Die Spielstätten des Bachfestes 2018

 

Das Bachfest ist 2018 zu Gast an 40 Orten in und um Leipzig.

Böhlen, St. Christophoruskirche

Foto: architektur blicklicht

 

Die Böhlener Kirche hat ihren Ursprung wahrscheinlich im 12. Jahrhundert. 1540 wurde sie erstmals erwähnt und ist das älteste Gebäude in Böhlen. Die Kirche ist ein Saalbau mit gerade geschlossenem Chor und Breitwestturm. Die Fundamente des Schiffs, des Turms und des Altartisches sind romanisch. Der Altaraufsatz und die Kanzel stammen aus der 1. Hälfte des 17. Jahrhunderts. Aus Sandstein sind die gotischen Fenstergewände im Chor und Turm sowie der Taufstein, der eine Inschrift von 1613 hat. Die Orgel bauten die Gebrüder Donati aus Altenburg 1794.

Bei der letzten großen Erneuerung 1904 erhielt die Kirche einen Anbau der Sakristei und des Eingangsvorbaus. Neues Gestühl wurde aufgestellt, der Altarraum erhielt eine farbige Fensterverglasung. Aus der 1941 devastierten Dorfkirche Zeschwitz wurden spätgotische Apostel- und Heiligenfiguren (um 1500) und zwei der drei vorhandenen Bronzeglocken, die sich im Kirchturm befinden, übernommen. 2006 erfolgte eine umfassende Sanierung vom Dach bis Keller und Fassade.

 

Adresse
Karl-Marx-Straße 12
04564 Böhlen
 

Brandis, Stadtkirche

Foto: architektur blicklicht

 

Die Kirche von Brandis (Brandeitz) wurde 1121 zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Aus romanischer Zeit stammen noch Mauerwerksreste des Längsschiffes und der Turmvierung, Putzreste an der östlichen Turmseite im Dachstuhlbereich und ein kleines Fenster an der Südseite des Längsschiffes.

Der Altarraum und die Sakristei stammen aus spätgotischer Zeit, der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts. An der Nordseite des Altarraumes befindet sich ein Sakramentshäuschen, daneben ein Epitaph mit dem Bildnis eines Kindes im geistlichen Gewand. Das Querschiff an der Südseite des Turmes stammt aus dem 16. Jahrhundert. Unter diesem Anbau liegt die heute verschlossene Patronatsgruft. Um 1700 erfolgte eine Neuausstattung des Kircheninneren mit Altar, Kanzel und Patronatsloge, hauptsächlich durch Stiftungen des Patronatsherren Krafft Burchhard von Bodenhausen. Die Orgel errichtete Christoph Donat d. Ä. 1705. 1732 wurde auf dem Turmquader ein Oktagon mit Welscher Haube, Turmkugel und Wetterfahne errichtet. 1741 wurde eine Turmuhr eingebaut, deren Werk noch heute besteht.

 

Adresse
Kirchplatz 2
04821 Brandis
http://www.stadtkirche-brandis.de

Eisenberg, Schlosskirche Christiansburg

 

In Eisenberg, der Kreisstadt des Saale-Holzland-Kreises in Thüringen, befindet sich das ehemalige Schloss Christiansburg (heute: Landratsamt) mit der zugehörigen Schlosskirche St. Trinitatis. Sie gilt als die prunkvollste Barockkirche Thüringens. Im Auftrag Herzog Christians von Sachsen-Eisenberg, der um 1680 im Schloss Christiansburg residierte, wurde die Schlosskirche von 1680 bis 1692 erbaut. Den Innenraum gestalteten italienische Maler und Stuckateure und schmückten ihn mit unzähligen Decken- und Wandfresken sowie Gemälden und Stuckaturen. Vor allem die Altarseite wurde effektvoll gestaltet: das durch die massige Kuppel eintretende Tageslicht fällt hinter dem wie ein Monument freistehenden Altar ein und erleuchtet ihn sphärisch. Die zweimanualige Orgel entstand 1683 unter der Aufsicht des Leipziger Orgelbauers Christoph Donat und wurde 1731 durch dessen Berufskollegen Trost erweitert. Im 20. Jahrhundert wurde die Schlosskirche mehrfach restauriert und schließlich 1992, 300 Jahre nach der Erstweihung, erneut geweiht. Heute kann sie individuell oder im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Sie steht außerdem für Konzerte, Trauungen und einmal im Monat für einen Gottesdienst zur Verfügung.

 

Adresse
Schloss 1
07607 Eisenberg
www.thueringen-tourismus.de

Frauenprießnitz, Sankt-Mauritius-Kirche

 

Schon vor 1250 entstand das ehemalige Zisterziensernonnenkloster nahe der Zwickauer Mulde, das dem Ort Frauenprießnitz seinen Namen verlieh. Erst wesentlich später, in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts, wurde das Kloster durch die heutige Sankt-Mauritius-Kirche ergänzt. Nach Um- und Neubauten, Brand, Wiederaufbau und schließlich Restaurierung zwischen 1978 und 1983 erhielt das Kirchenschiff sein gegenwärtiges Aussehen. Der Chorraum aber wurde im Wesentlichen historisch erhalten. Hier konnten auch geringe Reste gotischer Wandmalerei bewahrt werden. Den Kirchenraum prägt aber vor allem die majestätische Orgel auf der Westempore. Nach umfangreicher Erweiterung der ehemaligen Orgel wurde sie 2008 eingeweiht und bietet seither mit ihren 54 Registern einen abwechslungsreichen Klang in Gottesdienst und Konzerten.

 

Adresse
MTS-Straße 6
07774 Frauenprießnitz
www.eisenberg.ekmd-online.de

Gerichshain, Kirche

 

Die erste urkundliche Erwähnung von Gerichshain (Gerungishain) datiert aus dem Jahr 1350. Die Kirche Gerichshain in der Ortsmitte hat ihr barockes Erscheinungsbild seit dem Jahr 1785, als die Nachfolgerin des abgerissenen Gotteshauses erbaut wurde. Zu ihren Besonderheiten gehören eine hochwertige Trampeli-Orgel von 1803, eine historische, in Stein gehauene Sonnenuhr an der Turm-Rückseite sowie zwei mittelalterliche Glocken. Der Kanzelaltar füllt die gesamte Höhe der Saalkirche als auch mit seinen seitlichen Verkleidungen die gesamte Breite und stammt von 1785. Die achteckige Taufe aus Sandstein entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Kirche zu Gerichshain wurde von 1997 bis 1998 sowie 2001 innen und außen umfassend saniert und restauriert.

 

Adresse
Kirchstraße
04827 Machern

Horburg, Marienkirche

Foto: Freundeskreis der Horburger Madonna

 

Im Jahr 1124 erfolgte die erste urkundliche Erwähnung Horburgs. Möglicherweise befand sich jedoch schon seit dem 10. Jahrhundert an dieser Stelle eine Fliehburg. Eine besondere Bedeutung erlangte Horburg durch seine weinende Madonna, die den Ort jahrelang zu einem wichtigen Wallfahrtsort für Gläubige machte. Verbunden mit einem seit 1277 belegten Land- und Rügegericht entwickelte sich am Fest Mariä Geburt (8. September) eine Wallfahrt zur Madonna, die auch nach Einführung der Reformation noch unternommen wurde. Erschaffen wurde die Skulptur um 1250/60, wobei sie stilistisch Ähnlichkeiten mit den Arbeiten des Naumburger Meisters aufweist. Sie ist vermutlich aufgrund von Beziehungen, die die Herren von Horburg zum Zisterzienserkloster Pforte unterhielten, in die Kirche gelangt. Im 17. Jahrhundert wurde die Statue zerstört und erst 1930 konnten Restauratoren Fragmente der Madonna bergen und wieder zusammenfügen. Die Kirche in Horburg brannte am 22. November 1773 durch Unachtsamkeit bei der Benutzung eines halbfertigen Backofens nieder. 1888 wurde die von Friedrich Gerhardt errichtete Orgel geweiht.

 

Adresse
Burgauenstraße 7
06237 Leuna

Leipzig, Alte Börse

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Brigitte Braun

 

Die Handelsbörse wurde in den Jahren 1678–87 von Johann Georg Starcke erbaut und war damit der erste Barockbau in Leipzig. Auffallend ist seine symmetrische Bauweise. Mittelpunkt der prunkvoll verzierten Fassade ist das Leipziger Stadtwappen. Die Initiative zum Bau ging im April 1678 von 30 Großkaufleuten aus, nachdem es zur Tradition geworden war, sich zum Abschluss großer Geschäfte in einem neutralen Raum zu treffen und diese zu besiegeln. Der Handel spielte sich in den Gewölben des Erdgeschosses ab, der Börsenbetrieb in dem über die zweiarmige Treppe erreichbaren Festsaal.

Die Alte Handelsbörse wurde im 2. Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen und durch Bombeneinwirkung ihrer wertvollen Stuckdecken beraubt, jedoch in alter Form wiederaufgebaut. Sie ist bis heute eine Stätte musikalisch-literarischer Veranstaltungen. In dem rekonstruierten Gebäude finden regelmäßig kleinere Konzerte und Lesungen statt.

 

Adresse:
Naschmarkt
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Altes Rathaus

Foto: LTM/Andreas Schmidt

 

Das Alte Rathaus zu Leipzig, Deutschlands ältestes Renaissance-Rathaus, wurde 1556 nach Plänen von Hieronymus Lotter errichtet und später mehrfach baulich verändert. So baute man 1599 am Rathausturm über dem Balkon einen Austritt für die Stadtpfeifer an, von dem zweimal täglich Turmmusik geblasen wurde. Bereits 1479 hatte der Rat der Stadt Stadtpfeifer in seinen Dienst genommen. Als Zentrum städtischen Geschehens war das Leipziger Rathaus seit jeher auch Stätte öffentlichen Musizierens. Im Festsaal ist an der Nordseite der historische, auf ionischen Säulen ruhende Pfeiferstuhl erhalten, die Wände sind mit originalen Bildnissen der sächsischen Landesfürsten, der Leipziger Ratsherren, Bürgermeister und Stadtrichter geschmückt. Gleich neben dem Festsaal liegt die Ratsstube, in der Johann Sebastian Bach seinen Vertrag als Thomaskantor und »Director musices« der Stadt unterschrieben hat. Hier hängt auch eines der beiden eindeutig originalen Portraits Johann Sebastian Bachs, ein Ölgemälde des sächsischen Hofmalers und Leipziger Ratsmalers Elias Gottlob Haussmann aus dem Jahre 1746.

 

Adresse:
Markt 1
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Bach-Museum mit Sommersaal

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Martin Klindtworth

 

Das im 16. Jahrhundert erbaute Bosehaus unmittelbar gegenüber der Thomaskirche, heute Sitz des Bach-Archivs Leipzig, gehört zu den ältesten Gebäuden am historischen Thomaskirchhof. Eine Besonderheit ist der in seiner Form einzigartige Sommersaal, ein barocker Festsaal, den der damalige Besitzer Georg Heinrich Bose im Zuge der Erweiterung des Hauses ab 1711 errichten ließ. Bereits damals sorgte die Architektur des nicht beheizbaren und deshalb nur in der warmen Jahreszeit nutzbaren Sommersaals für Aufsehen. In einem Gutachten von 1731 wird er als »kostbarer« und »wohlausgezierter« Raum beschrieben. Ungewöhnlich ist die über dem Saal befindliche und mittels Deckengemälde verschließbare Musikerempore, die sogenannte Schall- oder auch Echokammer. Sie ermöglicht außergewöhnliche und überraschende Klangeffekte. Auf der Empore finden – je nach Instrument – bis zu sechs Musiker auf jeder Seite Platz. Sie können Feierlichkeiten begleiten, ohne zu stören oder gesehen zu werden.
Blieben historische Quellen zur Gestaltung des Raumes bei der Renovierung anlässlich des 300. Geburtstages Johann Sebastian Bachs (1985) noch weitestgehend unbeachtet, so empfängt der Saal seit der letzten Instandsetzung 2002 die Konzert- und Museumsbesucher wieder weitgehend so, wie Bach ihn seinerzeit erlebt haben mag. Die in der Wand eingefassten Spiegel stehen in ihrer Dreiteiligkeit und etwas unscharfen Optik der barocken Realität sehr nah, die relativ schlicht anmutenden Vorhänge aus Stangenleinwand waren in bürgerlichen Häusern damals üblich.
Während der Komplettsanierung des Bosehauses in den Jahren 2008–2010 blieb der Sommersaal weitestgehend unangetastet, lediglich sorgt eine Auffrischung der Farbe seitdem für neuen Glanz.

 

Adresse:
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig
www.bachmuseumleipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Buslinie 89, Straßenbahnlinie 9 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Bundesverwaltungsgericht

 

Seit 2002 befindet sich im ehemaligen Reichsgerichtsgebäude am Simsonplatz – benannt nach dem ersten Präsidenten des Reichsgerichts – das Bundesverwaltungsgericht. Der Bau wurde zwischen 1888 und 1895 errichtet und knüpft an die italienische Spätrenaissance sowie an den französischen Barock an. Er ähnelt dem Reichstagsgebäude in Berlin, das etwa zur gleichen Zeit errichtet wurde. Das Innere ist sowohl funktional als auch gestalterisch auf die ursprünglich angestrebte Nutzung als Reichsgericht ausgelegt. Die Skulpturen, Plastiken und aufwändigen Wandmalereien beschäftigen sich mit den Themen Untersuchung, Urteil, Vollstreckung und Gnade. Besonders prachtvoll gestaltet ist der Große Sitzungssaal, an dessen Wänden Sinnbilder und Wappen aller damaligen Bundesstaaten prangen. Das Gebäude diente von 1895 bis 1945 seiner eigentlichen Bestimmung zur Beherbergung des Reichsgerichts.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt, nach der Sanierung zog 1952 das Museum der bildenden Künste ein. Von 1998 bis 2001 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Um dem Platzbedarf des Bundesverwaltungsgerichtes Rechnung zu tragen, wurde auf das Dach ein weiteres Obergeschoss aufgesetzt, das jedoch so weit hinter die Dachbalustrade zurückgesetzt ist, dass das äußere Erscheinungsbild nicht gestört wird.

 

Adresse
Simsonplatz 1
04107 Leipzig
www.bverwg.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 9 (Haltestelle Neues Rathaus), 10 und 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Evangelisch Reformierte Kirche

 

Die Evangelisch Reformierte Kirche wurde 1896–99 nach Plänen des Leipziger Baumeisters Georg Weidenbach und seines Mitarbeiters Richard Tschammer erbaut. Sie ist der erste Leipziger Sakralbau des Historismus, der auf Formen der Renaissance zurückgreift. Am 4. Dezember 1943 wurde die Kirche durch Brandbomben schwer getroffen. Schon 1946 begann man mit dem Wiederaufbau, die Gestaltung des Innenraums wurde dabei vereinfacht, entspricht aber dem Grundtyp der Weidenbachschen Raumgestaltung. Mit übereinander angeordnetem Abendmahlstisch, Kanzel und Orgel, auf die das Gestühl ausgerichtet ist, folgt der Innenraum einer Forderung des sogenannten Wiesbadener Programms von 1891 für die Ausgestaltung evangelischer Kirchenräume. 1968 erhielt die Kirche eine Jehmlich-Orgel. Die letzte Renovierung des Innenraums und des Äußeren erfolgte 1992–96, so dass die Kirche in ihrer dominanten Lage am nördlichen Ring wieder ihre alte Wirkung zeigt.

 

Adresse:
Tröndlinring 7
04105 Leipzig
www.reformiert-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring)

Leipzig, forum thomanum

 

Aufbauend auf die Tradition der THOMANA, »glauben, singen, lernen«, entsteht um die Thomasschule und das Alumnat des Thomanerchores der Bildungscampus forum thomanum. Zu diesen zwei bereits bestehenden Stätten gehören mittlerweile die Kindertagesstätte, die Grundschule mit Hort, derzeit in einem Interim in Gohlis, und die Lutherkirche. Eine musicaccademia und eine Mittelschule sind bereits in Planung. Der Bildungscampus wird einmal über 1.200 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung mit einem musikalischen und sprachlichen Profil, eingebettet in das christliche Wertesystem, anbieten und so viele Menschen jeden Alters an der reichen Tradition der THOMANA teilhaben lassen.
2017, zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, soll der Aufbau des Bildungscampus forum thomanum abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Lutherkirche grundlegend renoviert, damit sie multifunktional genutzt werden kann – als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum. Sie bildet damit das Zentrum des internationalen Bildungscampus.

 

Adressen:
Hillerstraße 7, 8
Sebastian-Bach-Straße 3
Ferdinand-Lassalle-Straße 25
04109 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 2, 14 (Haltestelle Marschnerstraße)

Leipzig, Gewandhaus

 

Seinen Namen hat das Gewandhausorchester von seiner ersten Spielstätte, dem ab 1781 genutzten Saal über dem Tuchboden des Gewandhauses am alten Neumarkt. Mehr als 100 Jahre später, am 11. Dezember 1884, wurde das von den Architekten Martin Gropius und Heinrich Schmieden erbaute Neue Gewandhaus im Musikviertel gegenüber der Universitätsbibliothek eingeweiht und gelangte wegen seiner hervorragenden Akustik und gelungenen Architektur zu Ruhm und Ansehen. Am 20. Februar 1944 wurde es bei Luftangriffen schwer getroffen und nicht wieder aufgebaut, die ausgebrannte, aber gesicherte Ruine schließlich 1968 abgerissen. Als Heimstatt für das Gewandhausorchester diente 35 Jahre lang die Kongresshalle am Zoo, bis am 8. Oktober 1981 das (zweite) Neue Gewandhaus am Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz) nach vierjähriger Bauzeit eröffnet werden konnte. Neben dem Großen Saal mit fast 2.000 Plätzen besitzt dieses Haus noch einen kleineren Saal für etwa 500 Zuhörer, der nach einem Umbau 1997 den Namen Mendelssohn-Saal erhielt.

 

Adresse:
Augustusplatz 8
04109 Leipzig
www.gewandhaus.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Pfeilerhalle

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Musikinstrumente und dem Museum für Völkerkunde auch das Museum für Angewandte Kunst. Ende 2007 eröffnete es nach umfassender Sanierung den ersten Teil seiner neuen Ständigen Ausstellung, die insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen wird. Der erste, sich über dreißig Ausstellungsräume erstreckende Rundgang »Antike bis Historismus« ist den älteren Sammlungsbeständen gewidmet und lädt ein zu einer Reise durch 2.500 Jahre Kunstgeschichte. Der zweite Ausstellungsrundgang »Asiatische Kunst. Impulse für Europa« wurde Ende Januar 2010 eröffnet, der dritte Rundgang »Jugendstil bis Gegenwart« kann seit März 2012 besichtigt werden.
Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE ins Museum.

 

Adresse:
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, GRASSI Museum für Musikinstrumente

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Völkerkunde und dem Museum für Angewandte Kunst auch eine der größten Musikinstrumentensammlungen der Welt.
Die Geschichte dieser Sammlung geht zurück auf das Wirken des in Leipzig lebenden Holländers Paul de Wit (1852–1925). Er eröffnete 1886 am Thomaskirchhof 16, dem heutigen Sitz des Bach-Archivs, ein Museum, in dem er historische Musikinstrumente ausstellte und gelegentlich auch zum Klingen brachte. 1905 wurde diese Kollektion an den Kölner Papierfabrikanten Wilhelm Heyer verkauft. Nach dessen Tod gelangte sie mit Hilfe einer gewaltigen Spende des Musikverlegers Henri Hinrichsen in den Besitz der Leipziger Universität und zog in den Nordflügel des damals neu erbauten Grassimuseums, wo sie am 30. Mai 1929 feierlich eröffnet wurde.
Der Zweite Weltkrieg verursachte katastrophale Schäden an der Sammlung, zahlreiche Exponate sowie das Archiv und die Bibliothek fielen nach einem Bombenangriff im Dezember 1943 den Flammen zum Opfer. Die ausgelagerten Bestände kamen nur teilweise wohlbehalten zurück, Diebstahl und unsachgemäße Lagerung brachten weitere große Verluste. Anfang der 1950er Jahre konnte das Museum wieder aufgebaut und schrittweise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Durch gezielte Ankäufe und einzelne Schenkungen wurde der Bestand des Museums inzwischen wesentlich bereichert, die Sammlung ist heute eine der größten in Deutschland.
Im Jahr 2006 wurde das Museum nach einer grundlegenden Renovierung im neuen Glanz wiedereröffnet. Mit dem Zimeliensaal steht seitdem ein bestens geeigneter Raum für Kammerkonzerte und Vorträge zur Verfügung.

 

Adresse:
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, Kath. Propsteikirche St. Trinitatis

Die neue Propsteikirche St. Trinitatis. Quelle: Bonifatiuswerk

Der erste Neubau einer katholischen Kirche in Leipzig nach der Reformation erfolgte 1847. Die Trinitatiskirche westlich der Pleißenburg (dem heutigen Standort des Neuen Rathauses) wurde bei Bombenangriffen 1943/44 jedoch schwer beschädigt und ihre Ruine 1954 gesprengt, um Platz für eine neue Kirche zu schaffen. Die Zusagen der Stadt Leipzig für den Neubau wurden jedoch immer wieder zurückgezogen, so dass es bis 1982 dauerte, ehe die zweite Propsteikirche in der Emil-Fuchs-Straße am Rande des Rosentals geweiht wurde. Nach nur rund 20 Jahren traten indes durch Nässe und Baumängel hervorgerufene Schäden auf, deren Behebung die Kosten eines Neubaus überstiegen hätten.

 

Südlich des Neuen Rathauses – in Sichtweise des Standortes der ersten Trinitatiskirche – konnte am 27. April 2013 schließlich der Grundstein für den Neubau der neuen, dritten Propsteikirche St. Trinitatis gelegt werden. Man entschied sich für den Entwurf des Leipziger Architektenbüros Schulz & Schulz, insbesondere wegen seines nachhaltigen Ansatzes: So wird die Kirche über Photovoltaik-Anlagen mit Strom versorgt, im Turm befindet sich ein Speicher für Regenwasser, das aufbereitet wird und für den Betrieb des gesamten Gebäudes genutzt werden kann.

 

Der größte Kirchenneubau Ostdeutschlands nach 1990 wurde ermöglicht über zahlreiche Spenden privater Personen im In- und Ausland, vieler Firmen, des Bonifatiuswerkes – und auch von Seiten der evangelischen Kirche: So setzte etwa die Thomaskirche mit der Übergabe mehrerer Kollekten ein deutliches Zeichen der Ökumene in Leipzig.

 

Im Jahr 2016 war die Propsteikirche St. Trinitatis Haupt-Veranstaltungsort des 100. Deutschen Katholikentages.

 

Adresse:
Nonnenmühlgasse 2
04107 Leipzig
www.propstei-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Kongresshalle

Foto: Leipziger Messe

 

Seit seiner Eröffnung 1900 hat das prachtvolle Gründerzeit-Gebäude eine wechselhafte Geschichte durchlebt. Die originalgetreu restaurierte Fassade zeugt von der Entstehungszeit des repräsentativen »Gesellschaftshauses am Zoo«, das im kulturellen Leben der Stadt Leipzig von Beginn an eine bedeutende Rolle spielte. Damals baute man im großen Stil, wovon der eindrucksvolle, in seiner ursprünglichen Kubatur erhaltene Große Saal mit seiner hohen Gewölbedecke noch heute zeugt.
Seit seinem Bestehen wurden am Haus immer wieder teils tiefgreifende Um- und Ausbauten vorgenommen. Lange dominierten Jugendstil und Art déco das Erscheinungsbild: Die Decke im Foyer galt als eines der bedeutendsten Beispiele für Art déco in Leipzig. 1946 wurde das im Krieg wenig beschädigte Gebäude zur »Kongreßhalle Leipzig« umgebaut. Auch der Große Saal durchlief viele der jeweiligen Nutzung entsprechende Veränderungen. Bis in die späten 1980er Jahre war das Haus das kulturelle Herz der Stadt, so spielte bis zur Eröffnung des einzigen Konzerthaus-Neubaus in der DDR 1981 das Gewandhausorchester im Großen Saal.
Danach verfiel die Substanz aufgrund fehlender Mittel zusehends. Im Jahr 2009 beschloss die Stadt Leipzig, das Gebäude als modernes Kongresszentrum neu zu beleben. Im August 2010 begannen die umfassenden Baumaßnahmen. Anfang 2016 wurden die Arbeiten abgeschlossen. Seitdem wird die Kongresshalle als Veranstaltungsstätte für Tagungen, Kongresse und Events genutzt.

 

Adresse
Pfaffendorfer Straße 31
04105 Leipzig

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Leipzig, LukullusT

Foto: LukullusT

 

Seit 2005 verfolgt LukullusT nur eine Vision – seine Gäste an den Herd zu bekommen. Dafür ist fast jedes Mittel recht: Unter anderen mit frischen und hochwertigen Zutaten, regionalen Produkten und internationalen Leckerbissen, mit Leidenschaft und viel Liebe zum Detail. Das alles erleben Gäste in den offenen Kochkursen, Familienfeiern oder Events. Ob im Salon oder in der Galerie, die kulinarische Reise beginnt hier – in einem der genussvollsten Häuser Leipzigs. Hier in der Harkortstraße 3 sind Genuss und ein kommunikatives Miteinander inklusive.

 

Adresse
Harkortstraße 3
04107 Leipzig
www.lukullust.de


nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 8, 9 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Lutherkirche

 

Die Lutherkirche mit ihrem 58 Meter hohen Turm wurde in den Jahren 1883 bis 1886 auf der Anlage des Johannaparkes im Stil der Neogotik erbaut. Der Entwurf stammte vom damals gerade erst 28-jährigen Architekten Julius Zeißig. Die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche unbeschadet. Die Orgel des Orgelbauers Richard Kreutzbach aus Borna wurde ebenfalls 1886 fertig gestellt, jedoch schon 1888 bei einem Brand beschädigt. Nach einer Restaurierung in Saalfeld wurde sie im August 2000 erneut geweiht. 2002 wurde die Luthergemeinde mit der Thomas-Matthäi-Gemeinde zusammengelegt, seitdem wird die Lutherkirche nur noch sporadisch für Gottesdienste genutzt. Sie ist integriert in das Konzept des forum thomanum, in dem ihr eine zentrale Bedeutung als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum zukommt.

 

Adresse:
Ferdinand-Lassalle-Str. 25
04105 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Markt

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

 

Im Herzen der Stadt Leipzig befindet sich der Markt. Im Mittelpunkt der etwa 10.000m² großen Fläche ist in das Mosaikpflaster das Leipziger Stadtwappen eingelassen. Östlich des Marktes befinden sich die Arkaden des Alten Rathauses (1556), des ältesten erhaltenen Bauwerkes am Platz. An der Nordseite sind einige historische Gebäude nach der Kriegszerstörung wieder aufgebaut worden, darunter die sogenannte Alte Waage. An der Südseite wird der Marktplatz vom Königshaus und Barthels Hof, sowie Neu- und Umbauten der letzten Jahre, die an historischen Gebäudesilhouetten erinnern sollen, gesäumt.
Schon früh bildete der Marktplatz das Zentrum des öffentlichen Lebens. Hier spielte sich ein Großteil des Warenumschlags der Leipziger Messe ab. Vor 1500 fanden auf dem Markt als kulturelle Höhepunkte Ritterspiele statt. Gleichzeitig war hier auch der Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen und erster politischer Demonstrationen.
Heute ist der Markt Veranstaltungsort von Stadtfesten, Markttagen, Festivals und natürlich des Leipziger Weihnachtsmarktes, der als einer der traditionsreichsten Deutschlands gilt.

 

Adresse:
Markt
04109 Leipzig


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Mendelssohn-Haus

 

Das Gebäude in der Leipziger Goldschmidtstraße 12, das als letzte und einzige private Adresse des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy erhalten geblieben ist, zeichnet sich durch seinen hohen kulturhistorischen Wert aus. Dieser spätklassizistische Bau aus dem Jahre 1844 bewahrt als wichtiger Zeuge seiner Zeit originale Substanz sowie Informationen über seinen prominentesten Bewohner, der mit seiner Familie seit 1845 in der Beletage wohnte und hier am 4. November 1847 starb. Heute beherbergt das Haus ein Museum zu Ehren Mendelssohns, der nicht nur als Komponist, Kapellmeister und virtuoser Musiker, sondern auch als Kulturpolitiker und Maler wirkte. Die Wohnung der Mendelssohns wird als authentischer Ort erlebbar, von dem beachtliche Impulse für das europäische Musik- und Geistesschaffen ausgingen.

 

Adresse
Goldschmidtstraße 12
04103 Leipzig
www.mendelssohn-stiftung.de
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Michaeliskirche

 

Die Michaeliskirche bildet mit der Peterskirche über das Alte Rathaus die Hauptachse der Innenstadt in Nord-Süd-Richtung. Deshalb ist die Kirche mit ihrem Marmoraltar nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Norden ausgerichtet. Sie ist in einer geglückten Synthese von Jugendstilelementen mit denen der deutschen Renaissance in den Jahren 1901–04 erbaut worden, die monumentale Fassade mit dem 72 Meter hohen Turm kündet vom Wohlstand und Selbstbewusstsein des Leipziger Bürgertums um die Jahrhundertwende. Den Innenraum prägen sehenswerte Holzschnitzereien an Emporen, Bänken und Kanzel, farbige Chorfenster sowie die dreimanualige unveränderte Sauer-Orgel mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt.

 

Adresse:
Nordplatz 14
04155 Leipzig
www.michaelis-friedens.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Nordplatz)

Leipzig, Musikschule »Johann Sebastian Bach«

 

Die Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach« ist nach Hamburg die zweitgrößte Musikschule Deutschlands. Mit einem breiten Unterrichtsangebot in den Bereichen Tanz und Musik – auf nahezu allen Instrumenten und in allen musikalischen Stilrichtungen – fördert sie individuelle musikalische, tänzerische und künstlerisch-kreative Fähigkeiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.Der Vorläufer der heutigen Musikschule war die 1951 gegründete Volksmusikschule, die 1960 in eine Volkskunsthochschule mit Tanz- und Kunsterweiterung umbenannt wurde. 1985 erhielt sie den Namen »Johann Sebastian Bach« und verfügt seitdem über ein international erfolgreiches Jugendsinfonieorchester. Später wurden eine Big Band und ein Blechbläserensemble gegründet. Die Musikschule ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Leipzig und steht in Partnerschaft mit Bildungseinrichtungen und kulturellen Institutionen wie dem Gewandhaus zu Leipzig.

 

Adresse
Petersstraße 43
04109 Leipzig
www.musikschule-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Nikolaikirche

Foto: LTM/Andreas Schmidt

 

Die Nikolaikirche – eine der ältesten Kirchen der Stadt Leipzig – ist seit ihrem Bestehen eng mit der Geschichte der Stadt und den Geschicken ihrer Bürger verbunden. Vielleicht drückt sich gerade diese Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt- und Pfarrkirche in den ständigen Veränderungen ihrer äußeren und inneren Ausgestaltung aus. Ob die ursprüngliche romanische Basilika mit ihrer wuchtigen Doppelturmanlage oder die gotische Hallenkirche, der dann noch ein dritter Turm hinzugefügt wurde oder schließlich die klassizistische Umgestaltung des Innenraums: Immer spiegelt die Nikolaikirche das Selbstbewusstsein der Städter wider.
Die Kirchenmusik von St. Nikolai war von Alters her eng verbunden mit der Nachbarkirche St. Thomas. Obwohl die Nikolaikirche als die Hauptpfarrkirche Leipzigs galt, beschäftigte sie doch keinen eigenen Kantor. Der Kantor an der Thomasschule hatte die Verantwortung für die Kirchenmusik an beiden Hauptkirchen – St. Nikolai und St. Thomas – sowie an der Neuen Kirche St. Matthäi und der Peterskirche – so auch Johann Sebastian Bach in seiner Leipziger Zeit von 1723 bis 1750.

2015 feierte die Nikolaikirche ihr 850-jähriges Bestehen.

Den Sitzplan der Nikolaikirche finden Sie hier.

In der Nikolaikirche gibt es viele Säulen und Pfeiler.

 

Adresse:
Nikolaikirchhof
04109 Leipzig
www.nikolaikirche.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
5 bis 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Leipzig, Oper

 

Die Leipziger Operntradition ist eine der ältesten in Europa. Im Jahre 1693 wurde das erste Leipziger Opernhaus – nach Venedig und Hamburg das dritte öffentliche Opernhaus überhaupt – gegründet. In den folgenden drei Jahrhunderten war Leipzigs Operngeschichte geprägt durch eine Vielzahl an Ur- und Erstaufführungen, eng verbunden mit dem Wirken berühmter Komponisten und Dirigenten. Unter G. P. Telemann wurde ab 1700 die Verbindung von städtischer Musikpflege und Oper eingeleitet.

Im Jahre 1766 bekam Leipzig ein für Opernaufführungen geeignetes Gebäude, nach dem Umbau 1817 war es das erste feste Theater der Stadt. Hier war E. T. A. Hoffmann zeitweilig Kapellmeister, die Erstaufführung von Webers »Oberon« sowie die Uraufführung von Marschners »Der Vampir« und von Lortzings Meisterwerken »Hans Sachs«, »Der Wildschütz« und »Zar und Zimmermann« fanden statt. 1868 eröffnete des Neue Theater am Augustusplatz. Schwerpunkt bildete die Pflege des Wagner-Repertoires. Bedeutende Dirigenten bis 1890 waren Artur Seidl, Arthur Nikisch und Gustav Mahler. In den 1820er Jahren schloss sich die Oper Leipzig lebhaft dem neuen Werk gegenüber auf.

1960 wurde das Neue Leipziger Opernhaus am Augustusplatz eröffnet. In den Folgejahren prägten u. a. bedeutsame Wagneraufführungen und die Neugewinnung vernachlässigter Werke den Spielplan – die Leipziger Opernarbeit erreichte internationale Aufmerksamkeit. Seit 1840 spielt das Gewandhausorchester zu allen Aufführungen im Opernhaus und ist bis heute Garant für höchstes musikalisches Niveau.

 

Adresse
Augustusplatz 12
04109 Leipzig
www.oper-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Peterskirche

 

Die Leipziger Peterskirche, erbaut 1882–1885, stellt ein herausragendes neugotisches Bauwerk in Sachsen und eines der bedeutendsten Zeugnisse des Historismus im deutschsprachigen Raum dar. Sie ist – vom umbauten Raum her – Leipzigs größte Kirche und mit dem zugleich höchsten Kirchturm (88 Meter) die städtebauliche Dominante der Leipziger Südvorstadt. Die Peterskirche folgt mit der Bauform der Hallenkirche der deutschen Tradition, greift aber gleichzeitig den Stil der französischen Kathedralgotik auf. Aufgrund ihrer äußeren und inneren Gestaltung, ihrer baulichen Durchbildung und ihrer städtebaulichen Einordnung stellt sie ein Gesamtkunstwerk von überragender Bedeutung dar.

 

Adresse
Schletterstraße 5
04107 Leipzig
www.peterskirche-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 10, 11 (Haltestelle Hohe Straße LVB)

Leipzig, PROMENADEN Hauptbahnhof

 

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzte sich die Deutsche Bahn AG das Ziel, den Leipziger Hauptbahnhof, den größten Kopfbahnhof Europas, in seiner markanten äußeren Form zu erhalten und so umzugestalten, dass er als Anziehungspunkt das Interesse der Öffentlichkeit auch weit über die Grenzen Leipzigs hinaus wieder auf sich lenkt. Das Gebäude wurde durch eine privaten Investorengemeinschaft, bestehend aus Fondsanlegern der Deutsche Bank AG und der ECE-Gruppe, denkmalschutzgerecht saniert und mit modernen Elementen ergänzt bzw. erweitert. Das imposante 300 Meter breite Empfangsgebäude erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Das Unter- und das Erdgeschoss des Empfangsgebäudes sowie der über 250 Meter lange Querbahnsteig wurden zum Einkaufs- und Dienstleistungsbereich auf drei Ebenen ausgebaut, mit direktem Anschluss an die Leipziger Fußgängerzone Nikolaistraße. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden 1,6 Millionen m³ umbauter Raum für rund 250 Millionen € neu gestaltet.

Die PROMENADEN sind als beispielgebendes Pilotprojekt für die Revitalisierung eines denkmalgeschützten Großbahnhofes mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden.
Mit der Neugestaltung der im November 1997 eröffneten PROMENADEN wurde die Einkaufswelt der Leipziger Innenstadt um 30.000 m² mit ca. 140 Geschäften erweitert. 80.000–150.000 Menschen aus allen Teilen der Republik nutzen täglich die PROMENADEN.

 

Adresse:
Willy-Brandt-Platz
04109 Leipzig
www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Leipzig, Salles de Pologne

Das Hôtel de Pologne befindet sich in der Hainstraße 16/18 im Herzen der Leipziger Innenstadt. Noch im 19. Jahrhundert standen hier drei Gebäude, darunter die beiden Gasthöfe »Zum Goldenen Adler« und »Zum Birnbaum«, wo 1519 auch Martin Luther zu Gast war. C. A. Pusch kaufte die Gebäude ab 1819 einzeln auf. In Erinnerung an den Besuch des polnischen Königs Stanisław I. Leszcyński nannte Pusch seinen Besitz »Hôtel de Pologne«. Nachdem 1846 die Gebäude durch einen Brand zerstört wurden, begann ein Jahr später der Neubau des zu dieser Zeit größten Leipziger Hotels mit 130 Gästezimmern auf fünf Etagen, Lichthof und imposanter Marmor-Freitreppe. 1892/93 erhielt die Fassade durch den bekannten Leipziger Architekten Arwed Roßbach ein imposantes Antlitz im Stil der florentinischen Renaissance. Das Hotel lud schon damals nicht nur zum Übernachten, sondern auch zu Festen und beliebten Ballnächten im großen, prunkvollen, neobarocken Ballsaal ein (250 m²), der 1893 nach den Plänen Ludwig Heims fertig gestellt worden war und Platz für 1.500 Gäste bot. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Räumlichkeiten als Lazarett genutzt und 1917 wurde das Hotelgeschäft gänzlich aufgegeben. Nur im Ballsaal herrschte durch Veranstaltungen und Gastronomie das öffentliche Leben. In den folgenden Jahren der Weimarer Republik diente das Gebäude als Messehaus und ab den frühen 1950er Jahren bis nach der Wende als Bürogebäude des Leipziger Messeamtes, das den Ballsaal zu einer blau gefliesten Großküche umfunktioniert hatte. 2008 begannen die Leipziger Projektentwickler Stadtbau A.G. eine aufwändige denkmalgetreue Restaurierung und Renovierung, um das historische Bild von 1893 innen und außen zu rekonstruieren. Am Tag des offenen Denkmals am 12.09.2010 konnte der Ballsaal erstmals wieder von der breiten Öffentlichkeit besichtigt werden. Seit 2010 stehen nun der Große Ballsaal, der Grüne Saal, die Loge sowie zwei Foyers und Nebenräume für Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Adresse:
Hainstraße 16/18
04109 Leipzig
www.hotel-de-pologne.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Schaubühne Lindenfels

© Schaubühne Lindenfels

 

Die Gastwirtschaft und »Gesellschaftshalle« wurde 1874 bis 1876 errichtet. Das von außen schmucklose Gebäude barg im Inneren einen prunkvollen Ballsaal mit einer von verzierten Säulen getragenen umlaufenden Galerie und einer Orchester-Muschel. Um 1900 wurde die Gesellschaftshalle erweitert und mit einer gründerzeitlichen, vom Jugendstil inspirierten Schauseite mit Terrasse und Freitreppe geschmückt. Ab 1913 wurden regelmäßig Filme gezeigt. Das Kino in der Karl-Heine-Straße wurde 1949 zu einem volkseigenen Betrieb und hieß »Lichtspieltheater Lindenfels«. Es wurde 1956 saniert und war bis zu einer Heizkesselhavarie im Winter 1987 in Betrieb. Danach wurde die Heizungsanlage stillgelegt und das Kino geschlossen.

Seit 1994 ist die Schaubühne Lindenfels ein Leipziger Produktions- und Aufführungsort mit einem interdisziplinären Gesamtkonzept. Programmatische Schwerpunkte sind Theater, Tanz, Performance und Filmkunst, ergänzt durch Musik, Literatur, neue Medien und bildende Kunst. Neben Theater-Eigenproduktionen, Koproduktionen mit lokalen KünstlerInnen und Gastspielen internationaler Kompanien konzipiert und realisiert die Schaubühne Projekte im öffentlichen Raum und wirkt als zentraler Ort und Anlaufpunkt für die Entwicklung des Leipziger Westens als kulturell geprägtes Quartier.

 

Adresse
Karl-Heine-Str. 50
04229 Leipzig
www.schaubuehne.com


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahn 14 (Haltestelle Merseburger Str.)

Leipzig, Schumann-Haus

 

Das Schumann-Haus Leipzig befindet sich in jenem eindrucksvollen klassizistischen Gebäude, in dem Robert und Clara Schumann nach ihrer Eheschließung im September 1840 eine Wohnung bezogen. Das Museum ist in der bevorzugten Beletage des Hauses eingerichtet, wo das berühmte Künstlerpaar die ersten vier Ehejahre verbrachte. Die übrigen Räume werden von der Freien Grundschule »Clara Schumann« genutzt.
In der Inselstraße komponierte Robert Schumann die »Frühlingssinfonie«, die ihn zum weltbekannten Komponisten werden ließ. Hier schrieb er außerdem zahlreiche Artikel für die »Neue Zeitschrift für Musik«, die er 1834 gegründet hatte. Clara Schumann, die schon als Clara Wieck eine berühmte Pianistin war, erschloss sich im Zusammenleben mit ihrem Mann neue Themen und vervollkommnete ihr Künstlertum. In der Leipziger Inselstraße wurden auch die ersten beiden Töchter des Ehepaares, Marie und Elise, geboren.
Der originalgetreu restaurierte Schumann-Saal dient heute als Konzertsaal. In ihm empfing das Ehepaar Schumann zahlreiche berühmte Komponisten und Intellektuelle wie Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Hector Berlioz oder den Märchendichter Hans Christian Andersen, um nur einige Vertreter der Gästeschar zu nennen.

 

Adresse:
Inselstraße 18
04103 Leipzig
www.schumann-verein.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz) sowie Linien 1, 8, 13 (Haltestelle Hofmeisterstraße)

Leipzig, Thomaskirche

Foto: Bach-Archiv Leipzig

 

Am Ende des 15. Jahrhunderts brachten Silberfunde im Erzgebirge Leipzig großen wirtschaftlichen Wohlstand. Dieser hatte zur Folge, dass die Leipziger Kirchen innerhalb von 40 Jahren erneuert und erweitert wurden. Daher brach man 1482 das romanische Schiff der früheren Thomaskirche ab, deren Grundmauern wahrscheinlich bis in das Jahr 1160 reichten und errichtete den bis heute erhaltenen Neubau einer spätgotischen Hallenkirche. Diese wurde 1496 geweiht. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt erst im Jahr 1702 erhielt, hat sich an der Architektur der Thomaskirche nichts geändert.

Den schwersten Eingriff in die Innenausstattung brachte eine Renovierung in den Jahren 1884–89, bei der die gesamte Ausstattung der Barockzeit, in der Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche wirkte, entfernt wurde. Seither zeigt sich das Innere der Kirche im neugotischen Stil. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten eröffnete sich die Möglichkeit, nach über 100 Jahren die Thomaskirche einer umfassenden Restaurierung und Instandsetzung zu unterziehen. Diese konnte zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach am 28. Juli 2000 weitgehend abgeschlossen werden. Auch der Bau der neuen Bach-Orgel war mit diesen Arbeiten verbunden.

Den Sitzplan der Thomaskirche finden Sie hier.

 

Adresse:
Thomaskirchhof
04109 Leipzig
www.thomaskirche.org


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 9, Buslinie 89 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Universitätskirche St. Pauli

Foto: LTM

 

Die Paulinerkirche (eigentlich Universitätskirche St. Pauli, volkstümliche Bezeichnung „Unikirche“, „Paulinerkirche“ nach den regional auch „Pauliner“ genannten Dominikanern) war eine evangelische Kirche in der Leipziger Innenstadt am Augustusplatz. Das 1240 geweihte Bauwerk war als Klosterkirche St. Pauli Gotteshaus eines Dominikanerklosters. Typisch für die Architektur der Bettelorden im 13. Jahrhundert, war die Klosterkirche mit einschiffigem Chor und dreischiffigem Langhaus ausgeführt.
Seit der Gründung der Universität Leipzig im Jahr 1409 ist die Geschichte der Paulinerkirche eng mit jener der Universität verbunden. Nach Ausbreitung der Reformation kam es 1539 zur Auflösung des Dominikanerkonvents: Das Kloster wurde säkularisiert und 1543 der Universität Leipzig übereignet. 1545 wurde die Paulinerkirche von Martin Luther als evangelische Universitätskirche geweiht. Der Kirchenraum diente seitdem sowohl als Gottesdienstraum als auch als Aula für akademische Festakte. Im Jahr 1717 erfolgte eine Orgelprüfung der von dem sächsischen Orgelbaumeister Johann Scheibe neu erbauten Orgel durch Johann Sebastian Bach.
Obwohl die Universitätskirche den Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt überstanden hatte, wurde sie 1968 auf Betreiben der Universität und nach Beschluss der SED-geführten Stadtverwaltung gesprengt. An ihrer Stelle steht heute das Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli, ein Neubau, der in seiner Architektur Elemente der ehemaligen Kirche aufgreift. Die Eröffnung findet im Dezember 2017 statt.

 

Adresse
Augustusplatz 10
04109 Leipzig

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, UT Connewitz

 

Das UT Connewitz ist das älteste noch erhaltene Lichtspieltheater Leipzigs und eines der ältesten Deutschlands. Die erste Filmvorführung fand am 1. Weihnachtstag des Jahres 1912 statt. Der Name UT bezieht sich eine der erfolgreichste Kinoketten Deutschlands »Union«, die unter dem Markenzeichen U.T. (Union-Theater ) auftrat. Die ersten Besitzer des Kinos waren selbst nie Mitglied dieser frühen Kinokette, hofften aber, mit ihrer Namenswahl von deren gutem Ruf zu profitieren ... Ab den 1970er Jahren war das Kino als »Filmtheater Connewitz« Teil der Filmtheaterbetriebe der Stadt Leipzig. Seitdem wurde es für verschiedene Zwecke genutzt, u. a. für Jugendweihefeiern und Konzerte sowie als Treffpunkt für die DDR-Punkszene. 1992 wurde das UT Connewitz geschlossen. Im Jahr 2001 gründete sich der Verein UT Connewitz e. V. mit dem Ziel, das historische Kinogebäude als Kulturstätte wieder zugänglich zu machen und die Bausubstanz zu erhalten. Seitdem findet ein regelmäßiger Kulturbetrieb mit Konzerten, Kinovorführungen, Lesungen, Theater und Extras statt.

In baulicher Hinsicht bemerkenswert ist die Gestaltung des Bühnenraums als einem Portikus nachempfundenes Relief mit Pilastern. Die Inneneinrichtung des Kinosaals ist bis auf die Bestuhlung, wenn auch stark beschädigt, noch weitgehend im Originalzustand von 1912.

 

Adresse
Wolfgang-Heinze-Straße 12a
04277 Leipzig
www.utconnewitz.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahn 9, 10, 11 (Haltestelle Connewitzer Kreuz)

Leipzig, Westbad

 

Der Gebäudekomplex am Markt des Leipziger Stadtteils Lindenau wurde nach Plänen des Stadtbaudirektors Hubert Ritter in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts errichtet und ist ein Zeugnis der Bauhausarchitektur. Bis 1989 diente der Bau als städtische Schwimmhalle. Nach etlichen Jahren des Leerstandes wurde ein Teil schließlich zu einem Gesundheitszentrum umgebaut. In der ehemaligen großen Schwimmhalle entstand ein Veranstaltungsort für Tagungen, Feiern und Konzerte.

 

Adresse
Odermannstraße 15
04177 Leipzig

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 7, 8, 15 (Haltestelle Lindenauer Markt)

Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum

 

Ein überregionaler Publikumsmagnet für Ausstellungen und Veranstaltungen ist das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, das zur Stiftung Haus der Geschichte in Bonn gehört. Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte von Teilung und Einheit, Diktatur und Widerstand in der DDR. Auf rund 2.000 m² Fläche sind insgesamt 3.200 Objekte und zahlreiche audiovisuelle Medien in Szene gesetzt. Wechselausstellungen und vielfältige Veranstaltungen machen das Haus zu einem lebendigen Forum der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

Im Informationszentrum des Zeitgeschichtlichen Forums können sich Besucher der Ausstellungen vertiefend informieren. Es bietet in einer Präsenzbibliothek und -mediathek eine breitgefächerte Auswahl an Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und audiovisuellen Medien.Der Eintritt ins Zeitgeschichtliche Forum ist frei.

 

Adresse
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig
www.hdg.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), Buslinie 89 (Haltestelle Reichsstraße)

Leipzig, Zoo

Foto: Zoo Leipzig

 

Der Zoo Leipzig, einer der traditionsreichsten in Deutschland, wurde 1878 von einem Gastwirt gegründet. Ernst Pinkert stellte damals exotische Tiere als Belebung seiner Gastwirtschaft zur Schau – mit großem Erfolg. Schon bald aber trat das eigentliche Geschäft in den Hintergrund und nach nur 20 Jahren wurde der bis dahin als Privatunternehmen geleitete Zoo in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

130 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich dieses Unternehmen als »Zoo der Zukunft« heute moderner denn je. Seit 1999 wird er komplett umgebaut, nach und nach entstehen dabei Erlebniswelten, in denen seltene Tierarten wie Baikalrobben, Moschustiere oder Okapis in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten sind. Als Abschluss der Umbaumaßnahmen wurde 2011 die riesige Tropenhalle »Gondwana-Land« eröffnet, für die 2007 der Grundstein gelegt wurde.

 

Adresse:
Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig
www.zoo-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Merseburg, Dom St. Laurentius und Johannes der Täufer

 

Auf einem Hügel am westlichen Hochufer der Saale befinden sich das Merseburger Schloss und der unmittelbar angrenzende Dom St. Laurentius und Johannes der Täufer.

Im Jahre 968 hatte Otto I. (der Große) das Bistum Merseburg gegründet. 981 wurde es aufgelöst, 1004 aber durch Heinrich II. neu begründet und umfangreich durch Schenkungen ausgestattet. Der 1014 zum Kaiser gekrönte König und seine Frau Kunigunde genossen in Merseburg besondere Verehrung, bis in die Reformationszeit hinein wurde das – später heiliggesprochene – Herrscherpaar mit Altären, Stiftungen und Messen verehrt.

Die Grundsteinlegung des Domes fand 1015 statt, geweiht wurde er im Beisein Heinrichs II. im Jahre 1021. Nach zwei Einsturzunglücken und dem Wiederaufbau erfolgte 1042 eine zweite Weihe. Vom romanischen Baukörper sind heute nur noch Teile erhalten, darunter die Krypta, die als eine der ältesten Hallenkrypten Mitteldeutschlands gilt. Der Chor und das Querhaus sind stark von Umbauten der Jahre 1230–40 bestimmt.

Eine Blütezeit erlebte Merseburg unter Bischof Thilo von Trotha (1466–1514), der fast ein halbes Jahrhundert lang regierte. Er veranlasste ab 1510 den Umbau der Dombasilika zu einer Hallenkirche im Stil der Renaissance. Die unter seiner Herrschaft entstandenen prachtvollen Neu- und Umbauten von Schloss, Dom und Kapitelhaus prägen bis heute die Silhouette der Stadt.

Ein erster Beleg für eine Orgel im Merseburger Dom findet sich gegen Ende des 13. Jahrhunderts. Über das Instrument, seine Anlage und den Standort ist jedoch nichts näheres bekannt.

Heute beherbergt der Merseburger Dom hinter einem prächtigen Barockprospekt von 1697 eine der größten romantischen Orgeln in Deutschland. Geschaffen wurde sie in zwei Etappen 1855 und 1866 von dem »jungen, damals allerdings noch wenig bewährten Meister« Friedrich Ladegast (1818–1905). Er war berufen worden, das Vorgängerinstrument instand zu setzen, schuf de facto jedoch eine komplett neue Orgel. Franz Liszts »Präludium und Fuge über den Namen BACH« wurde hier 1856 uraufgeführt.

Massive Eingriffe in den 1960er Jahren veränderten das Klangbild erheblich, bei einer umfassenden Restaurierung in den Jahren 2001–2004 durch die Orgelbaufirmen Eule, Scheffler und Wegscheider konnte die Originalintonation von 1866 jedoch wiederhergestellt werden.

Heute ist die Orgel in zahlreichen Konzerten zu hören, u. a. alljährlich im September bei den Merseburger Orgeltagen.

 

Adresse
Domplatz 7
06217 Merseburg
www.merseburger-dom.de

Naunhof, Stadtkirche

 

Das Erbauungsjahr der Stadtkirche zu Naunhof bei Leipzig konnte bisher weder durch einen urkundlichen Nachweis noch durch archäologische Befunde genau festgestellt werden. Der Fund eines bearbeiteten Steines macht aber eine Entstehung bereits im ersten Jahrtausend wahrscheinlich. Aus diesem ersten Kirchenbau ist z. B. das Unterteil des Turmes erhalten geblieben.

Das heutige Kirchenschiff samt Altarraum ist vermutlich (nach dem Abbruch älterer Bauteile) um 1500 erbaut worden. Am 31. Dezember 1716 brannte die Naunhofer Kirche nieder und büßte dabei alle hölzernen Ausstattungsgegenstände sowie das Gewölbe des Kirchenschiffes ein. Bis 1719 konnte das Kirchendach mit neuer Kassettendecke wieder aufgebaut werden. 1724 erfolgte die Einrichtung des Kirchenraumes im barocken Stil durch den Einbau der Emporen und die Fertigstellung des Kanzelaltars; die malerische Gestaltung jener Zeit wurde seit 1995 restauriert. Um 1810 entstand der hölzerne Taufstein, der 1996 restauriert worden ist. In den Jahren 1896 bis 1901 wurden die Bleiglasfenster im Altarraum geschaffen und eingebaut, die 1994 restauriert worden sind.

1882 erbaute die Firma Ladegast die heutige Orgel. Bereits 1950 wurde diese mit grundlegender Dispositionsveränderung nach barockem Klangbild durch die Firma Jehmlich wieder umgebaut. Bis 2011 erfolgte die Restaurierung und Rückführung auf den Stand von 1882.

 

Adresse
Wurzener Str. 1
04683 Naunhof
 

Naunhof, Turmuhrenmuseum

 

Die Stadt Naunhof liegt ca. 20 km südöstlich von Leipzig. Im näheren Umkreis befinden sich Badeseen, sowie zwei größere Wasserwerke, die einige Regionen Leipzigs mit Trinkwasser versorgen. Um 1150 wurde das Gebiet erstmals von »Deutschen« besiedelt und in den Folgejahren entstand ein markgräflicher Hof an der Straße von Grimma nach Leipzig. 1223 wurde die Burg durch den Landgrafen von Thüringen zerstört. Ende des 19. Jahrhunderts wurden im Zuge der Industrialisierung zwei Wasserwerke und die Merino-Spinnerei Wagner & Söhne gebaut. Der Wohlstand der Stadt stieg, was auch am Bau von Gründerzeitvillen in den folgenden Jahren zu erkennen ist.

Die Geschichte der Zeitmessung reicht mit ihren Versuchen zum Bau einer Sonnenuhr bis 3000 v. Chr. zurück. Seit ca.1300 wurden Turmuhren mit Räderwerk entwickelt, die in den folgenden Jahrhunderten dem technischen Fortschritt angepasst wurden. Ziel und Aufgabe des ersten Sächsischen Turmuhrenmuseums in Naunhof ist die Bewahrung denkmalwürdiger sächsischer Handwerkskunst. Nach der Vereinsgründung 1993 konnte das Museum zwei Jahre später in der ehemaligen Mädchenschule, einem historischen Fachwerkhaus, eröffnet werden. Gezeigt werden funktionstüchtige Uhrwerke von Turm- und elektrischen Großuhren sowie Zeitmessgeräte aus vier Jahrhunderten. Neben ständig wechselnden Sonderausstellungen finden zahlreiche Veranstaltungen statt.

 

Adresse
Ungibauerstraße 1
04683 Naunhof
www.turmuhrenmuseum-naunhof.de

Kreuzkirche Störmthal

 

Die Blütezeit des kleinen, südöstlich von Leipzig gelegenen Ortes Störmthal (erstmals urkundlich erwähnt im Jahre 1306) begann 1675 unter der Herrschaft Statz Friedrich von Fullens (1638–1703). Der Adlige, der als kurfürstlich sächsischer Kriegsrat eine einflussreiche Position am Dresdener Hof bekleidete, begann in Störmthal mit dem Bau eines Schlosses und sorgte auch dafür, dass der Ort 1690 eine eigenständige Kirchengemeinde wurde.

Über die Störmthaler Kirche dieser Zeit, die auf den Resten einer romanischen Anlage erbaut wurde, ist nur bekannt, dass sie mehrere Reparaturen und Anbauten erfahren hat. Einem Rechnungsbuch von 1722 ist zu entnehmen, dass die Kirche nebst Kanzel, Altar und Orgel als zu klein, zu alt und den Ansprüchen nicht genügend angesehen wurde. Der alte Bau wurde daher hinter dem Altar abgerissen und vergrößert. Es ist davon auszugehen, dass der Chorraum, die Patronatsloge und der größere Teil der Nordwand neu errichtet wurden, die Südwand vom Turm bis zu den Stufen des Altarraumes gehört noch zur spätgotischen Vorgängerkirche. Die barocke Inneneinrichtung mit Kanzelaltar, Taufe, Empore und Gestühl ist einheitlich gestaltet und in ihrer Farbgebung aufeinander abgestimmt.

Auch die vom Silbermann-Schüler Zacharias Hildebrandt (1688–1757) gebaute Orgel passt sich ein. Sie wurde 1723 durch Johann Sebastian Bach geprüft und »vor tüchtig und beständig erkannt und gerühmet«. Eingeweiht wurde sie – ebenfalls durch Bach – mit der Kantate »Höchsterwünschtes Freudenfest« (BWV 194), die in zwei Teilen vor und nach der Predigt erklang. Bei der jüngsten Restaurierung durch die Orgelbaufirma Eule (Bautzen), die im Sommer 2008 nach halbjähriger Arbeit abgeschlossen werden konnte, wurde das Instrument in den Originalzustand zurückgesetzt.

 

Adresse
Dorfstraße 44
04463 Großpösna, Ortsteil Störmthal
www.kirchenquartett.de

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