No 104 Passion 4

Thu 14.06.2018  »  20:00 Uhr
Thomaskirche

– J. S. Bach: Matthäus-Passion, BWV 244

Daniel Schreiber (Tenor – Evangelist), Guilhem Worms (Bass – Jesus), Estelle Béréau (Sopran), Aurore Bucher (Sopran), Salomé Haller (Mezzosopran), Paul-Antoine Bénos-Djian (Altus), Paco Garcia (Tenor – Arien), Matthieu Lécroart (Bass – Arien), Thomaneranwärter der Anna-Magdalena-Bach-Schule und der Grundschule forum thomanum, La Chapelle Rhénane, Leitung: Benoît Haller

Konzerteinführung: 19.00 h, Zeitgeschichtliches Forum, Dr. Andreas Glöckner · Pre-concert talk: 7.00 pm, Alte Börse, Prof. Dr. Andrew Talle (in English)

simple div

Kartenpreise: € 105,00 | 80,00 | 52,00 | 21,00
ermäßigt: € 89,00 | 67,00 | 42,00 | 16,00

simple div

Wenige Jahre vor Bachs Amtsantritt als Leipziger Thomaskantor hatte sein Vorgänger Johann Kuhnau die Tradition begründet, während des Vespergottesdienstes am Karfreitag eine umfangreiche, zweiteilige Passionsmusik aufzuführen. Dies geschah jährlich wechselnd in der Thomas- bzw. der Nikolaikirche. Bach nahm diese Praxis auf und trug zum Leipziger Passionsrepertoire mindestens drei eigene Kompositionen bei, von denen zwei – die »Johannes-Passion« und die »Matthäus-Passion« – jeweils in mehreren Fassungen überliefert sind. Von der »Markus-Passion« dagegen liegt nur das Libretto vor, das immerhin die Rekonstruktion einiger musikalischer Teile zulässt. Mit seinen aufwändigen, mehrstündigen Passionsvertonungen verlieh Bach der Karfreitags-Vesper einen gewichtigen Akzent und sorgte dafür, dass sich dieser Gottesdienst während seiner Amtszeit zum wichtigsten Leipziger Musikereignis des Jahres entwickelte. Aber auch in anderen barocken Musikmetropolen besaß die Musikdarbietung in der Karwoche höchste Priorität. So sorgte Reinhard Keiser 1704 in Hamburg mit einer Aufführung des Passionsoratoriums »Der blutige und sterbende Jesus« nach einem Libretto von Christian Friedrich Hunold für großes Aufsehen, während drei Jahrzehnte später Jan Dismas Zelenka während der Kartage am katholischen Dresdner Hof Oratorien in italienischer Sprache aufführte. Im Bachfest 2018 erklingt Keisers Passionsoratorium in der einzig überlieferten Fassung von 1729.

1891354%2410041241