiert und steht für die Bedeutung, die die Taufe für Luther hatte: Sie war das wichtigstes Ereignis, das der Reformator mit Eisleben verband. Seit 29. April 2012 ist die St. Petri-Pauli-Kirche wieder eröffnet – nach einer Restaurierung, die im Januar 2011 begonnen wurde.

 

 

Geburtshaus Martin Luthers

Hier wurde am 10. November 1483 Martin Luther geboren. Über Jahrhunderte schützten und pflegten die Bürger von Eisleben das Geburtshaus des Reformators. Die Straßenseite erhielt ihr barockes Aussehen während der Erneuerungsarbeiten nach dem Stadtbrand 1689. Von besonderem Interesse ist die Supraporte mit dem Brustbild Martin Luthers. Hofseitig prägen Arkaden und der Laubgang das Aussehen des Hauses.

Das zum Weltkulturerbe der UNESCO zählende Geburtshaus wurde am 10. März 2007 feierlich wieder eröffnet. Mit der Sanierung und Erweiterung des Geburtshauses von November 2005 bis März 2007 wurde die Ausstellungsfläche von 200 auf 700 Quadratmeter vergrößert.

Die neue Ausstellung trägt den Titel »Von daher bin ich – Martin Luther und Eisleben«. Sie zeigt die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Luthers Kindheit und Jugend prägten. Zudem werden die Frömmigkeit und besondere Spiritualität des Spätmittelalters verdeutlicht, die der Reformator in seinem Elternhaus kennenlernte. Gezeigt werden rund 250 Exponate aus der Zeit zwischen dem 13. und dem 19. Jahrhundert.

Die Ausstellung ist auf 13 Räume verteilt, wobei jeder Raum einem Thema gewidmet ist. Wie die »Luders« – so die damals übliche Schreibweise des Namens – seiner Zeit lebten, können Besucher im Erdgeschoss erleben. Die Räume sind der historischen Wohnung nachempfunden. Die Ausstellung bietet außerdem Einblicke in die Baugeschichte.

 

Adressen
Petrikirchplatz 22
06295 Lutherstadt Eisleben

Seminarstraße 16
06295 Lutherstadt Eisleben

www.martinluther.de

Eisleben, St. Andreaskirche

 

Die St. Andreaskirche, 1180 erstmalig erwähnt, ist die Pfarrkirche der Eisleber Altstadt. Der jetzige Bau ist erst am Ende des 15. Jahrhunderts entstanden und ist nach dem großen Stadtbrand von 1498 wieder aufgebaut worden. Von dem romanischen Vorgängerbau sind die Untergeschosse des doppeltürmigen Westbaus, den heute spätgotische Türme mit barocken Schweifhauben abschließen, erhalten. Die spätgotische Halle mit dreischiffigem Chor birgt herausragende Ausstattungsstücke. So gehört der vierflüglige Altar zu den bedeutendsten Leistungen der mitteldeutschen Spätgotik. Die eindrucksvolle Grabtumba für den letzten katholischen Mansfelder Grafen, Hoyer VI. Graf von Mansfeld-Vorderort († 1540) ist ein Meisterwerk der deutschen Renaissanceplastik.Für die evangelischen Christen aus aller Welt ist die St. Andreaskirche von außerordentlicher Bedeutung. In ihr hielt Martin Luther in der Zeit vom 31. Januar bis zum 15. Februar 1546 seine vier letzten Predigten und führte zwei Pfarrer in ihr Amt ein. Die Lutherkanzel ist fast unversehrt aus dieser Zeit erhalten. Am 19. Februar erfolgte hier die Aufbahrung des toten Reformators, ehe der Leichnam über Halle in die Schlosskirche nach Wittenberg überführt wurde.Im Zuge der Kirchenrestaurierung in den Jahren 1876/77 wurde eine neue Orgel von Wilhelm Rühlmann aus Zörbig aufgestellt. Die Orgel besitzt 42 Register auf 3 Manualen und Pedal mit insgesamt 2682 Pfeifen. Im Altarraum befindet sich eine transportable Kleinorgel mit vier Registern auf einer geteilten Schleiflade, erbaut von der Orgelbaufirma Albert Baumhoer.

 

Adresse
Andreaskirchplatz 11
06295 Lutherstadt Eisleben
www.kirche-in-eisleben.de

Großpötzschau, Auferstehungskirche

© architektur-blicklicht.de

 

Der Ort Großpötzschau geht zurück auf eine slawische Siedlung und entstand wahrscheinlich um 600 als Sackgassendorf. Im 12. Jahrhundert kam es dann zur Ansiedlung christlicher deutscher Kolonialisten an diesem Ort. In dieser Zeit dürfte die erste Kirche am Standort der heutigen Auferstehungskirche Großpötzschau gebaut worden sein. Die östliche Hälfte, der heutige Altarraum, geht zurück auf eine alte Dorfkapelle aus Bruchsteinen und Rochlitzer Phorphyr im einfachen frühgotischen Stil. Die Dachdeckung bestand hier aus einer Ziegeldeckung, während die westliche Hälfte mit Schiefer gedeckt war. 1881 brannte der Kirchturm infolge eines Blitzschlages völlig aus. Danach wurde die Kirche einschließlich eines neuen Turmes im Stile der östlichen Hälfte vollständig umgebaut. 1883 wurde die Kirche in der Gestalt, die wir heute nahezu unverändert vorfinden, neu geweiht.

Spätestens seit 1964 waren Dorf und Kirche vom voranschreitenden Braunkohleabbau im Tagebauverfahren direkt bedroht. Seit dieser Zeit war die Kirche, die auch Auenkirche genannt wird, dem Verfall preisgegeben. Seit 1994 steht fest, dass der Ort stehen bleibt. Wegen der fortgeschrittenen Zerstörung der Kirche musste aber die Poppe-Orgel 1996 gerettet werden und wurde viele Jahre in einer benachbarten Scheuen gelagert. Ab 2009 erfolgte eine schrittweise Restaurierung der Orgel, aber erst, als auch die Kirche restauriert war, konnte sie wieder aufgebaut werden. Am 5. Juni 2016 wurde die Poppe-Orgel wieder eingeweiht.

 

Adresse
Großpötzschau 26
04579 Pötzschau

Leipzig, Alte Börse

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Brigitte Braun

 

Die Handelsbörse wurde in den Jahren 1678–87 von Johann Georg Starcke erbaut und war damit der erste Barockbau in Leipzig. Auffallend ist seine symmetrische Bauweise. Mittelpunkt der prunkvoll verzierten Fassade ist das Leipziger Stadtwappen. Die Initiative zum Bau ging im April 1678 von 30 Großkaufleuten aus, nachdem es zur Tradition geworden war, sich zum Abschluss großer Geschäfte in einem neutralen Raum zu treffen und diese zu besiegeln. Der Handel spielte sich in den Gewölben des Erdgeschosses ab, der Börsenbetrieb in dem über die zweiarmige Treppe erreichbaren Festsaal.

Die Alte Handelsbörse wurde im 2. Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen und durch Bombeneinwirkung ihrer wertvollen Stuckdecken beraubt, jedoch in alter Form wiederaufgebaut. Sie ist bis heute eine Stätte musikalisch-literarischer Veranstaltungen, in dem rekonstruierten Gebäude finden regelmäßig kleinere Konzerte und Lesungen statt.

 

Adresse:
Naschmarkt
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Alte Nikolaischule

 

Die Alte Nikolaischule gehört zu den wertvollsten Kulturdenkmalen der Leipziger Innenstadt. Im Jahre 1512 nahm hier die von Papst Bonifatius IX. bereits 1395 privilegierte Schola Nicolaitana als erste Bürgerschule der Stadt ihren Schulbetrieb auf. Bedeutende Schüler waren Gottfried Wilhelm Leibniz, Johann Gottfried Seume oder Richard Wagner. Der heute so einheitlich wirkende Bau ist erst im Laufe der Jahrhunderte aus drei Vorgängerbauten zusammengewachsen.

Nach der denkmalgerechten Sanierung in den Jahren 1992–1994 wurde das Haus zu einer Stätte kultureller Begegnungen, die von der Kulturstiftung Leipzig betrieben wird. Im Erdgeschoss wurden ein Gasthaus und ein Café eingerichtet. Im 1. Obergeschoss erhielt das Antikenmuseum der Universität sein Domizil. Das zweite Obergeschoss mit der klassizistischen Aula von 1827, dem großzügigen Foyer und der Lounge wird für die unterschiedlichsten Veranstaltungsformate genutzt. Hier finden Lesungen, Vorträge und Diskussionen, Konzerte, Festveranstaltungen u. a. statt. Im Dachgeschoss hat die Geschäftsleitung der Kulturstiftung ihren Sitz. Die Räume des Untergeschosses nutzt die Stiftung für Ausstellungen zum Themenkomplex Baukultur.

 

Adresse
Nikolaikirchhof 2
04109 Leipzig
www.kulturstiftung-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich

Öffentliche Verkehrsmittel
5 bis 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Leipzig, Altes Rathaus

Foto: LTM/Andreas Schmidt

 

Das Alte Rathaus zu Leipzig, Deutschlands ältestes Renaissance-Rathaus, wurde 1556 nach Plänen von Hieronymus Lotter errichtet und später mehrfach baulich verändert. So baute man 1599 am Rathausturm über dem Balkon einen Austritt für die Stadtpfeifer an, von dem zweimal täglich Turmmusik geblasen wurde. Bereits 1479 hatte der Rat der Stadt Stadtpfeifer in seinen Dienst genommen. Als Zentrum städtischen Geschehens war das Leipziger Rathaus seit jeher auch Stätte öffentlichen Musizierens. Im Festsaal ist an der Nordseite der historische, auf ionischen Säulen ruhende Pfeiferstuhl erhalten, die Wände sind mit originalen Bildnissen der sächsischen Landesfürsten, der Leipziger Ratsherren, Bürgermeister und Stadtrichter geschmückt. Gleich neben dem Festsaal liegt die Ratsstube, in der Johann Sebastian Bach seinen Vertrag als Thomaskantor und »Director musices« der Stadt unterschrieben hat. Hier hängt auch eines der beiden eindeutig originalen Portraits Johann Sebastian Bachs, ein Ölgemälde des sächsischen Hofmalers und Leipziger Ratsmalers Elias Gottlob Haussmann aus dem Jahre 1746.

 

Adresse:
Markt 1
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Auferstehungskirche Möckern

 

Im Nordwesten Leipzigs liegt der Stadtteil Möckern, ein ehemaliges Bauerndorf, das sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mehr zu einem Vorort der nahen Großstadt entwickelte und 1910 schließlich eingemeindet wurde.

1813 war es einer der Kriegsschauplätze der Völkerschlacht und wurde zu großen Teilen zerstört.

Um dem zunehmenden Bedarf an einem eigenen Kirchenraum in Möckern Rechnung zu tragen, wurde 1901 nach Plänen des Leipziger Architekten Paul Lange die Auferstehungskirche errichtet. Sie war zunächst nur als Notkirche geplant, dient aber bereits seit gut über 100 Jahren der Möckerner Gemeinde als Pfarrkirche. Sie fällt von außen durch ihre bescheidene Fachwerkfassade auf, im Innenraum entsteht durch die Holzkonstruktion eine warme Atmosphäre. Regelmäßig müssen jedoch erhebliche Baumängel beseitigt werden. Einem Umbau zwischen 1974 und 1981 fielen der Altarraum und die kleineren Türmchen zum Opfer, heute ist die Kirche mit einem einfachen Holzaltar ausgestattet.

Ungewöhnlich ist es, dass das Gotteshaus eine Orgel beherbergt, die älter ist als der Bau selbst. Das 1766 erbaute Instrument ist eines der beiden letzten erhaltenen des Leipziger Universitätsorgelbaumeisters Johann Emanuel Schweinefleisch (1720–1771), der vermutlich auch mit Johann Sebastian Bach im direkten Kontakt stand. Ursprünglich stand sie in der damaligen reformierten Kirche am Thomaskirchhof, die später abgerissen wurde. Im Laufe der Zeit wurde die Orgel mehrfach umgebaut: 1841 von Johann Gottlob Mende (abgenommen wurde sie von Felix Mendelssohn Bartholdy), 1870–1873 von Carl Bernecker. Letzterer vergrößerte die Orgel auf drei Manuale und Pedal mit 31 Registern und passte sie in Registerwahl und Klang dem romantischen Zeitgeschmack an. 1984 wurde der Greizer Orgelbauer Hartmut Schüßler beauftragt, das Instrument im Sinne von Schweinefleisch zu rekonstruieren, was jedoch den damaligen finanziellen Möglichkeiten und den Gegebenheiten der ehemaligen DDR entsprechend nicht komplett möglich war.

Mit Hilfe eines prominent besetzten Fördervereins konnte die Orgel ab 2002 restauriert und am 3. November 2004 feierlich wieder eingeweiht werden. Sie gilt heute als die älteste Kirchenorgel Leipzigs.

 

Adresse
Georg-Schumann-Straße 184
04159 Leipzig
www.glocke-leipzig.de
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 10, 11 (Haltestelle Dantestraße)

Leipzig, Bach-Museum mit Sommersaal

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Martin Klindtworth

 

Das im 16. Jahrhundert erbaute Bosehaus unmittelbar gegenüber der Thomaskirche, heute Sitz des Bach-Archivs Leipzig, gehört zu den ältesten Gebäuden am historischen Thomaskirchhof. Eine Besonderheit ist der in seiner Form einzigartige Sommersaal, ein barocker Festsaal, den der damalige Besitzer Georg Heinrich Bose im Zuge der Erweiterung des Hauses ab 1711 errichten ließ. Bereits damals sorgte die Architektur des nicht beheizbaren und deshalb nur in der warmen Jahreszeit nutzbaren Sommersaals für Aufsehen. In einem Gutachten von 1731 wird er als »kostbarer« und »wohlausgezierter« Raum beschrieben. Ungewöhnlich ist die über dem Saal befindliche und mittels Deckengemälde verschließbare Musikerempore, die sogenannte Schall- oder auch Echokammer. Sie ermöglicht außergewöhnliche und überraschende Klangeffekte. Auf der Empore finden – je nach Instrument – bis zu sechs Musiker auf jeder Seite Platz. Sie können Feierlichkeiten begleiten, ohne zu stören oder gesehen zu werden.
Blieben historische Quellen zur Gestaltung des Raumes bei der Renovierung anlässlich des 300. Geburtstages Johann Sebastian Bachs (1985) noch weitestgehend unbeachtet, so empfängt der Saal seit der letzten Instandsetzung 2002 die Konzert- und Museumsbesucher wieder weitgehend so, wie Bach ihn seinerzeit erlebt haben mag. Die in der Wand eingefassten Spiegel stehen in ihrer Dreiteiligkeit und etwas unscharfen Optik der barocken Realität sehr nah, die relativ schlicht anmutenden Vorhänge aus Stangenleinwand waren in bürgerlichen Häusern damals üblich.
Während der Komplettsanierung des Bosehauses in den Jahren 2008–2010 blieb der Sommersaal weitestgehend unangetastet, lediglich sorgt eine Auffrischung der Farbe seitdem für neuen Glanz.

 

Adresse:
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig
www.bachmuseumleipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Buslinie 89, Straßenbahnlinie 9 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Evangelisch Reformierte Kirche

 

Die Evangelisch Reformierte Kirche wurde 1896–99 nach Plänen des Leipziger Baumeisters Georg Weidenbach und seines Mitarbeiters Richard Tschammer erbaut. Sie ist der erste Leipziger Sakralbau des Historismus, der auf Formen der Renaissance zurückgreift. Am 4. Dezember 1943 wurde die Kirche durch Brandbomben schwer getroffen. Schon 1946 begann man mit dem Wiederaufbau, die Gestaltung des Innenraums wurde dabei vereinfacht, entspricht aber dem Grundtyp der Weidenbachschen Raumgestaltung. Mit übereinander angeordnetem Abendmahlstisch, Kanzel und Orgel, auf die das Gestühl ausgerichtet ist, folgt der Innenraum einer Forderung des sogenannten Wiesbadener Programms von 1891 für die Ausgestaltung evangelischer Kirchenräume. 1968 erhielt die Kirche eine Jehmlich-Orgel. Die letzte Renovierung des Innenraums und des Äußeren erfolgte 1992–96, so dass die Kirche in ihrer dominanten Lage am nördlichen Ring wieder ihre alte Wirkung zeigt.

 

Adresse:
Tröndlinring 7
04105 Leipzig
www.reformiert-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring)

Leipzig, forum thomanum

 

Aufbauend auf die Tradition der THOMANA, »glauben, singen, lernen«, entsteht um die Thomasschule und das Alumnat des Thomanerchores der Bildungscampus forum thomanum. Zu diesen zwei bereits bestehenden Stätten gehören mittlerweile die Kindertagesstätte, die Grundschule mit Hort, derzeit in einem Interim in Gohlis, und die Lutherkirche. Eine musicaccademia und eine Mittelschule sind bereits in Planung. Der Bildungscampus wird einmal über 1.200 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung mit einem musikalischen und sprachlichen Profil, eingebettet in das christliche Wertesystem, anbieten und so viele Menschen jeden Alters an der reichen Tradition der THOMANA teilhaben lassen.
2017, zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, soll der Aufbau des Bildungscampus forum thomanum abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Lutherkirche grundlegend renoviert, damit sie multifunktional genutzt werden kann – als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum. Sie bildet damit das Zentrum des internationalen Bildungscampus.

 

Adressen:
Hillerstraße 7, 8
Sebastian-Bach-Straße 3
Ferdinand-Lassalle-Straße 25
04109 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 14 (Haltestelle Marschnerstraße)

Leipzig, Gewandhaus

 

Seinen Namen hat das Gewandhausorchester von seiner ersten Spielstätte, dem ab 1781 genutzten Saal über dem Tuchboden des Gewandhauses am alten Neumarkt. Mehr als 100 Jahre später, am 11. Dezember 1884, wurde das von den Architekten Martin Gropius und Heinrich Schmieden erbaute Neue Gewandhaus im Musikviertel gegenüber der Universitätsbibliothek eingeweiht und gelangte wegen seiner hervorragenden Akustik und gelungenen Architektur zu Ruhm und Ansehen. Am 20. Februar 1944 wurde es bei Luftangriffen schwer getroffen und nicht wieder aufgebaut, die ausgebrannte, aber gesicherte Ruine schließlich 1968 abgerissen. Als Heimstatt für das Gewandhausorchester diente 35 Jahre lang die Kongresshalle am Zoo, bis am 8. Oktober 1981 das (zweite) Neue Gewandhaus am Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz) nach vierjähriger Bauzeit eröffnet werden konnte. Neben dem Großen Saal mit fast 2.000 Plätzen besitzt dieses Haus noch einen kleineren Saal für etwa 500 Zuhörer, der nach einem Umbau 1997 den Namen Mendelssohn-Saal erhielt.

 

Adresse:
Augustusplatz 8
04109 Leipzig
www.gewandhaus.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Pfeilerhalle

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Musikinstrumente und dem Museum für Völkerkunde auch das Museum für Angewandte Kunst. Ende 2007 eröffnete es nach umfassender Sanierung den ersten Teil seiner neuen Ständigen Ausstellung, die insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen wird. Der erste, sich über dreißig Ausstellungsräume erstreckende Rundgang »Antike bis Historismus« ist den älteren Sammlungsbeständen gewidmet und lädt ein zu einer Reise durch 2.500 Jahre Kunstgeschichte. Der zweite Ausstellungsrundgang »Asiatische Kunst. Impulse für Europa« wurde Ende Januar 2010 eröffnet, der dritte Rundgang »Jugendstil bis Gegenwart« kann seit März 2012 besichtigt werden.
Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE ins Museum.

 

Adresse:
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, GRASSI Museum für Musikinstrumente

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Völkerkunde und dem Museum für Angewandte Kunst auch eine der größten Musikinstrumentensammlungen der Welt.
Die Geschichte dieser Sammlung geht zurück auf das Wirken des in Leipzig lebenden Holländers Paul de Wit (1852–1925). Er eröffnete 1886 am Thomaskirchhof 16, dem heutigen Sitz des Bach-Archivs, ein Museum, in dem er historische Musikinstrumente ausstellte und gelegentlich auch zum Klingen brachte. 1905 wurde diese Kollektion an den Kölner Papierfabrikanten Wilhelm Heyer verkauft. Nach dessen Tod gelangte sie mit Hilfe einer gewaltigen Spende des Musikverlegers Henri Hinrichsen in den Besitz der Leipziger Universität und zog in den Nordflügel des damals neu erbauten Grassimuseums, wo sie am 30. Mai 1929 feierlich eröffnet wurde.
Der Zweite Weltkrieg verursachte katastrophale Schäden an der Sammlung, zahlreiche Exponate sowie das Archiv und die Bibliothek fielen nach einem Bombenangriff im Dezember 1943 den Flammen zum Opfer. Die ausgelagerten Bestände kamen nur teilweise wohlbehalten zurück, Diebstahl und unsachgemäße Lagerung brachten weitere große Verluste. Anfang der 1950er Jahre konnte das Museum wieder aufgebaut und schrittweise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Durch gezielte Ankäufe und einzelne Schenkungen wurde der Bestand des Museums inzwischen wesentlich bereichert, die Sammlung ist heute eine der größten in Deutschland.
Im Jahr 2006 wurde das Museum nach einer grundlegenden Renovierung im neuen Glanz wiedereröffnet. Mit dem Zimeliensaal steht seitdem ein bestens geeigneter Raum für Kammerkonzerte und Vorträge zur Verfügung.

 

Adresse:
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, Kath. Propsteikirche St. Trinitatis

Die neue Propsteikirche St. Trinitatis. Quelle: Bonifatiuswerk

Der erste Neubau einer katholischen Kirche in Leipzig nach der Reformation erfolgte 1847. Die Trinitatiskirche westlich der Pleißenburg (dem heutigen Standort des Neuen Rathauses) wurde bei Bombenangriffen 1943/44 jedoch schwer beschädigt und ihre Ruine 1954 gesprengt, um Platz für eine neue Kirche zu schaffen. Die Zusagen der Stadt Leipzig für den Neubau wurden jedoch immer wieder zurückgezogen, so dass es bis 1982 dauerte, ehe die zweite Propsteikirche in der Emil-Fuchs-Straße am Rande des Rosentals geweiht wurde. Nach nur rund 20 Jahren traten indes durch Nässe und Baumängel hervorgerufene Schäden auf, deren Behebung die Kosten eines Neubaus überstiegen hätten.

 

Südlich des Neuen Rathauses – in Sichtweise des Standortes der ersten Trinitatiskirche – konnte am 27. April 2013 schließlich der Grundstein für den Neubau der neuen, dritten Propsteikirche St. Trinitatis gelegt werden. Man entschied sich für den Entwurf des Leipziger Architektenbüros Schulz & Schulz, insbesondere wegen seines nachhaltigen Ansatzes: So wird die Kirche über Photovoltaik-Anlagen mit Strom versorgt, im Turm befindet sich ein Speicher für Regenwasser, das aufbereitet wird und für den Betrieb des gesamten Gebäudes genutzt werden kann.

 

Der größte Kirchenneubau Ostdeutschlands nach 1990 wird ermöglicht über zahlreiche Spenden privater Personen im In- und Ausland, vieler Firmen, des Bonifatiuswerkes – und auch von Seiten der evangelischen Kirche: So setzte etwa die Thomaskirche mit der Übergabe mehrerer Kollekten ein deutliches Zeichen der Ökumene in Leipzig.

 

Im Jahr 2016 wird die Propsteikirche St. Trinitatis Haupt-Veranstaltungsort des 100. Deutschen Katholikentages sein.

 

Adresse:
Nonnenmühlgasse 2
04107 Leipzig
www.propstei-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Krystallpalast Varieté

 

1882 eröffnete in Leipzig das erste, größte und wohl berühmteste Varietétheater der Stadt, der Krystallpalast – ein Komplex ganz aus Glas und Eisen, dessen Theatersaal, Wintergarten, Ausstellungssaal, Restaurants und Gesellschaftsräume insgesamt bis zu 15.000 Gästen Platz boten. Er galt als größte Vergnügungsstätte Deutschlands. 1887 wurde zudem eine gigantische Zirkushalle von 36m Höhe eingeweiht, die 3.000 Besucher fasste. Nebenbei befand sich im Krystallpalast auch Leipzigs größtes Restaurant. Über 1.000 Gäste wurden hier allabendlich bedient. Die ganze Herrlichkeit jedoch verwandelte sich in einer Bombennacht 1943 in ein Trümmerfeld.

54 Jahre später wurde in der Magazingasse eine neue Spielstätte eröffnet – als erstes und bislang einziges Varietétheater der neuen Bundesländer. Der Spielbetrieb lief auf Hochtouren, eine Reihe hervorragend besetzter, besuchter und bejubelter Produktionen zeugten von der Richtigkeit der Idee. Einen weiteren Neuanfang gab es, nachdem in der Silvesternacht 2003/04 der große Saal komplett ausbrannte. Der Wiederaufbau wurde zur gründlichen Rekonstruktion, bisherige Mängel wurden beseitigt, das Platzangebot und die technischen Möglichkeiten optimiert.

 

Adresse:
Magazingasse 4
04109 Leipzig
www.krystallpalast.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Augustusplatz), 16 (Haltestelle Roßplatz), 2, 8, 9, 10, 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Moritzbastei)

Leipzig, Lutherkirche

 

Die Lutherkirche mit ihrem 58 Meter hohen Turm wurde in den Jahren 1883 bis 1886 auf der Anlage des Johannaparkes im Stil der Neogotik erbaut. Der Entwurf stammte vom damals gerade erst 28-jährigen Architekten Julius Zeißig. Die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche unbeschadet. Die Orgel des Orgelbauers Richard Kreutzbach aus Borna wurde ebenfalls 1886 fertig gestellt, jedoch schon 1888 bei einem Brand beschädigt. Nach einer Restaurierung in Saalfeld wurde sie im August 2000 erneut geweiht. 2002 wurde die Luthergemeinde mit der Thomas-Matthäi-Gemeinde zusammengelegt, seitdem wird die Lutherkirche nur noch sporadisch für Gottesdienste genutzt. Sie ist integriert in das Konzept des forum thomanum, in dem ihr eine zentrale Bedeutung als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum zukommt.

 

Adresse:
Ferdinand-Lassalle-Str. 25
04105 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Markt

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

 

Im Herzen der Stadt Leipzig befindet sich der Markt. Im Mittelpunkt der etwa 10.000m² großen Fläche ist in das Mosaikpflaster das Leipziger Stadtwappen eingelassen. Östlich des Marktes befinden sich die Arkaden des Alten Rathauses (1556), des ältesten erhaltenen Bauwerkes am Platz. An der Nordseite sind einige historischen Gebäude nach der Kriegszerstörung wieder aufgebaut worden, darunter die sogenannte Alte Waage. An der Südseite wird der Marktplatz vom Königshaus und Barthels Hof, sowie Neu- und Umbauten der letzten Jahre, die an historischen Gebäudesilhouetten erinnern sollen, gesäumt.
Schon früh bildete der Marktplatz das Zentrum des öffentlichen Lebens. Hier spielte sich ein Großteil des Warenumschlags der Leipziger Messe ab. Vor 1500 fanden auf dem Markt als kulturelle Höhepunkte Ritterspiele statt. Gleichzeitig war hier auch der Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen und erster politischer Demonstrationen.
Heute ist der Markt Veranstaltungsort von Stadtfesten, Markttagen, Festivals und natürlich des Leipziger Weihnachtsmarktes, der als einer der traditionsreichsten Deutschlands gilt.

 

Adresse:
Markt
04109 Leipzig


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Michaeliskirche

 

Die Michaeliskirche bildet mit der Peterskirche über das Alte Rathaus die Hauptachse der Innenstadt in Nord-Süd-Richtung. Deshalb ist die Kirche mit ihrem Marmoraltar nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Norden ausgerichtet. Sie ist in einer geglückten Synthese von Jugendstilelementen mit denen der deutschen Renaissance in den Jahren 1901–04 erbaut worden, die monumentale Fassade mit dem 72 Meter hohen Turm kündet vom Wohlstand und Selbstbewusstsein des Leipziger Bürgertums um die Jahrhundertwende. Den Innenraum prägen sehenswerte Holzschnitzereien an Emporen, Bänken und Kanzel, farbige Chorfenster sowie die dreimanualige unveränderte Sauer-Orgel mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt.

 

Adresse:
Nordplatz 14
04155 Leipzig
www.michaelis-friedens.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Nordplatz)

Leipzig, Nikolaikirche

Foto: LTM/Andreas Schmidt

 

Die Nikolaikirche – eine der ältesten Kirchen der Stadt Leipzig – ist seit ihrem Bestehen eng mit der Geschichte der Stadt und den Geschicken ihrer Bürger verbunden. Vielleicht drückt sich gerade diese Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt- und Pfarrkirche in den ständigen Veränderungen ihrer äußeren und inneren Ausgestaltung aus. Ob die ursprüngliche romanische Basilika mit ihrer wuchtigen Doppelturmanlage oder die gotische Hallenkirche, der dann noch ein dritter Turm hinzugefügt wurde oder schließlich die klassizistische Umgestaltung des Innenraums: Immer spiegelt die Nikolaikirche das Selbstbewusstsein der Städter wider.
Die Kirchenmusik von St. Nikolai war von Alters her eng verbunden mit der Nachbarkirche St. Thomas. Obwohl die Nikolaikirche als die Hauptpfarrkirche Leipzigs galt, beschäftigte sie doch keinen eigenen Kantor. Der Kantor an der Thomasschule hatte die Verantwortung für die Kirchenmusik an beiden Hauptkirchen – St. Nikolai und St. Thomas – sowie an der Neuen Kirche St. Matthäi und der Peterskirche – so auch Johann Sebastian Bach in seiner Leipziger Zeit von 1723 bis 1750.

2015 feiert die Nikolaikirche ihr 850-jähriges Bestehen.

Den Sitzplan der Nikolaikirche finden Sie hier.

In der Nikolaikirche gibt es viele Säulen und Pfeiler.

 

Adresse:
Nikolaikirchhof
04109 Leipzig
www.nikolaikirche.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
5 bis 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Leipzig, Paul-Gerhardt-Kirche

© Lumu.jpg

 

Wo heute die pulsierende Mitte von Connewitz liegt, steht seit fast fünfhundert Jahren eine steinerne Säule mit einer Christusdarstellung auf der der Stadt Leipzig zugewandten Seite. Dieses »Connewitzer Kreuz« war einst mehr als nur einen Steinwurf vom alten Dorf Connewitz entfernt und ist erst langsam in die Mitte des sich nach Norden ausbreitenden Stadtteils »gerückt«. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Paul-Gerhardt-Kirche. Ihre Architektur orientiert sich – nach dem Entwurf des Architekten Julius Zeißig – an den Formen der deutschen Renaissance. Der erste Spatenstich erfolgte am 4. April 1898, zwei Jahre später, am 1. April 1900, wurde sie geweiht und ihrer Nutzung übergeben. Sie blieb zunächst als »Neue Kirche Connewitz« ohne besonderen Namen; erst 1934 gab der Kirchenvorstand ihr auf landeskirchliche Anordnung hin den Namen »Paul-Gerhardt-Kirche«.

Die Kirche erstreckt sich auf einem künstlich erhöhten Gelände in Ost-West-Richtung. Das Äußere der Saalkirche wird von dem reizvollen Kontrast bestimmt, den die in rötlichem Rochlitzer Porphyr ausgeführten architektonischen Glieder zu den verputzten und hell gestrichenen Wandflächen bilden. An der östliche Schmalseite steht der 60 Meter hohe Turm mit dem in einem schmalen Vorbau befindlichen Hauptportal.

 

Adresse
Selneckerstraße 5
04277 Leipzig
www.connewitz-loessnig.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 9, 10, 11 (Haltestelle Connewitzer Kreuz)

Leipzig, Peterskirche

Die Leipziger Peterskirche, erbaut 1882–1885, stellt ein herausragendes neugotisches Bauwerk in Sachsen und eines der bedeutendsten Zeugnisse des Historismus im deutschsprachigen Raum dar. Sie ist – vom umbauten Raum her – Leipzigs größte Kirche und mit dem zugleich höchsten Kirchturm (88 Meter) die städtebauliche Dominante der Leipziger Südvorstadt. Die Peterskirche folgt mit der Bauform der Hallenkirche der deutschen Tradition, greift aber gleichzeitig den Stil der französischen Kathedralgotik auf. Aufgrund ihrer äußeren und inneren Gestaltung, ihrer baulichen Durchbildung und ihrer städtebaulichen Einordnung stellt sie ein Gesamtkunstwerk von überragender Bedeutung dar.

 

Adresse:
Schletterstraße 5
04107 Leipzig
www.peterskirche-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 10, 11 (Haltestelle Hohe Straße LVB)

Leipzig, PROMENADEN Hauptbahnhof

 

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzte sich die Deutsche Bahn AG das Ziel, den Leipziger Hauptbahnhof, den größten Kopfbahnhof Europas, in seiner markanten äußeren Form zu erhalten und so umzugestalten, dass er als Anziehungspunkt das Interesse der Öffentlichkeit auch weit über die Grenzen Leipzigs hinaus wieder auf sich lenkt. Das Gebäude wurde durch eine privaten Investorengemeinschaft, bestehend aus Fondsanlegern der Deutsche Bank AG und der ECE-Gruppe, denkmalschutzgerecht saniert und mit modernen Elementen ergänzt bzw. erweitert. Das imposante 300 Meter breite Empfangsgebäude erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Das Unter- und das Erdgeschoss des Empfangsgebäudes sowie der über 250 Meter lange Querbahnsteig wurden zum Einkaufs- und Dienstleistungsbereich auf drei Ebenen, mit direktem Anschluss an die Leipziger Fußgängerzone Nikolaistraße, ausgebaut. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden 1,6 Millionen m³ umbauter Raum für rund 250 Millionen € neu gestaltet.

Die PROMENADEN sind als beispielgebendes Pilotprojekt für die Revitalisierung eines denkmalgeschützten Großbahnhofes mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden.
Mit der Neugestaltung der im November 1997 eröffneten PROMENADEN wurde die Einkaufswelt der Leipziger Innenstadt um 30.000 m² mit ca. 140 Geschäften erweitert. 80.000–150.000 Menschen aus allen Teilen der Republik nutzen täglich die PROMENADEN.

 

Adresse:
Willy-Brandt-Platz
04109 Leipzig
www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Leipzig, Salles de Pologne

Das Hôtel de Pologne befindet sich in der Hainstraße 16/18 im Herzen der Leipziger Innenstadt. Noch im 19. Jahrhundert standen hier drei Gebäude, darunter die beiden Gasthöfe »Zum Goldenen Adler« und »Zum Birnbaum«, wo 1519 auch Martin Luther zu Gast war. C. A. Pusch kaufte die Gebäude ab 1819 einzeln auf. In Erinnerung an den Besuch des polnischen Königs Stanisław I. Leszcyński nannte Pusch seinen Besitz »Hôtel de Pologne«. Nachdem 1846 die Gebäude durch einen Brand zerstört wurden, begann ein Jahr später der Neubau des zu dieser Zeit größten Leipziger Hotels mit 130 Gästezimmern auf fünf Etagen, Lichthof und imposanter Marmor-Freitreppe. 1892/93 erhielt die Fassade durch den bekannten Leipziger Architekten Arwed Roßbach ein imposantes Antlitz im Stil der florentinischen Renaissance. Das Hotel lud schon damals nicht nur zum Übernachten, sondern auch zu Festen und beliebten Ballnächten im großen, prunkvollen neobarocken, Ballsaal ein (250 m²), der 1893 nach den Plänen Ludwig Heims fertig gestellt worden war und Platz für 1.500 Gäste bot. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Räumlichkeiten als Lazarett genutzt und 1917 wurde das Hotelgeschäft gänzlich aufgegeben. Nur im Ballsaal herrschte durch Veranstaltungen und Gastronomie das öffentliche Leben. In den folgenden Jahren der Weimarer Republik diente das Gebäude als Messehaus und ab den frühen 1950er-Jahren bis nach der Wende als Bürogebäude des Leipziger Messeamtes, das den Ballsaal zu einer blau gefliesten Großküche umfunktioniert hatte. 2008 begonnen die Leipziger Projektentwickler Stadtbau A.G. eine aufwändige denkmalgetreue Restaurierung und Renovierung, um das historische Bild von 1893 innen und außen zu rekonstruieren. Am Tag des offenen Denkmals am 12.09.2010 konnte der Ballsaal erstmals wieder von der breiten Öffentlichkeit besichtigt werden. Seit 2010 stehen nun der Große Ballsaal, der Grüne Saal, die Loge sowie zwei Foyers und Nebenräume für Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Adresse:
Hainstraße 16/18
04109 Leipzig
www.hotel-de-pologne.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Schaubühne Lindenfels

© Schaubühne Lindenfels

 

Die Gastwirtschaft und »Gesellschaftshalle« wurde 1874 bis 1876 errichtet. Das von außen schmucklose Gebäude barg im Inneren einen prunkvollen Ballsaal mit einer von verzierten Säulen getragenen umlaufenden Galerie und einer Orchester-Muschel. Um 1900 wurde die Gesellschaftshalle erweitert und mit einer gründerzeitlichen, vom Jugendstil inspirierten Schauseite mit Terrasse und Freitreppe geschmückt. Ab 1913 wurden regelmäßig Filme gezeigt. Das Kino in der Karl-Heine-Straße wurde 1949 zu einem volkseigenen Betrieb und hieß »Lichtspieltheater Lindenfels«. Es wurde 1956 saniert und war bis zu einer Heizkesselhavarie im Winter 1987 in Betrieb. Danach wurde die Heizungsanlage stillgelegt und das Kino geschlossen.

Seit 1994 ist die Schaubühne Lindenfels ist ein Leipziger Produktions- und Aufführungsort mit einem interdisziplinären Gesamtkonzept. Programmatische Schwerpunkte sind Theater, Tanz, Performance und Filmkunst, ergänzt durch Musik, Literatur, neue Medien und bildende Kunst. Neben Theater-Eigenproduktionen, Koproduktionen mit lokalen KünstlerInnen und Gastspielen internationaler Kompanien konzipiert und realisiert die Schaubühne Projekte im öffentlichen Raum und wirkt als zentraler Ort und Anlaufpunkt für die Entwicklung des Leipziger Westens als kulturell geprägtes Quartier.

 

Adresse
Karl-Heine-Str. 50
04229 Leipzig
www.schaubuehne.com


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahn 14 (Haltestelle Merseburger Str.)

Leipzig, Schumann-Haus

 

Das Schumann-Haus Leipzig befindet sich in jenem eindrucksvollen klassizistischen Gebäude, in dem Robert und Clara Schumann nach ihrer Eheschließung im September 1840 eine Wohnung bezogen. Das Museum ist in der bevorzugten Beletage des Hauses eingerichtet, wo das berühmte Künstlerpaar die ersten vier Ehejahre verbrachte. Die übrigen Räume werden von der Freien Grundschule »Clara Schumann« genutzt.
In der Inselstraße komponierte Robert Schumann die »Frühlingssinfonie«, die ihn zum weltbekannten Komponisten werden ließ. Hier schrieb er außerdem zahlreiche Artikel für die »Neue Zeitschrift für Musik«, die er 1834 gegründet hatte. Clara Schumann, die schon als Clara Wieck eine berühmte Pianistin war, erschloss sich im Zusammenleben mit ihrem Mann neue Themen und vervollkommnete ihr Künstlertum. In der Leipziger Inselstraße wurden auch die ersten beiden Töchter des Ehepaares, Marie und Elise, geboren.
Der originalgetreu restaurierte Schumann-Saal dient heute als Konzertsaal. In ihm empfing das Ehepaar Schumann zahlreiche berühmte Komponisten und Intellektuelle wie Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Hector Berlioz oder den Märchendichter Hans Christian Andersen, um nur einige Vertreter der Gästeschar zu nennen.

 

Adresse:
Inselstraße 18
04103 Leipzig
www.schumann-verein.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz) sowie Linien 1, 8, 13 (Haltestelle Hofmeisterstraße)

Leipzig, Spizz

 

Entworfen von Emil Franz Hänsel, der als originellster und erfolgreichster Architekt Leipziger  Geschäftshäuser Anfang des 20. Jahrhundert galt, entstand 1913 das Handels- und Bürohaus Markt 9. Es ist eines der elegantesten Gebäude Hänsels mit Stilelementen des Art Deco, Jugendstil und Klassizismus. Ungewöhnlich und in Leipzig einmalig sind die Verkleidung von Erd- und Zwischengeschoß mit glasierter Keramik und die Integration lebensgroßer Figurenreliefs in die Fenstergewände des 4. Obergeschosses. Im Architrav befinden sich Medaillons zu sieben sächsischen Städten mit allegorischen Motiven. Im Herzen der Leipziger Innenstadt ist das König Albert Haus eine unverwechselbare und bekannte Adresse der Messestadt. Das prächtige Geschäftshaus am Marktplatz wurde liebevoll und denkmalgerecht saniert.

In dem 1996 eröffneter Jazzkeller Spizz sind bereits zahlreiche internationale Jazzgrößen aufgetreten: u. a. Nils Landgren, The Pasadena Roof Orchestra, Klaus Doldinger, Joe Zawinul, Billy Cobham, Maceo Parker, Jocelyn B. Smith.

 

Adresse
Markt 9
04109 Leipzig


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich
 

Leipzig, Thomaskirche

Foto: Bach-Archiv Leipzig

 

Am Ende des 15. Jahrhunderts brachten Silberfunde im Erzgebirge Leipzig großen wirtschaftlichen Wohlstand. Dieser hatte zur Folge, dass die Leipziger Kirchen innerhalb von 40 Jahren erneuert und erweitert wurden. Daher brach man 1482 das romanische Schiff der früheren Thomaskirche ab, deren Grundmauern wahrscheinlich bis in das Jahr 1160 reichten und errichtete den bis heute erhaltenen Neubau einer spätgotischen Hallenkirche. Diese wurde 1496 geweiht. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt erst im Jahr 1702 erhielt, hat sich an der Architektur der Thomaskirche nichts geändert.

Den schwersten Eingriff in die Innenausstattung brachte eine Renovierung in den Jahren 1884–89, bei der die gesamte Ausstattung der Barockzeit, in der Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche wirkte, entfernt wurde. Seither zeigt sich das Innere der Kirche im neugotischen Stil. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten eröffnete sich die Möglichkeit, nach über 100 Jahren die Thomaskirche einer umfassenden Restaurierung und Instandsetzung zu unterziehen. Diese konnte zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach am 28. Juli 2000 weitgehend abgeschlossen werden. Auch der Bau der neuen Bach-Orgel war mit diesen Arbeiten verbunden.

Den Sitzplan der Thomaskirche finden Sie hier.

 

Adresse:
Thomaskirchhof
04109 Leipzig
www.thomaskirche.org


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 9, Buslinie 89 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, UT Connewitz

 

Das UT Connewitz ist das älteste noch erhaltene Lichtspieltheater Leipzigs und eines der ältesten Deutschlands. Die erste Filmvorführung fand am 1. Weihnachtstag des Jahres 1912 statt. Der Name UT bezieht sich eine der erfolgreichste Kinoketten Deutschlands »Union«, die unter dem Markenzeichen U.T. (Union-Theater ) auftrat. Die ersten Besitzer unseres Kinos waren selbst nie Mitglied dieser frühen Kinokette, hofften aber mit ihrer Namenswahl von deren guten Ruf zu profitieren ... Ab den 1970er Jahren war das Kino als »Filmtheater Connewitz« Teil der Filmtheaterbetriebe der Stadt Leipzig. Seitdem wurde es für verschiedene Zwecke genutzt, u. a. für Jugendweihefeiern und Konzerte sowie als Treffpunkt für die DDR-Punkszene. 1992 wurde das UT Connewitz geschlossen. Im Jahr 2001 gründete sich der Verein UT Connewitz e. V. mit dem Ziel, das historische Kinogebäude als Kulturstätte wieder zugänglich zu machen und die Bausubstanz zu erhalten. Seitdem findet ein regelmäßiger Kulturbetrieb mit Konzerten, Kinovorführungen, Lesungen, Theater und Extras statt.

In baulicher Hinsicht bemerkenswert ist die Gestaltung des Bühnenraums als einem Portikus nachempfundenen Relief mit Pilastern. Die Inneneinrichtung des Kinosaals ist bis auf die Bestuhlung, wenn auch stark beschädigt, noch weitgehend im Originalzustand von 1912.

 

Adresse
Wolfgang-Heinze-Straße 12a
04277 Leipzig
www.utconnewitz.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahn 9, 10, 11 (Haltestelle Connewitzer Kreuz)

Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum

 

Ein überregionaler Publikumsmagnet für Ausstellungen und Veranstaltungen ist das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, das zur Stiftung Haus der Geschichte in Bonn gehört. Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte von Teilung und Einheit, Diktatur und Widerstand in der DDR. Auf rund 2.000 qm Fläche sind insgesamt 3.200 Objekte und zahlreiche audiovisuelle Medien in Szene gesetzt. Wechselausstellungen und vielfältige Veranstaltungen machen das Haus zu einem lebendigen Forum der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

Im Informationszentrum des Zeitgeschichtlichen Forums können sich Besucher der Ausstellungen vertiefend informieren. Es bietet in einer Präsenzbibliothek und -mediathek eine breitgefächerte Auswahl an Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und audiovisuellen Medien.Der Eintritt ins Zeitgeschichtliche Forum ist frei.

 

Adresse
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig
www.hdg.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), Buslinie 89 (Haltestelle Reichsstraße)

Leipzig, Zoo

Foto: Zoo Leipzig

 

Der Zoo Leipzig, einer der traditionsreichsten in Deutschland, wurde 1878 von einem Gastwirt gegründet. Ernst Pinkert stellte damals exotische Tiere als Belebung seiner Gastwirtschaft zur Schau – mit großem Erfolg. Schon bald aber trat das eigentliche Geschäft in den Hintergrund und nach nur 20 Jahren wurde der bis dahin als Privatunternehmen geleitete Zoo in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

130 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich dieses Unternehmen als »Zoo der Zukunft« heute moderner denn je. Seit 1999 wird er komplett umgebaut, nach und nach entstehen dabei Erlebniswelten, in denen seltene Tierarten wie Baikalrobben, Moschustiere oder Okapis in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten sind. Als Abschluss der Umbaumaßnahmen wurde 2011 die riesige Tropenhalle »Gondwana-Land« eröffnet, für die 2007 der Grundstein gelegt wurde.

 

Adresse:
Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig
www.zoo-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Lochau, Dorfkirche St. Anna

 

Die Sankt-Anna-Kirche ist die evangelische Kirche des zur Gemeinde Schkopau gehörenden Dorfes Lochau in Sachsen-Anhalt. Die heutige Kirche entstand im Wesentlichen im Jahr 1792, wobei sie im Kern älteren Datums ist. Die Saalkirche verfügt über einen Kirchturm mit querrechteckigem Grundriss westlich des Kirchenschiffs. Im oberen Teil ist der Turm achteckig und trägt eine Schweifhaube mit Laterne. Der Zugang zur Kirche erfolgt durch ein an der Westseite gelegenes Turmportal. An der Ostseite des Schiffs befindet sich ein dreiseitiger Abschluss, nördlich eine Patronatsloge mit barockem Portal. Das Innere der Kirche wird von einer Muldendecke überspannt. Die Ausstattung ist einheitlich im Stil des Klassizismus erhalten. Zu nennen sind insbesondere der Kanzelaltar mit ionischen Säulen, eine an der Nordseite zweistöckige Hufeisenempore sowie das Taufgestell. Die Kirche verfügt auch über eine Sakramentsnische. An der Südseite des Schiffs ist das Epitaph für den 1792 verstorbenen Johann Wilhelm von Lüder erhalten. Die Orgel entstand 1874.

 

Adresse
Kirchwinkel
06258 Schkopau

Naumburg, Dom St. Peter und Paul

 

Die Stadt Naumburg an der Saale, um das Jahr 1000 von Ekkehard I., Markgraf von Meißen, als neuer Stammsitz für seine Familie erwählt und günstig an der Kreuzung mehrerer Handelsstraßen gelegen, wurde bereits im Jahr 1028 Bischofssitz. Der erste Dom, Vorgängerbau des heutigen Gotteshauses, wurde 1042 geweiht. Genau 200 Jahre später wurde ein spätromanischer Neubau des Langhauses fertig gestellt, der auch heute noch zu bewundern ist. Ost- und Westchor wurden im 13. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil erneuert, weitere Umbauten und Instandsetzungen erfolgten bis ins 19. Jahrhundert. Insbesondere die Türme des Domes geben Zeugnis von den verschiedenen Stilepochen. Dank seiner romanisch-gotischen Architektur und vor allem wegen seiner frühgotischen Monumentalskulptur und Bauornamentik gehört der Naumburger Dom zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des Mittelalters. Die in der Mitte des 13. Jahrhunderts vom sogenannten Naumburger Meister, einem namentlich unbekannten Künstler, geschaffenen lebensgroßen Stifterstandbilder im Westchor sowie die Darstellung der Passionsgeschichte am Westlettner beeindrucken durch ihre wirklichkeitsnahe Gestaltung. Bau- und kulturgeschichtlich bedeutsam sind die spätromanische Krypta, der Ostlettner und die mittelalterlichen Glasfenster. Die Orgel des Naumburger Domes ist ein Werk der Firma Eule aus dem Jahr 1983.

 

Adresse
Domplatz 16/17
06618 Naumburg
www.naumburger-dom.de

Naumburg, Stadtpfarrkirche St. Wenzel

 

Das Wahrzeichen der Stadt Naumburg ist die Stadtpfarrkirche St. Wenzel, die sich majestätisch an der Südseite des Marktplatzes erhebt. Die Kirche wurde 1228 erstmals urkundlich erwähnt, bereits 50 Jahre später war sie in das Domkapitel inkorporiert. Im Jahr 1411 wurde sie bei einem der zahlreichen Stadtbrände erstmals in Mitleidenschaft gezogen und musste neu erbaut werden. Weitere Brände und Wiedererrichtungen folgten. Zwischen 1677 und 1680 wurde die Errichtung der dreigeschossigen Altarwand mit den schräggestellten Seitenteilen durch den Zeitzer Hofbildhauer Heinrich Schau realisiert. Das Altarbild schuf ab 1683 der Dresdner Maler Johann Oswald Harms. Die komplette barocke Umgestaltung der Kirche folgte 1724, bei der auch die Spiegeldecke eingezogen wurde.In dem vom Bildhauer Johann Göricke in den Jahren 1695 bis 1697 errichteten Barockgehäuse wurde durch den Gottfried Silbermann-Schüler Zacharias Hildebrandt zwischen 1743 und 1746 eine neue Orgel eingebaut. Am 27. September 1746 erfolgte die Abnahme der Orgel durch den Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach und den Orgelbauer Gottfried Silbermann. Das Instrument wurde mehrfach restauriert und erweitert. Bei der letzten Instandsetzungen 1993 wurde die Orgel wieder in den Urzustand von 1746 zurückversetzt. Hervorzuheben ist weiterhin die wertvolle Innenausstattung mit zwei Gemälden aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. (»Lasset die Kindlein zu mit kommen« und »Die Anbetung der hl. Drei Könige«) und dem Grabstein von August von Leubelfing, Page des Schwedenkönigs Gustav Adolf.

 

Adresse
Topfmarkt
06618 Naumburg
www.kirche-naumburg.de

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