No 145 Goldberg-Variationen

Sat 22.06.2019  »  22:30 Uhr
Bundesverwaltungsgericht
Bach und Dresden

– J. S. Bach: Präludium, Fuge und Allegro Es-Dur, BWV 998 – J. S. Bach: Goldberg-Variationen, BWV 988

Pierre Hantaï (Cembalo)

simple div

Kartenpreis: € 52,00
ermäßigt: € 47,00

simple div

Der Blick nach Dresden war für Johann Sebastian Bach zeitlebens von großem Interesse, galt die dortige Hofmusik doch Anfang des 18. Jahrhunderts als das Maß aller Dinge in Mitteldeutschland. In der Tat, die Sächsische Hofkapelle mit ihren vielen herausragenden Solisten war ein Orchester, das es mit den besten Europas aufnehmen konnte. Schon während seiner Weimarer Zeit knüpfte Bach daher musikalische Kontakte Richtung Elbflorenz, namentlich zum dortigen Konzertmeister Johann Georg Pisendel. Auf dessen Vermittlung reiste er 1717 erstmals selbst nach Dresden, um sich mit dem französischen Virtuosen Louis Marchand auf dem Cembalo zu duellieren. Der Wettstreit wurde zur Legende, obgleich bis heute unklar ist, wie er sich zutrug und ob Marchand letztlich tatsächlich gegen Bach in den Ring trat. Auch später, als Leipziger Thomaskantor, hielt Bach sich vielfach in Dresden auf. Er gab umjubelte Konzerte auf den Silbermann-Orgeln in der Frauen- und der Sophienkirche, besuchte Vorstellungen im kurfürstlichen Opernhaus und besuchte seine Dresdner Musikerkollegen. Wenn sich umgekehrt Mitglieder des sächsischen Herrscherhauses in Leipzig einfanden, war Bach mit festlichen Huldigungskantaten zur Stelle. 1733 schließlich, nach der Thronbesteigung des Kurfürsten Friedrich August II., brachte sich Bach in Dresden mit einer außergewöhnlichen Widmungskomposition ins Gespräch. Er übersandte dem neuen Regenten das Kyrie und Gloria der späteren »h-Moll-Messe«: Stücke, die ganz auf die Qualitäten der Dresdner Hofkapelle zugeschnitten waren. Als Dank erhielt er – freilich erst drei Jahre und einige Huldigungskantaten später – den Titel eines »Königlich Polnischen und Kurfürstlich Sächsischen Hofcompositeurs«.

2272745%2411156303