Die Spielstätten des Bachfestes 2019

 

Das Bachfest ist 2019 zu Gast an 42 Orten in und um Leipzig.

Burgk, Schloss

 

Das malerisch an der Bleilochtalsperre an der Saale gelegene Schloss Burgk wurde 1356 erstmals urkundlich erwähnt, sein heutiges Aussehen erhielt es vermutlich um 1600. Einst als Wehranlage und dann als Wohnsitz des Adelsgeschlechtes der Reußen genutzt, diente es seit Ende des 17. Jahrhunderts nur noch als Jagd- und Sommerschloss. Die Regentschaft Heinrichs III. brachte Schloss Burgk im 18. Jahrhundert nochmals eine zwar nicht sehr umfangreiche, aber künstlerisch respektable Blüte. Dieser Zeit entstammt beispielsweise die Parkanlage mit dem Sophienhaus oder auch der Einbau der Silbermann-Orgel in der Schlosskapelle. Die Kapelle stand ursprünglich als selbstständiges Gebäude neben dem Palas und wurde erst im 17. Jahrhundert baulich in das Schloss einbezogen. Seine frühbarocken Einbauten erhielt der spätgotische Raum um 1624/25. In den Jahren 1742/43 baute Gottfried Silbermann eine kleine Orgel auf die Empore (– die rückwärtige Wand zum Kleinen Saal musste dafür eigens eingerissen und anschließend wieder aufgebaut werden). Seit 1939 wird das Instrument von der Orgelbauwerkstatt Eule betreut. In der Kapelle finden Gottesdienste, kirchliche Trauungen sowie Orgelkonzerte mit namhaften Künstlern statt.

 

Adresse
Ortsstraße 17
07907 Burgk / Saale
www.schloss-burgk.de

Freiberg, Dom St. Marien

 

Um 1180 entstand in dem noch jungen, durch Silberfunde sich schnell entwickelnden Ort Freiberg die viertürmige romanische Pfeilerbasilika »Unserer Lieben Frauen«. Seit 1537 ist der Freiberger Dom ist ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus. Papst Sixtus IV. hatte den romanischen Vorgängerbau 1480 zum Dom erhoben, der Name »St. Marien« ist geblieben.

Der Dom ist weltberühmt für seine Goldene Pforte, die beiden Silbermann-Orgeln, die Bergmanns- und die Tulpenkanzel, die Kurfürstlich-Sächsische Grabkapelle und vieles mehr. Außerdem ist er eine der traditionsreichsten Stätten kirchenmusikalischen Lebens in Sachsen und Deutschland.

Die Musikinstrumente aus der Begräbniskapelle des Freiberger Doms

Den Übergang zwischen Wandgestaltung und Decke in 12 Metern Höhe bildet eine Vielzahl an musizierenden Engeln auf dem obersten Sims der Epitapharchitektur. Untersuchungen im Zuge von Sanierungen haben ergeben, dass die 30 »verbauten« Instrumente vor 400 Jahren größtenteils spielbar oder zumindest zum Musizieren vorgesehen waren. Ihr originaler, bis heute nahezu unveränderter Zustand macht sie zu einem einzigartigen Ensemble des 16. Jahrhunderts. Die Fundstücke wurden vom Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig untersucht und zum Teil nachgebaut. Im Zuge des Forschungsprojektes wurde das Ensemble »Chordae Freybergensis« ins Leben gerufen, das die nachgebauten Instrumente in Konzerten und auf CD wieder zum Klingen bringt.

Silbermann-Orgeln

Die große Orgel ist eines der größten Werke von Gottfried Silbermann (1683–1753). Er schuf das Instrument mit seinen drei Manualen, 44 Registern und 2574 Pfeifen in den Jahren 1711–14. Ihr gegenüber befindet sich eine zweite, kleine Silbermannorgel, die sich jedoch nicht hinter ihrer großen Schwester zu verstecken braucht.

 

Adresse
Untermarkt 1
09599 Freiberg
www.freiberger-dom.de

Köthen, Schloss

 

Das Schloss Köthen ist ein Gebäudeensemble im Herzen der Stadt Köthen (Anhalt), das von 1244 bis 1847 als anhaltische Fürstenresidenz diente. Ab 1603 war es Sitz der Linie Anhalt-Köthen der Askanier.

Die Gebäude werden heute zu musikalischen, historischen und modernen sowie kulturellen Zwecken genutzt. Hier befinden sich die Museen der Stadt, das Stadtarchiv und die Musikschule sowie ein modernes Veranstaltungszentrum für Kultur und Tagungen. In der Schlosskapelle steht die Orgel des Dessauer Orgelbauers Johann Christoph Zuberbier, gebaut 1754/55.

In der ersten Etage des Ludwigsbaus befindet sich die Bachgedenkstätte, die an sein Wirken als Hofkapellmeister des Fürsten Leopold von 1717 bis 1723 erinnert. Hier entstanden etwa die sechs Brandenburgischen Konzerte und Teile des »Wohltemperierten Claviers«, außerdem mehrere Violinkonzerte und die Französischen und Englischen Suiten.

Im Ludwigsbau befindet sich auch der 1822 von Christian Gottfried Bandhauer umgebaute ehemalige Thronsaal (Spiegelsaal), der heute regelmäßig als Konzertsaal dient.

 

Adresse
Schlossplatz 4
06366 Köthen
www.bachstadt-koethen.de
www.koethen-anhalt.de

 

Leipzig, Alte Börse

© Bach-Archiv Leipzig/Brigitte Braun

 

Die Alte Börse am Naschmarkt ist Leipzigs ältester Barockbau. 1678 von Leipziger Kaufleuten errichtet, diente sie 200 Jahre lang als repräsentativer Versammlungsort. Hier wurden Geschäfte abgeschlossen, Auktionen abgehalten und Wechsel gehandelt. Auffallend ist die symmetrische Bauweise. Mittelpunkt der prunkvoll verzierten Fassade ist das Leipziger Stadtwappen.

Die Alte Börse wurde im 2. Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen und durch Bombeneinwirkung ihrer wertvollen Stuckdecken beraubt, jedoch in alter Form wiederaufgebaut. Heute wird das stilvolle Gebäude für Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Vorträge, Kongresse sowie private und öffentliche Feste genutzt.

 

Adresse
Naschmarkt
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Bach-Museum mit Sommersaal

© Bach-Archiv Leipzig/Martin Klindtworth

 

Im Bosehaus am Leipziger Thomaskirchhof wohnte einst die mit den Bachs befreundete Kaufmannsfamilie Bose. Heute befindet sich hier das Bach-Museum Leipzig. In zwölf thematisch gegliederten Ausstellungsräumen berichtet das Museum über Leben und Wirken Johann Sebastian Bachs. Es lässt seine Musik erklingen, präsentiert originale Bachhandschriften und gibt Einblicke in die Arbeit der Bachforschung. Interaktion spielt dabei eine bedeutende Rolle. Fast überall können die Besucher selbst aktiv werden.

Zu den interessantesten Ausstellungsstücken zählen ein Orgelspieltisch, an dem Bach 1743 selbst gespielt hat, ein Kontrabass, der in seinem Orchester erklungen ist, und eine eiserne Geldkassette: das einzige Möbelstück, das sich aus seinem Haushalt erhalten hat. Den Höhepunkt bildet die Schatzkammer, in der originale Bach-Handschriften ausgestellt sind.

Wechselnde Kabinettausstellungen, Konzerte und ein breites museumspädagogisches Programm ergänzen das thematische Spektrum. Ein kleiner Lustgarten, der barocke Innenhof und ein Museumsshop laden zum Verweilen und Stöbern ein.

 

Adresse
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig
www.bachmuseumleipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Buslinie 89, Straßenbahnlinie 9 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Bundesverwaltungsgericht

 

Seit 2002 befindet sich im ehemaligen Reichsgerichtsgebäude am Simsonplatz – benannt nach dem ersten Präsidenten des Reichsgerichts – das Bundesverwaltungsgericht. Der Bau wurde zwischen 1888 und 1895 errichtet und knüpft an die italienische Spätrenaissance sowie an den französischen Barock an. Er ähnelt dem Reichstagsgebäude in Berlin, das etwa zur gleichen Zeit gebaut wurde. Das Innere ist sowohl funktional als auch gestalterisch auf die ursprünglich angestrebte Nutzung als Reichsgericht ausgelegt. Die Skulpturen, Plastiken und aufwändigen Wandmalereien beschäftigen sich mit den Themen Untersuchung, Urteil, Vollstreckung und Gnade. Besonders prachtvoll gestaltet ist der Große Sitzungssaal, an dessen Wänden Sinnbilder und Wappen aller damaligen Bundesstaaten prangen. Das Gebäude diente von 1895 bis 1945 seiner eigentlichen Bestimmung zur Beherbergung des Reichsgerichts.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt, nach der Sanierung zog 1952 das Museum der bildenden Künste ein. Von 1998 bis 2001 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Um dem Platzbedarf des Bundesverwaltungsgerichtes Rechnung zu tragen, wurde auf das Dach ein weiteres Obergeschoss aufgesetzt, das jedoch so weit hinter die Dachbalustrade zurückgesetzt ist, dass das äußere Erscheinungsbild nicht gestört wird.

 

Adresse
Simsonplatz 1
04107 Leipzig
www.bverwg.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 9 (Haltestelle Neues Rathaus), 10 und 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Evangelisch Reformierte Kirche

 

Die Evangelisch Reformierte Kirche wurde 1896–99 nach Plänen des Leipziger Baumeisters Georg Weidenbach und seines Mitarbeiters Richard Tschammer erbaut. Sie ist der erste Leipziger Sakralbau des Historismus, der auf Formen der Renaissance zurückgreift. Am 4. Dezember 1943 wurde die Kirche durch Brandbomben schwer getroffen. Schon 1946 begann man mit dem Wiederaufbau, die Gestaltung des Innenraums wurde dabei vereinfacht, entspricht aber dem Grundtyp der Weidenbachschen Raumgestaltung. Mit übereinander angeordnetem Abendmahlstisch, Kanzel und Orgel, auf die das Gestühl ausgerichtet ist, folgt der Innenraum einer Forderung des sogenannten Wiesbadener Programms von 1891 für die Ausgestaltung evangelischer Kirchenräume. 1968 erhielt die Kirche eine Jehmlich-Orgel. Die letzte Renovierung des Innenraums und des Äußeren erfolgte 1992–96, so dass die Kirche in ihrer dominanten Lage am nördlichen Ring wieder ihre alte Wirkung zeigt.

 

Adresse
Tröndlinring 7
04105 Leipzig
www.reformiert-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring)

Leipzig, forum thomanum

 

Aufbauend auf die Tradition der THOMANA, »glauben, singen, lernen«, entsteht um die Thomasschule und das Alumnat des Thomanerchores der Bildungscampus forum thomanum. Zu diesen zwei bereits bestehenden Stätten gehören mittlerweile die Kindertagesstätte, die Grundschule mit Hort, derzeit in einem Interim in Gohlis, und die Lutherkirche. Eine musicaccademia und eine Mittelschule sind bereits in Planung. Der Bildungscampus wird einmal über 1.200 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung mit einem musikalischen und sprachlichen Profil, eingebettet in das christliche Wertesystem, anbieten und so viele Menschen jeden Alters an der reichen Tradition der THOMANA teilhaben lassen.
2017, zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, soll der Aufbau des Bildungscampus forum thomanum abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Lutherkirche grundlegend renoviert, damit sie multifunktional genutzt werden kann – als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum. Sie bildet damit das Zentrum des internationalen Bildungscampus.

 

Adressen
Hillerstraße 7, 8
Sebastian-Bach-Straße 3
Ferdinand-Lassalle-Straße 25
04109 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 2, 14 (Haltestelle Marschnerstraße)

Leipzig, Gewandhaus

 

Seinen Namen hat das Gewandhausorchester von seiner ersten Spielstätte, dem ab 1781 genutzten Saal über dem Tuchboden des Gewandhauses am alten Neumarkt. Mehr als 100 Jahre später, am 11. Dezember 1884, wurde das von den Architekten Martin Gropius und Heinrich Schmieden erbaute Neue Gewandhaus im Musikviertel gegenüber der Universitätsbibliothek eingeweiht und gelangte wegen seiner hervorragenden Akustik und gelungenen Architektur zu Ruhm und Ansehen. Am 20. Februar 1944 wurde es bei Luftangriffen schwer getroffen und nicht wieder aufgebaut, die ausgebrannte, aber gesicherte Ruine schließlich 1968 abgerissen. Als Heimstatt für das Gewandhausorchester diente 35 Jahre lang die Kongresshalle am Zoo, bis am 8. Oktober 1981 das (zweite) Neue Gewandhaus am Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz) nach vierjähriger Bauzeit eröffnet werden konnte. Neben dem Großen Saal mit fast 2.000 Plätzen besitzt dieses Haus noch einen kleineren Saal für etwa 500 Zuhörer, der nach einem Umbau 1997 den Namen Mendelssohn-Saal erhielt.

 

Adresse
Augustusplatz 8
04109 Leipzig
www.gewandhaus.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Musikinstrumente und dem Museum für Völkerkunde auch das Museum für Angewandte Kunst. Ende 2007 eröffnete es nach umfassender Sanierung den ersten Teil seiner neuen Ständigen Ausstellung, die insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen wird. Der erste, sich über dreißig Ausstellungsräume erstreckende Rundgang »Antike bis Historismus« ist den älteren Sammlungsbeständen gewidmet und lädt ein zu einer Reise durch 2.500 Jahre Kunstgeschichte. Der zweite Ausstellungsrundgang »Asiatische Kunst. Impulse für Europa« wurde Ende Januar 2010 eröffnet, der dritte Rundgang »Jugendstil bis Gegenwart« kann seit März 2012 besichtigt werden.
Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE ins Museum.

 

Adresse
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, GRASSI Museum für Musikinstrumente

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Völkerkunde und dem Museum für Angewandte Kunst auch eine der größten Musikinstrumentensammlungen der Welt.
Die Geschichte dieser Sammlung geht zurück auf das Wirken des in Leipzig lebenden Holländers Paul de Wit (1852–1925). Er eröffnete 1886 am Thomaskirchhof 16, dem heutigen Sitz des Bach-Archivs, ein Museum, in dem er historische Musikinstrumente ausstellte und gelegentlich auch zum Klingen brachte. 1905 wurde diese Kollektion an den Kölner Papierfabrikanten Wilhelm Heyer verkauft. Nach dessen Tod gelangte sie mit Hilfe einer gewaltigen Spende des Musikverlegers Henri Hinrichsen in den Besitz der Leipziger Universität und zog in den Nordflügel des damals neu erbauten Grassimuseums, wo sie am 30. Mai 1929 feierlich eröffnet wurde.
Der Zweite Weltkrieg verursachte katastrophale Schäden an der Sammlung, zahlreiche Exponate sowie das Archiv und die Bibliothek fielen nach einem Bombenangriff im Dezember 1943 den Flammen zum Opfer. Die ausgelagerten Bestände kamen nur teilweise wohlbehalten zurück, Diebstahl und unsachgemäße Lagerung brachten weitere große Verluste. Anfang der 1950er Jahre konnte das Museum wieder aufgebaut und schrittweise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Durch gezielte Ankäufe und einzelne Schenkungen wurde der Bestand des Museums inzwischen wesentlich bereichert, die Sammlung ist heute eine der größten in Deutschland.
Im Jahr 2006 wurde das Museum nach einer grundlegenden Renovierung im neuen Glanz wiedereröffnet. Mit dem Zimeliensaal steht seitdem ein bestens geeigneter Raum für Kammerkonzerte und Vorträge zur Verfügung.

 

Adresse
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, Haus Leipzig

 

Das Haus Leipzig ist seit 1946 ein Veranstaltungsort für Konzerte, Bälle sowie Theater- und Kabarettaufführungen. 1930 ursprünglich als Großkegelbahn eröffnet, wurde es im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe stark beschädigt. 1946 übernahm die sowjetische Intourist GmbH das Haus und baute es zu einem Hotel namens Haus Antifa aus. Die ehemalige Keglerhalle wurde dabei zu einem Tanzsaal umgestaltet, der Platz für 600 Personen bot. 1953 ging das Hotel in Staatseigentum über und wurde in Haus Leipzig umbenannt. Von 1961 bis 1989 beherbergte das Gebäude den Zentralen Klub der Jugend und Sportler »Artur Becker«. Nach unterschiedlichen Nutzungen nach der politischen Wende wurde das neu gestaltete Haus Leipzig 2014 für Veranstaltungen mit bis zu 1.400 Personen wiedereröffnet.

 

Adresse
Elsterstraße 22-24
04109 Leipzig
www.hausleipzig.com


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 2, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Kath. Propsteikirche St. Trinitatis

© Bonifatiuswerk

Der Rochlitzer Porphyr leuchtet schon von Weitem: Die Neue Propsteikirche wählt für ihre moderne Fassade bewusst einen besonders traditionellen Baustoff, der in Sachsen und Leipzig seit Jahrhunderten weit verbreitet ist. Der Turm – wie ein italienischer Campanile abgerückt vom Kirchenraum – bildet mit dem Turm des Neuen Rathauses ein »Tor« in die Innenstadt von Leipzig.
Mit dem Neubau der dritten Leipziger Propsteikirche kehrt die Leipziger Propsteigemeinde nach 71 Jahren wieder in die Innenstadt zurück. Der Siegerentwurf der Schulz & Schulz Architekten GmbH überzeugte mit seinen zahlreichen Reminiszenzen an die Stadt Leipzig. So greift der Unterschnitt im Erdgeschoss das Motiv des Leipziger Passagensystems auf und leitet von der Innenstadt ohne Begrenzungen in den Pfarrhof.
Nicht vordergründig sichtbar, aber wirkungsstark ist das Nachhaltigkeitskonzept, bei dem die Kirche Erdwärme zum Heizen im Winter nutzt, die die Erde im Sommer wieder per Kühlung zurückbekommt. Zudem finden Fotovoltaikanlagen auf dem Dach der Kirche und am Kirchturm ihren Platz, um aus der Sonnenenergie Strom zu erzeugen. Der Kirchturm beherbergt einen Regenwasserspeicher, dessen gesammeltes Wasser für den Betrieb der Kirche und für den Wasserfall genutzt wird.
Die architektonischen Ambitionen werden in der Kunst weitergeführt, die Kunst bildet eine Einheit mit dem Baukörper. Das wird im Kircheninneren an drei herausragenden Stellen erlebbar, an den liturgischen Orten, an den Kirchenfenstern und an der Vleugels-Orgel.

 

Adresse
Nonnenmühlgasse 2
04107 Leipzig
www.propstei-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Kongresshalle

© Leipziger Messe

 

Seit seiner Eröffnung 1900 hat das prachtvolle Gründerzeit-Gebäude eine wechselhafte Geschichte durchlebt. Die originalgetreu restaurierte Fassade zeugt von der Entstehungszeit des repräsentativen »Gesellschaftshauses am Zoo«, das im kulturellen Leben der Stadt Leipzig von Beginn an eine bedeutende Rolle spielte. Damals baute man im großen Stil, wovon der eindrucksvolle, in seiner ursprünglichen Kubatur erhaltene Große Saal mit seiner hohen Gewölbedecke noch heute zeugt.
Seit seinem Bestehen wurden am Haus immer wieder teils tiefgreifende Um- und Ausbauten vorgenommen. Lange dominierten Jugendstil und Art déco das Erscheinungsbild: Die Decke im Foyer galt als eines der bedeutendsten Beispiele für Art déco in Leipzig. 1946 wurde das im Krieg wenig beschädigte Gebäude zur »Kongreßhalle Leipzig« umgebaut. Auch der Große Saal durchlief viele der jeweiligen Nutzung entsprechende Veränderungen. Bis in die späten 1980er Jahre war das Haus das kulturelle Herz der Stadt, so spielte bis zur Eröffnung des einzigen Konzerthaus-Neubaus in der DDR 1981 das Gewandhausorchester im Großen Saal.
Danach verfiel die Substanz aufgrund fehlender Mittel zusehends. 2009 beschloss die Stadt Leipzig, das Gebäude als modernes Kongresszentrum neu zu beleben. 2016 wurden umfassenden Baumaßnahmen abgeschlossen. Seitdem wird die Kongresshalle als Veranstaltungsstätte für Tagungen, Kongresse und Events genutzt.

 

Adresse
Pfaffendorfer Straße 31
04105 Leipzig
www.kongresshalle.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Leipzig, Kupfersaal

Der Kupfersaal befindet sich im alten Messehaus »Dresdner Hof« und wurde 1912/1913 vom Architekten Alfred Stentzler gebaut. Der Saal ist zentral zwischen Marktplatz und dem Campus der Universität Leipzig in der namensgebenden Kupfergasse gelegen.
Nach seiner Eröffnung diente der Saal unter dem Namen »Naumann-Bräu« als Gastwirtschaft und Konzertort. Später wurde er vor allem als Mensa und vom FDJ-Jugendclub »Kalinin« genutzt. Zeitweise fand das Kabarett »Academixer« dort eine Interimsspielstätte, den sogenannten »Lampenladen«.
Nach einigen Umbaumaßnahmen wurde der Kupfersaal am 9. September 2017 wiedereröffnet und dient heute den beiden Vereinen Livelyrix und der Philharmonie Leipzig als Spielstätte. Die abwechslungsreiche programmatische Gestaltung reicht dabei von klassischer Musik, Live-Literatur-Formaten, und Lesebühnen bis zu Comedy und Poetry Slams. Der Kupfersaal bietet Platz für 560 Gäste.

 

Adresse
Kupfergasse 2
04109 Leipzig
www.kupfersaal.de
 

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16 (Augustusplatz) sowie Linien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Wilhelm-Leuschner-Platz), alle S-Bahnlinien des MDV (Leipzig Markt oder Wilhelm-Leuschner-Platz)
 

Leipzig, LukullusT

© LukullusT

 

Seit 2005 verfolgt die Kochschule LukullusT nur eine Vision – seine Gäste an den Herd zu bekommen. Dafür ist fast jedes Mittel recht: unter anderem frische und hochwertige Zutaten, regionale Produkte und internationale Leckerbissen, Leidenschaft und viel Liebe zum Detail. Das alles erleben Gäste in den offenen Kochkursen, Familienfeiern oder Events. Ob im Salon oder in der Galerie, die kulinarische Reise beginnt hier – in einem der genussvollsten Häuser Leipzigs. Hier in der Harkortstraße 3 sind Genuss und ein kommunikatives Miteinander inklusive.

 

Adresse
Harkortstraße 3
04107 Leipzig
www.lukullust.de


nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 8, 9 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Lutherkirche

 

Die Lutherkirche mit ihrem 58 Meter hohen Turm wurde in den Jahren 1883 bis 1886 auf der Anlage des Johannaparkes im Stil der Neogotik erbaut. Der Entwurf stammte vom damals gerade erst 28-jährigen Architekten Julius Zeißig. Die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche unbeschadet. Die Orgel des Orgelbauers Richard Kreutzbach aus Borna wurde ebenfalls 1886 fertiggestellt, jedoch schon 1888 bei einem Brand beschädigt. Nach einer Restaurierung in Saalfeld wurde sie im August 2000 erneut geweiht. 2002 wurde die Luthergemeinde mit der Thomas-Matthäi-Gemeinde zusammengelegt, seitdem wird die Lutherkirche nur noch sporadisch für Gottesdienste genutzt. Sie ist integriert in das Konzept des forum thomanum, in dem ihr eine zentrale Bedeutung als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum zukommt.

 

Adresse
Ferdinand-Lassalle-Str. 25
04105 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Markt

© Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

 

Im Herzen der Stadt Leipzig befindet sich der Markt. Im Mittelpunkt der etwa 10.000m² großen Fläche ist in das Mosaikpflaster das Leipziger Stadtwappen eingelassen. Östlich des Marktes befinden sich die Arkaden des Alten Rathauses (1556), des ältesten erhaltenen Bauwerkes am Platz. An der Nordseite sind einige historische Gebäude nach der Kriegszerstörung wieder aufgebaut worden, darunter die sogenannte Alte Waage. An der Südseite wird der Marktplatz vom Königshaus sowie Neu- und Umbauten der letzten Jahre, die an historische Gebäudesilhouetten erinnern sollen, gesäumt.
Schon früh bildete der Marktplatz das Zentrum des öffentlichen Lebens. Hier spielte sich ein Großteil des Warenumschlags der Leipziger Messe ab. Vor 1500 fanden auf dem Markt als kulturelle Höhepunkte Ritterspiele statt. Gleichzeitig war hier auch der Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen und erster politischer Demonstrationen.
Heute ist der Markt Veranstaltungsort von Stadtfesten, Markttagen, Festivals und natürlich des Leipziger Weihnachtsmarktes, der als einer der traditionsreichsten Deutschlands gilt.

 

Adresse:
Markt
04109 Leipzig


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Mendelssohn-Haus

 

Das Gebäude in der Leipziger Goldschmidtstraße 12, das als letzte und einzige private Adresse des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy erhalten geblieben ist, zeichnet sich durch seinen hohen kulturhistorischen Wert aus. Dieser spätklassizistische Bau aus dem Jahre 1844 bewahrt als wichtiger Zeuge seiner Zeit originale Substanz sowie Informationen über seinen prominentesten Bewohner, der mit seiner Familie seit 1845 in der Beletage wohnte und hier am 4. November 1847 starb. Heute beherbergt das Haus ein Museum zu Ehren Mendelssohns, der nicht nur als Komponist, Kapellmeister und virtuoser Musiker, sondern auch als Kulturpolitiker und Maler wirkte. Die Wohnung der Mendelssohns wird als authentischer Ort erlebbar, von dem beachtliche Impulse für das europäische Musik- und Geistesschaffen ausgingen.

 

Adresse
Goldschmidtstraße 12
04103 Leipzig
www.mendelssohn-stiftung.de
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Michaeliskirche

 

Die Michaeliskirche bildet mit der Peterskirche über das Alte Rathaus die Hauptachse der Innenstadt in Nord-Süd-Richtung. Deshalb ist die Kirche mit ihrem Marmoraltar nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Norden ausgerichtet. Sie ist in einer geglückten Synthese von Jugendstilelementen mit denen der deutschen Renaissance in den Jahren 1901–04 erbaut worden, die monumentale Fassade mit dem 72 Meter hohen Turm kündet vom Wohlstand und Selbstbewusstsein des Leipziger Bürgertums um die Jahrhundertwende. Den Innenraum prägen sehenswerte Holzschnitzereien an Emporen, Bänken und Kanzel, farbige Chorfenster sowie die dreimanualige unveränderte Sauer-Orgel mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt.

 

Adresse
Nordplatz 14
04155 Leipzig
www.michaelis-friedens.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Nordplatz)

Leipzig, Musikschule »Johann Sebastian Bach«

 

Die Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach« ist nach Hamburg die zweitgrößte Musikschule Deutschlands. Mit einem breiten Unterrichtsangebot in den Bereichen Tanz und Musik – auf nahezu allen Instrumenten und in allen musikalischen Stilrichtungen – fördert sie individuelle musikalische, tänzerische und künstlerisch-kreative Fähigkeiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.Der Vorläufer der heutigen Musikschule war die 1951 gegründete Volksmusikschule, die 1960 in eine Volkskunsthochschule mit Tanz- und Kunsterweiterung umbenannt wurde. 1985 erhielt sie den Namen »Johann Sebastian Bach« und verfügt seitdem über ein international erfolgreiches Jugendsinfonieorchester. Später wurden eine Big Band und ein Blechbläserensemble gegründet. Die Musikschule ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Leipzig und steht in Partnerschaft mit Bildungseinrichtungen und kulturellen Institutionen wie dem Gewandhaus zu Leipzig.

 

Adresse
Petersstraße 43
04109 Leipzig
www.musikschule-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Neues Rathaus

Das Neue Rathaus – seit 1905 Sitz der Leipziger Stadtverwaltung – gehört zu den bedeutendsten deutschen Rathausbauten. 1899 bis 1905 wurde es nach Plänen von Hugo Licht im Stil des Historismus auf Teilen des Geländes der mittelalterlichen Pleißenburg errichtet. Der monumentale Bau aus weißem Kalkstein zeichnet sich durch seine künstlerische Innengestaltung und seinen reichen Fassadenschmuck aus. Besonders hervorzuheben sind das reich ausgeschmückte Haupttreppenhaus und der historische Ratsplenarsaal, beide noch fast ursprünglich erhalten. Die Untere und Obere Wandelhalle, in denen heute oft Ausstellungen gezeigt werden, entfalten eine enorme Raumwirkung. Der 114,7 Meter hohe Rathausturm fußt noch auf dem Fundament des alten Pleißenburgturms. Von dort erhält man einen beeindruckenden Blick über die Stadt.

 

Adresse
Martin-Luther-Ring 4–6
04109 Leipzig
www.leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 2, 8, 9, Buslinie 89 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Nikolaikirche

© LTM/Andreas Schmidt

 

Die Nikolaikirche – eine der ältesten Kirchen der Stadt Leipzig – ist seit ihrem Bestehen eng mit der Geschichte der Stadt und den Geschicken ihrer Bürger verbunden. Vielleicht drückt sich gerade diese Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt- und Pfarrkirche in den ständigen Veränderungen ihrer äußeren und inneren Ausgestaltung aus. Ob die ursprüngliche romanische Basilika mit ihrer wuchtigen Doppelturmanlage oder die gotische Hallenkirche, der dann noch ein dritter Turm hinzugefügt wurde oder schließlich die klassizistische Umgestaltung des Innenraums: Immer spiegelt die Nikolaikirche das Selbstbewusstsein der Städter wider.
Die Kirchenmusik von St. Nikolai war von Alters her eng verbunden mit der Nachbarkirche St. Thomas. Obwohl die Nikolaikirche als die Hauptpfarrkirche Leipzigs galt, beschäftigte sie doch keinen eigenen Kantor. Der Kantor an der Thomasschule hatte die Verantwortung für die Kirchenmusik an beiden Hauptkirchen – St. Nikolai und St. Thomas – sowie an der Neuen Kirche St. Matthäi und der Peterskirche – so auch Johann Sebastian Bach in seiner Leipziger Zeit von 1723 bis 1750. 2015 feierte die Nikolaikirche ihr 850-jähriges Bestehen.

 

Den Sitzplan der Nikolaikirche finden Sie hier.

 

In der Nikolaikirche gibt es viele Säulen und Pfeiler.

 

 

Adresse
Nikolaikirchhof
04109 Leipzig
www.nikolaikirche.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
5 bis 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Leipzig, Oper

 

Die Leipziger Operntradition ist eine der ältesten in Europa: Im Jahre 1693 wurde das erste Leipziger Opernhaus gegründet, das damit nach Venedig und Hamburg das dritte öffentliche Opernhaus überhaupt war. An dieser Oper wirkte um 1700 G. P. Telemann, allerdings wurde das Haus recht bald wegen Baufälligkeit geschlossen. Nach mehreren Jahrzehnten, in denen nur Operngastspiele stattfanden, bekam Leipzig im Jahre 1766 ein für Opernaufführungen geeignetes Gebäude, nach einem Umbau 1817 war es das erste feste Theater der Stadt. Hier war E. T. A. Hoffmann zeitweilig Kapellmeister; die Erstaufführung von Webers »Oberon« sowie die Uraufführung von Marschners »Der Vampir« und von Lortzings Meisterwerken »Hans Sachs«, »Der Wildschütz« und »Zar und Zimmermann« fanden hier statt. Seit 1840 spielt das Gewandhausorchester zu allen Aufführungen im Opernhaus und ist bis heute Garant für höchstes musikalisches Niveau. 1868 eröffnete des Neue Theater am Augustusplatz. Schwerpunkt bildete die Pflege des Wagner-Repertoires. Bedeutende Dirigenten bis 1890 waren Artur Seidl, Arthur Nikisch und Gustav Mahler. Das Gebäude wurde 1943 im Krieg zerstört, aber 1960 eröffnete das Neue Leipziger Opernhaus am Augustusplatz als einziger Neubau einer Oper in der DDR.

 

Adresse
Augustusplatz 12
04109 Leipzig
www.oper-leipzig.de

 

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Paul-Gerhardt-Kirche

© Lumu

 

Wo heute die pulsierende Mitte von Connewitz liegt, steht seit fast fünfhundert Jahren eine steinerne Säule mit einer Christusdarstellung auf der der Stadt Leipzig zugewandten Seite. Dieses »Connewitzer Kreuz« war einst mehr als nur einen Steinwurf vom alten Dorf Connewitz entfernt und ist erst langsam in die Mitte des sich nach Norden ausbreitenden Stadtteils »gerückt«. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Paul-Gerhardt-Kirche. Ihre Architektur orientiert sich – nach dem Entwurf des Architekten Julius Zeißig – an den Formen der deutschen Renaissance. Der erste Spatenstich erfolgte am 4. April 1898, zwei Jahre später, am 1. April 1900, wurde sie geweiht.

Die Kirche erstreckt sich auf einem künstlich erhöhten Gelände in Ost-West-Richtung. Das Äußere der Saalkirche wird von dem reizvollen Kontrast bestimmt, den die in rötlichem Rochlitzer Porphyr ausgeführten architektonischen Glieder zu den verputzten und hell gestrichenen Wandflächen bilden. An der östlichen Schmalseite steht der 60 Meter hohe Turm mit dem in einem schmalen Vorbau befindlichen Hauptportal.

 

Adresse
Selneckerstraße 5
04277 Leipzig
www.connewitz-loessnig.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 9, 10, 11 (Haltestelle Connewitzer Kreuz)

Leipzig, Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli

© LTM

 

Die Paulinerkirche (eigentlich Universitätskirche St. Pauli, volkstümliche Bezeichnung „Unikirche“, „Paulinerkirche“ nach den regional auch „Pauliner“ genannten Dominikanern) war eine evangelische Kirche in der Leipziger Innenstadt am Augustusplatz. Das 1240 geweihte Bauwerk war als Klosterkirche St. Pauli Gotteshaus eines Dominikanerklosters. Typisch für die Architektur der Bettelorden im 13. Jahrhundert, war die Klosterkirche mit einschiffigem Chor und dreischiffigem Langhaus ausgeführt.
Seit der Gründung der Universität Leipzig im Jahr 1409 ist die Geschichte der Paulinerkirche eng mit jener der Universität verbunden. Nach Ausbreitung der Reformation kam es 1539 zur Auflösung des Dominikanerkonvents: Das Kloster wurde säkularisiert und 1543 der Universität Leipzig übereignet. 1545 wurde die Paulinerkirche von Martin Luther als evangelische Universitätskirche geweiht. Der Kirchenraum diente seitdem sowohl als Gottesdienstraum als auch als Aula für akademische Festakte. Im Jahr 1717 erfolgte eine Orgelprüfung der von dem sächsischen Orgelbaumeister Johann Scheibe neu erbauten Orgel durch Johann Sebastian Bach.
Obwohl die Universitätskirche den Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt überstanden hatte, wurde sie 1968 auf Betreiben der Universität und nach Beschluss der SED-geführten Stadtverwaltung gesprengt. An ihrer Stelle steht heute das Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli, ein ein Neubau nach dem Entwurf des Architekten Erik van Egeraat, der in seiner Architektur Elemente der ehemaligen Kirche aufgreift.
 

Adresse
Augustusplatz 10
04109 Leipzig
www.campus-augustusplatz.de/paulinum


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Peterskirche

 

Die Leipziger Peterskirche, erbaut 1882–1885, stellt ein herausragendes neugotisches Bauwerk in Sachsen und eines der bedeutendsten Zeugnisse des Historismus im deutschsprachigen Raum dar. Sie ist – vom umbauten Raum her – Leipzigs größte Kirche und mit dem zugleich höchsten Kirchturm (88 Meter) die städtebauliche Dominante der Leipziger Südvorstadt. Die Peterskirche folgt mit der Bauform der Hallenkirche der deutschen Tradition, greift aber gleichzeitig den Stil der französischen Kathedralgotik auf. Aufgrund ihrer äußeren und inneren Gestaltung, ihrer baulichen Durchbildung und ihrer städtebaulichen Einordnung stellt sie ein Gesamtkunstwerk von überragender Bedeutung dar.

 

Adresse
Schletterstraße 5
04107 Leipzig
www.peterskirche-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 10, 11 (Haltestelle Hohe Straße LVB)

Leipzig, PROMENADEN Hauptbahnhof

 

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzte sich die Deutsche Bahn AG das Ziel, den Leipziger Hauptbahnhof, den größten Kopfbahnhof Europas, in seiner markanten äußeren Form zu erhalten und so umzugestalten, dass er als Anziehungspunkt das Interesse der Öffentlichkeit auch weit über die Grenzen Leipzigs hinaus wieder auf sich lenkt. Das Gebäude wurde durch eine privaten Investorengemeinschaft, bestehend aus Fondsanlegern der Deutsche Bank AG und der ECE-Gruppe, denkmalschutzgerecht saniert und mit modernen Elementen ergänzt bzw. erweitert. Das imposante 300 Meter breite Empfangsgebäude erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Das Unter- und das Erdgeschoss des Empfangsgebäudes sowie der über 250 Meter lange Querbahnsteig wurden zum Einkaufs- und Dienstleistungsbereich auf drei Ebenen ausgebaut, mit direktem Anschluss an die Leipziger Fußgängerzone Nikolaistraße. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden 1,6 Millionen m³ umbauter Raum für rund 250 Millionen € neu gestaltet.

Die PROMENADEN sind als beispielgebendes Pilotprojekt für die Revitalisierung eines denkmalgeschützten Großbahnhofes mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden.
Mit der Neugestaltung der im November 1997 eröffneten PROMENADEN wurde die Einkaufswelt der Leipziger Innenstadt um 30.000 m² mit ca. 140 Geschäften erweitert. 80.000–150.000 Menschen aus allen Teilen der Republik nutzen täglich die PROMENADEN.

 

Adresse
Willy-Brandt-Platz
04109 Leipzig
www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Leipzig, Salles de Pologne

 

Das Hôtel de Pologne befindet sich im Herzen der Leipziger Innenstadt. Noch im 19. Jahrhundert standen hier drei Gebäude, darunter die beiden Gasthöfe »Zum Goldenen Adler« und »Zum Birnbaum«, wo 1519 auch Martin Luther zu Gast war. C. A. Pusch kaufte die Gebäude ab 1819 einzeln auf. In Erinnerung an den Besuch des polnischen Königs Stanisław I. Leszcyński nannte Pusch seinen Besitz »Hôtel de Pologne«. Nachdem 1846 die Gebäude durch einen Brand zerstört wurden, begann ein Jahr später der Neubau des zu dieser Zeit größten Leipziger Hotels mit 130 Gästezimmern auf fünf Etagen, Lichthof und imposanter Marmor-Freitreppe. 1892/93 erhielt die Fassade durch den bekannten Leipziger Architekten Arwed Roßbach ein imposantes Antlitz im Stil der florentinischen Renaissance. Das Hotel lud schon damals nicht nur zum Übernachten, sondern auch zu Festen und beliebten Ballnächten im großen, prunkvollen, neobarocken Ballsaal ein (250 m²), der 1893 nach den Plänen Ludwig Heims fertig gestellt worden war und Platz für 1.500 Gäste bot. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Räumlichkeiten als Lazarett genutzt und 1917 wurde das Hotelgeschäft gänzlich aufgegeben. Nur im Ballsaal herrschte durch Veranstaltungen und Gastronomie das öffentliche Leben. In den folgenden Jahren der Weimarer Republik diente das Gebäude als Messehaus und ab den frühen 1950er Jahren bis nach der Wende als Bürogebäude des Leipziger Messeamtes, das den Ballsaal zu einer blau gefliesten Großküche umfunktioniert hatte. 2008 begannen die Leipziger Projektentwickler Stadtbau A.G. eine aufwändige denkmalgetreue Restaurierung und Renovierung, um das historische Bild von 1893 innen und außen zu rekonstruieren. Seit 2010 stehen nun der Große Ballsaal, der Grüne Saal, die Loge sowie zwei Foyers und Nebenräume für Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Adresse:
Hainstraße 16/18
04109 Leipzig
www.hotel-de-pologne.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Schaubühne Lindenfels

© Schaubühne Lindenfels

 

1874 bis 1876 wurden in der Karl-Heine-Straße eine Gastwirtschaft und »Gesellschaftshalle« errichtet. Das von außen schmucklose Gebäude barg im Inneren einen prunkvollen Ballsaal mit einer von verzierten Säulen getragenen umlaufenden Galerie und einer Orchester-Muschel. Um 1900 wurde die Gesellschaftshalle erweitert und mit einer gründerzeitlichen, vom Jugendstil inspirierten Schauseite mit Terrasse und Freitreppe geschmückt. Ab 1913 gab es hier regelmäßig Filme zu sehen. Das Kino in der Karl-Heine-Straße wurde 1949 zu einem volkseigenen Betrieb und hieß »Lichtspieltheater Lindenfels«. 1956 saniert, war es bis zu einer Heizkesselhavarie im Winter 1987 in Betrieb. Danach wurde die Heizungsanlage stillgelegt und das Kino geschlossen.
Seit 1994 ist die Schaubühne Lindenfels ein Leipziger Produktions- und Aufführungsort mit interdisziplinärem Gesamtkonzept. Programmatische Schwerpunkte sind Theater, Tanz, Performance und Filmkunst, ergänzt durch Musik, Literatur, neue Medien und bildende Kunst. Neben Theater-Eigenproduktionen, Koproduktionen mit lokalen KünstlerInnen und Gastspielen internationaler Kompanien konzipiert und realisiert die Schaubühne Projekte im öffentlichen Raum und wirkt als zentraler Ort und Anlaufpunkt für die Entwicklung des Leipziger Westens als kulturell geprägtes Quartier.

 

Adresse
Karl-Heine-Str. 50
04229 Leipzig
www.schaubuehne.com


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahn 14 (Haltestelle Merseburger Str.)

Leipzig, Schumann-Haus

 

Das Schumann-Haus Leipzig befindet sich in jenem eindrucksvollen klassizistischen Gebäude, in dem Robert und Clara Schumann nach ihrer Eheschließung im September 1840 eine Wohnung bezogen. Das Museum ist in der bevorzugten Beletage des Hauses eingerichtet, wo das berühmte Künstlerpaar die ersten vier Ehejahre verbrachte. Die übrigen Räume werden von der Freien Grundschule »Clara Schumann« genutzt.
In der Inselstraße komponierte Robert Schumann die »Frühlingssinfonie«, die ihn zum weltbekannten Komponisten werden ließ. Hier schrieb er außerdem zahlreiche Artikel für die »Neue Zeitschrift für Musik«, die er 1834 gegründet hatte. Clara Schumann, die schon als Clara Wieck eine berühmte Pianistin war, erschloss sich im Zusammenleben mit ihrem Mann neue Themen und vervollkommnete ihr Künstlertum. In der Leipziger Inselstraße wurden auch die ersten beiden Töchter des Ehepaares, Marie und Elise, geboren.
Der originalgetreu restaurierte Schumann-Saal dient heute als Konzertsaal. In ihm empfing das Ehepaar Schumann zahlreiche berühmte Komponisten und Intellektuelle wie Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Hector Berlioz oder den Märchendichter Hans Christian Andersen, um nur einige Vertreter der Gästeschar zu nennen.

 

Adresse:
Inselstraße 18
04103 Leipzig
www.schumann-verein.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz) sowie Linien 1, 8, 13 (Haltestelle Hofmeisterstraße)

Leipzig, Stadtbad

 

 

Als das Stadtbad 1916 nach dreijähriger Bauzeit eröffnet wurde, bot es aufregende Attraktionen und lud zum Ausruhen und Wohlfühlen ein. Dem Badevergnügen frönten Männer und Frauen damals in getrennten Schwimmhallen. Das größte Becken war den Herren vorbehalten: Es maß 32 x 12 Meter, verfügte über ein Drei-Meter-Sprungbrett und konnte sogar mit einer Wellenanlage (der ersten in Europa in einem Hallenbad) aufwarten, die bis zu ein Meter hohe Wellen erzeugte. Es gab medizinisch-therapeutische Angebote wie Wannen- und Schwitzbäder, und zwei getrennte Saunabereiche. Herzstück der Badeanstalt war die Damensauna im maurischen Stil, die heute unter Denkmalschutz steht.
Trotz umfangreicher Rekonstruktionsarbeiten in den 80er Jahren, die u. a. die orientalische Damensauna im neuen Glanz erstrahlen ließen, wurde die Bausubstanz in den letzten Jahren zunehmend maroder. 2004 musste der Badebetrieb wegen des schlechten baulichen Zustands eingestellt werden.
Gegen den weiteren Verfall haben die Kommunalen Wasserwerke Leipzig 2006 eine Förderstiftung ins Leben gerufen, die sich für die Sanierung und Wiederbelebung des Bades einsetzt. Derzeit wird vor allem die ehemalige Männerschwimmhalle für Veranstaltungen genutzt.

 

Adresse
Eutritzscher Str. 21
04105 Leipzig
www.herz-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 10, 11, 16 (Haltestelle Wilhelm-Liebknecht-Platz)

Leipzig, Stadtbibliothek

© Mahmoud Dabdoub

 

Bereits im 15./16. Jahrhundert wurde durch Schenkungen größerer Bücherbestände an den Leipziger Stadtrat eine Bibliothek aufgebaut, die auch von Leipziger Bürgern genutzt werden konnte. 1677 vermachte schließlich der Advokat Huldreich Groß sein gesamtes Vermögen und rund 4.000 Bücher dem Leipziger Stadtrat mit der Auflage, eine Bibliothek »zum Nutzen der studierenden Stadtjugend« einzurichten. 1683 eröffnet diese »Bibliotheca senatus lipsiensis« (Leipziger Senats-Bibliothek) in der Universitätsstraße, ab 1711 ist ein Bibliothekar fest angestellt und es gibt regelmäßige Öffnungszeiten.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein erfolgen zahlreiche Umzüge. Große Verluste erlitt die Bibliothek beim Bombenangriff 1943, fast 200.000 Bücher verbrannten. Nach Wiederaufbau und späterer Umwandlung der Stadtbibliothek zur Volksbibliothek ist sie bis 1984 im provisorischen Quartier in Barthels Hof untergebracht. Erst 1991 kann sie nach langer Standortsuche im Alten Grassimuseum am Wilhelm-Leuschner-Platz wiedereröffnet werden. Dieser Bau wurde 1894–97 vom Leipziger Stadtbaurat Hugo Licht errichtet und diente bis 1927 als Museum, anschließend als Messehaus und bis 1990 als Sitz des »Chemieanlagenbau- und Montagekombinats Leipzig«.
Um den Aufgaben als moderne Bibliothek gerecht zu werden, wird der Hauptsitz in den Jahren 2009–2012 grundlegend saniert. Heute ist die Stadtbibliothek mit rund 1.800 Besuchern pro Öffnungstag ein wichtiger Treffpunkt für alle Generationen.

 

Adresse
Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11
04107 Leipzig
www.stadtbibliothek.leipzig.de
 

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Thomaskirche

© Bach-Archiv Leipzig

 

Am Ende des 15. Jahrhunderts brachten Silberfunde im Erzgebirge Leipzig großen wirtschaftlichen Wohlstand. Dieser hatte zur Folge, dass die Leipziger Kirchen innerhalb von 40 Jahren erneuert und erweitert wurden. Daher brach man 1482 das romanische Schiff der früheren Thomaskirche ab, deren Grundmauern wahrscheinlich bis in das Jahr 1160 reichten und errichtete den bis heute erhaltenen Neubau einer spätgotischen Hallenkirche. Diese wurde 1496 geweiht. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt erst im Jahr 1702 erhielt, hat sich an der Architektur der Thomaskirche seither nichts geändert.
Den schwersten Eingriff in die Innenausstattung brachte eine Renovierung in den Jahren 1884–89, bei der die gesamte Ausstattung der Barockzeit, in der Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche wirkte, entfernt wurde. Seither zeigt sich das Innere der Kirche im neugotischen Stil. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten eröffnete sich die Möglichkeit, nach über 100 Jahren die Thomaskirche einer umfassenden Restaurierung und Instandsetzung zu unterziehen. Diese konnte zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach am 28. Juli 2000 weitgehend abgeschlossen werden. Auch der Bau der neuen Bach-Orgel war mit diesen Arbeiten verbunden.

Den Sitzplan der Thomaskirche finden Sie hier.

 

Adresse:
Thomaskirchhof
04109 Leipzig
www.thomaskirche.org


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 9, Buslinie 89 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum

 

Ein überregionaler Publikumsmagnet für Ausstellungen und Veranstaltungen ist das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, das zur Stiftung Haus der Geschichte in Bonn gehört. Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte von Teilung und Einheit, Diktatur und Widerstand in der DDR. Auf rund 2.000 m² Fläche sind insgesamt 3.200 Objekte und zahlreiche audiovisuelle Medien in Szene gesetzt. Wechselausstellungen und vielfältige Veranstaltungen machen das Haus zu einem lebendigen Forum der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

Im Informationszentrum des Zeitgeschichtlichen Forums können sich Besucher der Ausstellungen vertiefend informieren. Es bietet in einer Präsenzbibliothek und -mediathek eine breitgefächerte Auswahl an Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und audiovisuellen Medien.Der Eintritt ins Zeitgeschichtliche Forum ist frei.

 

Adresse
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig
www.hdg.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), Buslinie 89 (Haltestelle Reichsstraße)

Leipzig, Zoo

© Zoo Leipzig

 

Der Zoo Leipzig, einer der traditionsreichsten in Deutschland, wurde 1878 von einem Gastwirt gegründet. Ernst Pinkert stellte damals exotische Tiere als Belebung seiner Gastwirtschaft zur Schau – mit großem Erfolg. Schon bald aber trat das eigentliche Geschäft in den Hintergrund und nach nur 20 Jahren wurde der bis dahin als Privatunternehmen geleitete Zoo in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

140 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich dieses Unternehmen als »Zoo der Zukunft« heute moderner denn je. Seit 1999 wird er komplett umgebaut, nach und nach entstehen dabei Erlebniswelten, in denen seltene Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten sind. 2011 wurde die riesige Tropenhalle »Gondwana-Land« eröffnet, 2016 die »Kiwara-Kopje« und 2017 die Hochgebirgsanlage »Himalaya« und 2018 die Erlebniswelt »Südamerika«.

 

Adresse
Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig
www.zoo-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Naumburg, Dom St. Peter und Paul

 

Die Stadt Naumburg an der Saale, um das Jahr 1000 von Ekkehard I., Markgraf von Meißen, als neuer Stammsitz für seine Familie erwählt und günstig an der Kreuzung mehrerer Handelsstraßen gelegen, wurde bereits im Jahr 1028 Bischofssitz. Der erste Dom, Vorgängerbau des heutigen Gotteshauses, wurde 1042 geweiht. Genau 200 Jahre später wurde ein spätromanischer Neubau des Langhauses fertig gestellt, der auch heute noch zu bewundern ist. Ost- und Westchor wurden im 13. und 14. Jahrhundert im gotischen Stil erneuert, weitere Umbauten und Instandsetzungen erfolgten bis ins 19. Jahrhundert. Insbesondere die Türme des Domes geben Zeugnis von den verschiedenen Stilepochen. Dank seiner romanisch-gotischen Architektur und vor allem wegen seiner frühgotischen Monumentalskulptur und Bauornamentik gehört der Naumburger Dom zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des Mittelalters. Die in der Mitte des 13. Jahrhunderts vom sogenannten Naumburger Meister, einem namentlich unbekannten Künstler, geschaffenen lebensgroßen Stifterstandbilder im Westchor sowie die Darstellung der Passionsgeschichte am Westlettner beeindrucken durch ihre wirklichkeitsnahe Gestaltung. Bau- und kulturgeschichtlich bedeutsam sind die spätromanische Krypta, der Ostlettner und die mittelalterlichen Glasfenster. Die Orgel des Naumburger Domes ist ein Werk der Firma Eule aus dem Jahr 1983.

 

Adresse
Domplatz 16/17
06618 Naumburg
www.naumburger-dom.de

Naumburg, Stadtpfarrkirche St. Wenzel

 

Das Wahrzeichen der Stadt Naumburg ist die Stadtpfarrkirche St. Wenzel, die sich majestätisch an der Südseite des Marktplatzes erhebt. 1228 erstmals urkundlich erwähnt, war die Kirche bereits 50 Jahre später in das Domkapitel inkorporiert. Im Jahr 1411 wurde sie bei einem der zahlreichen Stadtbrände erstmals in Mitleidenschaft gezogen und musste neu erbaut werden. Weitere Brände und Wiedererrichtungen folgten. Zwischen 1677 und 1680 wurde die Errichtung der dreigeschossigen Altarwand mit den schräggestellten Seitenteilen durch den Zeitzer Hofbildhauer Heinrich Schau realisiert. Das Altarbild schuf ab 1683 der Dresdner Maler Johann Oswald Harms. Die komplette barocke Umgestaltung der Kirche folgte 1724, bei der auch die Spiegeldecke eingezogen wurde. In dem vom Bildhauer Johann Göricke in den Jahren 1695 bis 1697 errichteten Barockgehäuse baute der Gottfried Silbermann-Schüler Zacharias Hildebrandt zwischen 1743 und 1746 eine neue Orgel ein. Am 27. September 1746 erfolgte die Abnahme der Orgel durch den Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach und den Orgelbauer Gottfried Silbermann. Das Instrument wurde mehrfach restauriert und erweitert, doch bei der letzten Instandsetzungen 1993 wieder in den Urzustand von 1746 zurückversetzt. Hervorzuheben ist weiterhin die wertvolle Innenausstattung mit zwei Gemälden aus der Werkstatt von Lucas Cranach d. Ä. (»Lasset die Kindlein zu mit kommen« und »Die Anbetung der hl. Drei Könige«) und dem Grabstein von August von Leubelfing, Page des Schwedenkönigs Gustav Adolf.

 

Adresse
Topfmarkt
06618 Naumburg
www.kirche-naumburg.de

Pomßen, Wehrkirche

 

Der spätromanische, aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirchenbau der Wehrkirche Pomßen beeindruckt schon äußerlich durch seine klassische Staffelung von mächtigem Westwerk, Schiff, eingezogenem Chor und halbkreisförmiger Apsis. Dazu kommt ein Treppenturm als Aufgang zur Patronatsloge des Adelsgeschlechts von Ponickau, das hier über zweieinhalb Jahrhunderte herrschte und eine der größten Grundherrschaften Westsachsens begründete. Die Loge mit ihren zwei Etagen, die großen Epitaphien, die Wappen und die herrschaftliche Gruft erinnern unmittelbar an sie, auch im Mittelfeld des dreistöckigen Renaissancealtars findet sich die Familie wieder. Der Kirchenraum wird durch eine barockzeitliche Kassettendecke mit 73 ausgemalten Feldern geschmückt. Weitere wertvolle Einzelstücke wie der romanische Taufstein und das spätgotische Kruzifix vervollständigen die reiche Ausstattung des Kircheninneren. Die ursprünglich vorhandene Orgel wurde beim Einsturz des Turmes im Jahre 1661 zerstört. Ein neues Instrument schuf im Jahr 1671 der Döbelner Orgelbauer Gottfried Richter. Die Orgel ist bis heute erhalten und gilt damit als die älteste spielbare Orgel in Sachsen.

 

Adresse
Hauptstraße 31
04668 Parthenstein
Ortsteil Pomßen
www.orgelpomssen.de

Weißenfels, Schlosskapelle

© Architektur Blicklicht

 

Zitzschen, Kirche

© Dundak

 

Zitzschen ist ein Ortsteil der Stadt Zwenkau im Landkreis Leipzig. 1792 wurde der Grundstein für Kirche gelegt. Die Pläne stammten vom Dresdner Architekten Christian Friedrich Schuricht. Die Orgel wurde durch die Werkstatt der Gebrüder Trampeli aus Adorf im Vogtland erbaut. Die etwa 30 Meter lange und 12 Meter breite Kirche mit zwei Emporen wurde am 1. November 1796 eingeweiht.
1832 musste der Turm witterungsbedingt restauriert werden, und die barocke Haube erhielt die für Zitzschen typische geschlossene Schieferdeckung. Anlässlich der 100-Jahr-Feier wurde die Kirche 1894 umfangreich renoviert, erhielt neues eichenes Gestühl und eine Kirchenheizung und wurde vom Maler Zander-Holle prächtig ausgemalt, unter anderem mit dem triumphierenden Christus als Deckengemälde.
Dieser Zustand wurde bei den Renovierungen von 2007 und 2011 wiederhergestellt, nachdem die Orgel bereits von 1990 bis 1994 restauriert worden war. Sie ist eine der größten und weitgehend original erhaltenen Werke der Gebrüder Trampeli.

 

Adresse
Kirchstraße
04442 Zwenkau
Ortsteil Zitzschen

Zschortau, Kirche St. Nicolai

 

Die Kirche St. Nikolai wurde im 12. oder 13. Jahrhundert erbaut, der spätromanische Stil ist heute insbesondere am Turm noch zu erkennen. Um das Jahr 1500 erfuhr die Kirche einen Umbau, das Schiff wurde erhöht und verlängert sowie mit gotischen großen Fenstern versehen. Es entstand ein ungewöhnlich langer Chorraum. Vom Dachboden des Kirchenschiffes aus kann man noch heute die Umrisse des alten Giebels an der Ostmauer des Turms erkennen. St. Nikolai beherbergt einen sehenswerten vierflügeligen Altarschrein, der zu den prächtigsten Zeugnissen spätgotischer Kunst des Gebietes um Leipzig und Delitzsch gehört. Um 1517 wurde er von einem unbekannten Meister geschaffen. Von besonderer Bedeutung ist zudem die auf 1742 datierte Orgel, sie ist das letzte erhaltene Instrument des vermutlich aus Zschortau stammenden Orgelbauers Johannes Scheibe. Romantisierende Umbauten aus dem 19. Jahrhundert wurden in den 1990er Jahren wieder beseitigt, so dass die Orgel heute in ihrem barocken Ursprungszustand zu erleben ist. 1746 fertigte Johann Sebastian Bach ein Gutachten an, aus dem hervorgeht, dass »alles tüchtig, fleißig und wohlerbauet« sei. Das Original dieser Urkunde befindet sich heute im Britischen Museum in London.

 

Adresse
Lindenstraße
04519 Rackwitz
OT Zschortau

 

 

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