Die Spielstätten des Bachfestes 2020

 

Das Bachfest wird 2020 zu Gast an 46 Orten in und um Leipzig sein.

Arnstadt, Bachkirche

© Andreas Praefcke

 

Die nach dem großen Stadtbrand von 1581 zerstörte St. Bonifatius Kirche wurde 1676 bis 1683 als Neue Kirche wiedererrichtet. Der Orgelbaumeister Johann Friedrich Wender erstellte 1703 eine Orgel für die Neue Kirche, die der 18-Jährige Johann Sebastian Bach abgenommen und geprüft hat. Von 1703 bis 1707 war Bach hier als Organist tätig. 1935 wurde die Kirche zum 250. Geburtstag des Musikers in »Johann-Sebastian-Bach-Kirche« umbenannt. Das schlichte Innere hat zweigeschossige Emporen und ein hölzernes Tonnengewölbe. Auf der Orgelempore an der Westseite befinden sich die schon von J. S. Bach gespielte barocke Wender-Orgel von 1703 (1998/99 nach alten Plänen von der Orgelbaufirma Hoffmann, Ostheim/Rhön originalgetreu rekonstruiert) und darunter auf einer Empore die romantische Steinmeyer-Orgel von 1913 (1998/99 restauriert). Die Johann-Sebastian-Bach-Kirche verfügt nun erstmalig über zwei Orgeln.

 

Adresse
An der Neuen Kirche
99319 Arnstadt
www.thueringen.info/bachkirche-arnstadt
www.kirche-arnstadt.de

Freiberg, Dom St. Marien

 

Um 1180 entstand in dem noch jungen, durch Silberfunde sich schnell entwickelnden Ort Freiberg die viertürmige romanische Pfeilerbasilika »Unserer Lieben Frauen«. Seit 1537 ist der Freiberger Dom ist ein evangelisch-lutherisches Gotteshaus. Papst Sixtus IV. hatte den romanischen Vorgängerbau 1480 zum Dom erhoben, der Name »St. Marien« ist geblieben.

Der Dom ist weltberühmt für seine Goldene Pforte, die beiden Silbermann-Orgeln, die Bergmanns- und die Tulpenkanzel, die Kurfürstlich-Sächsische Grabkapelle und vieles mehr. Außerdem ist er eine der traditionsreichsten Stätten kirchenmusikalischen Lebens in Sachsen und Deutschland.

Die Musikinstrumente aus der Begräbniskapelle des Freiberger Doms

Den Übergang zwischen Wandgestaltung und Decke in 12 Metern Höhe bildet eine Vielzahl an musizierenden Engeln auf dem obersten Sims der Epitapharchitektur. Untersuchungen im Zuge von Sanierungen haben ergeben, dass die 30 »verbauten« Instrumente vor 400 Jahren größtenteils spielbar oder zumindest zum Musizieren vorgesehen waren. Ihr originaler, bis heute nahezu unveränderter Zustand macht sie zu einem einzigartigen Ensemble des 16. Jahrhunderts. Die Fundstücke wurden vom Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig untersucht und zum Teil nachgebaut. Im Zuge des Forschungsprojektes wurde das Ensemble »Chordae Freybergensis« ins Leben gerufen, das die nachgebauten Instrumente in Konzerten und auf CD wieder zum Klingen bringt.

Silbermann-Orgeln

Die große Orgel ist eines der größten Werke von Gottfried Silbermann (1683–1753). Er schuf das Instrument mit seinen drei Manualen, 44 Registern und 2574 Pfeifen in den Jahren 1711–14. Ihr gegenüber befindet sich eine zweite, kleine Silbermannorgel, die sich jedoch nicht hinter ihrer großen Schwester zu verstecken braucht.

 

Adresse
Untermarkt 1
09599 Freiberg
www.freiberger-dom.de

Freiberg, Silbermann-Haus

© Unukorno

 

Das fast 500 Jahre alte Silbermann-Haus am Schloßplatz in Freiberg/Sachsen war einst Wohnort und Arbeitsplatz Gottfried Silbermanns. Als Sitz der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e. V. ist es heute Anlaufpunkt für Orgelfreunde und Kulturtouristen aus aller Welt. Hier ist das einzigartige Erbe des großen Meisters lebendig und wird mit einer modernen Ausstellung zur Orgelwelt Silbermanns und vielfältigen Projekten für alle Generationen erlebbar gemacht.

Das Haus wurde 1601 von Oberbergmeister Martin Weigelt errichtet. Alsbald war es Sitz eines Regimentes. 1711 stellte der Freiberger Rat dem jungen Orgelbauer Gottfried Silbermann im Gebäude Wohn- und Arbeitsräume zur Verfügung. Im Zusammenhang mit dem Neubau der Orgel im Dom St. Marien waren ihm freie Kost und Logis zugesichert worden. Ab 1716 mietete Silbermann das Haus und wirkte hier bis an sein Lebensende. Nach seinem Tod bestand die Werkstatt noch weitere 70 Jahre. Während Silbermann das erste Stockwerk nutzte, befand sich im Erdgeschoss bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Wache.

1830 erfolgten tiefgreifende Umbauten im Gebäude. Erhalten blieben nur die Wandmalereien und ein Schlussstein von 1601. Ab 1862 befand sich das Eichamt der Stadt im Haus, 1872–1883 die sogenannte »Domschule«. Um 1900 zog die Zigarrenfabrik Uhlemann in das Gebäude, musste aber in der Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre schließen.

Seitdem wurde das Haus vorwiegend als Wohnhaus genutzt. Kurz vor der Jahrtausendwende wurde das Gebäude erneut umfassend saniert und für die Nutzung durch eine Bank umgebaut, dabei wurde im Erdgeschoss auch der Haupteingang vermauert. Mit Abschluss der Arbeiten bezog 1999 die Gottfried-Silbermann-Gesellschaft e. V. Geschäftsräume im Haus. 2017 wurde auch auf Initiative der Silbermann-Gesellschaft im Auftrag der Stadt Freiberg das vermauerte Hauptportal des Hauses wieder geöffnet und das Erdgeschoss u. a. für die neue Tourist-Information umgebaut.

 

Adresse
Schlossplatz 6
09599 Freiberg
www.silbermann.org

Halle, Georg-Friedrich-Händel-Halle

 

Die Georg-Friedrich-Händel-Halle auf dem Salzgrafenplatz ist die erste nach 1989 neu erbaute Kongress- und Konzerthalle in den neuen Bundesländern. Nur fünf Gehminuten vom Händel-Haus entfernt, bietet die neue Händel-Halle mit einer Gesamtnutzfläche von 4.300 Quadratmetern in ihrem Großen Saal 1.550 Gästen Platz. Die Innenmaße erinnern an die Neue Frankfurter Oper, der Rang steigt sehr steil an und ermöglicht sogar den letzten Stuhlreihen eine erstaunliche Bühnennähe. Durch ein ausgeklügeltes akustisches System mit vielen Holzflächen ist auch in den Seitenbereichen ein befriedigendes Klangbild möglich.

Seit Oktober 2000 bereichert die von Johannes Klais aus Bonn erbaute große Konzertorgel den Spielplan der Georg-Friedrich- Händel-Halle. Die Disposition der Orgel umfasst 56 klingende Register, die gegliedert sind in Hauptwerk (15), Oberwerk (14), Schwellwerk (13), Pedal (14). Der Spieltisch ist mit drei Manualen und Pedal sowie sechs Koppeln ausgestattet.

 

Adresse
Salzgrafenplatz 1
06108 Halle (Saale)
www.haendel-halle.de

Halle, Händel-Haus

 

Das Händel-Haus in Halle ist sowohl ein Museum und eine Gedenkstätte Georg Friedrich Händels, als auch ein internationales Zentrum der Händel-Pflege.

Im Jahr 1558 wurde das Haus erstmalig in den Akten erwähnt. Über 100 Jahre später, im Jahre 1666, wechselt das Eckhaus »Am Schlamm« in den Besitz des herzöglichen Kammerdieners und Leibchirurgen Georg Händel. Am 23. Februar 1685 wurde dort Georg Friedrich Händel geboren. In diesem Haus verbrachte der Komponist bis zu seiner Abfahrt nach Hamburg 1703 seine Kindheit und Jugend.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fand nach einer Instandsetzung und Renovierung durch die Stadt Halle im Juni 1948 die Eröffnung des Museums statt. Seit dieser Zeit können sich die Besucher nicht nur ausgiebig über Georg Friedrich Händel, sondern auch allgemein über Leben und Werk anderer bedeutender Persönlichkeiten der regionalen Musikgeschichte informieren und einen großen Teil der Musikinstrumentensammlung betrachten.

Heute bewahrt das Händel-Haus über 700 Musikinstrumente, weitere Materialien zur Musikinstrumentenkunde, zur Händel-Forschung und zur regionalen Musikgeschichte. In sechzehn Ausstellungsräumen wird über Leben, Werk und Zeit Händels berichtet. Die neu konzipierte Dauerausstellung »Händel – der Europäer« mit einer umfassenden Handschriften- und Bildsammlung wurde zu Händels 250. Todestag am 14. April 2009 eröffnet. In der »Schatzkammer« des Museums können in wechselnden Sonderausstellungen wertvolle Exponate der Musikgeschichte angesehen werden. Ein großer Teil der Musikinstrumentensammlung, darunter wertvolle Clavichorde, Spinette und Cembali aus dem 18. Jahrhundert, werden in einem benachbarten Gebäude ausgestellt.

Die Mauer-Orgel aus dem Jahre 1770 ist das größte und eindrucksvollste Exponat der Stiftung Händel-Haus. Ursprünglich wurde sie von Johann-Gottlieb Mauer für die evangelische Kirche Tegwitz bei Altenburg gebaut. Auf Grund der Annahme, dass an diesem Ort ein Braunkohletagebau errichtet werden sollte, wurde die Orgel 1978 zerlegt und nach Leipzig veräußert. 1993 erwarb das Händel-Haus die Fragmente. Dort ist die Orgel nach einer Restaurierungs- und Wiederaufbauphase (2001–2003) durch die häusliche Restaurierungswerkstatt und auswärtige Fachkollegen wieder spielbar und in Konzerten zu hören, so auch alljährlich zu den Händel-Festspielen, aber auch über das Jahr hinweg bei den Händel-Haus Veranstaltungen »Authentischer Klang«.

 

Adresse
Große Nikolaistraße 5
06108 Halle (Saale)
www.haendelhaus.de

Halle, Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus

© Catatine

 

Seit 2012 ist das Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wieder für das Publikum geöffnet. Als eines der bedeutendsten Renaissancehäuser der Stadt Halle war das Haus in der Großen Klausstraße Wohnstätte des ältesten Sohnes von Johann Sebastian Bach.

Der nach Wilhelm Friedemann Bachs Zeit neu errichtete Gebäudeteil beherbergt die sehenswerte Ausstellung »Musikstadt Halle«, während im original erhaltenen Renaissanceflügel eine historische Bohlenstube aus dem Jahre 1554 und wertvolle Musikinstrumente aus der Mitte des 16. Jahrhunderts zu bewundern sind.

Wilhelm Friedemann (1710–1784), der älteste Sohn Johann Sebastian Bachs, war einer der bedeutendsten Orgelvirtuosen seiner Zeit. Auf dem zweifellos musikalisch talentierten erstgeborenen Sohn lasteten besonders hohe Erwartungen der Eltern, und der Schatten des anscheinend übermächtigen Vaters prägte seinen Lebensweg stark. In seinem Hauptwirkungsort Halle bekleidete er als Organist an der Marktkirche und Director musices das wichtigste musikalische Amt der Stadt. In Halle wohnte Wilhelm Friedemann von 1746 bis 1770. In dem heute so genannten Wilhelm-Friedemann-Bach-Haus lebte er seit spätestens 1763.

 

Adresse
Große Klausstraße 12 (Eingang Hallorenring)
06108 Halle (Saale)
www. haendelhaus.de/de/hfs/wilhelm-friedemann-bach-haus

Köthen, Schloss

 

Das Schloss Köthen ist ein Gebäudeensemble im Herzen der Stadt Köthen (Anhalt), das von 1244 bis 1847 als anhaltische Fürstenresidenz diente. Ab 1603 war es Sitz der Linie Anhalt-Köthen der Askanier.

Die Gebäude werden heute zu musikalischen, historischen und modernen sowie kulturellen Zwecken genutzt. Hier befinden sich die Museen der Stadt, das Stadtarchiv und die Musikschule sowie ein modernes Veranstaltungszentrum für Kultur und Tagungen. In der Schlosskapelle steht die Orgel des Dessauer Orgelbauers Johann Christoph Zuberbier, gebaut 1754/55.

In der ersten Etage des Ludwigsbaus befindet sich die Bachgedenkstätte, die an sein Wirken als Hofkapellmeister des Fürsten Leopold von 1717 bis 1723 erinnert. Hier entstanden etwa die sechs Brandenburgischen Konzerte und Teile des »Wohltemperierten Claviers«, außerdem mehrere Violinkonzerte und die Französischen und Englischen Suiten.

Im Ludwigsbau befindet sich auch der 1822 von Christian Gottfried Bandhauer umgebaute ehemalige Thronsaal (Spiegelsaal), der heute regelmäßig als Konzertsaal dient.

 

Adresse
Schlossplatz 4
06366 Köthen
www.bachstadt-koethen.de
www.koethen-anhalt.de

 

Köthen, St. Jakobskirche

© Ralf Roletschek

 

Gleich aus welcher Richtung man sich Köthen nähert: unübersehbar sind die Doppeltürme der Stadt- und Kathedralkirche St. Jakob. Sie sind das Wahrzeichen der Stadt. Die spätgotische Hallenkirche, deren Grundstein im Jahr 1400 gelegt wurde, ist heute das einzige erhaltene mittelalterliche Bauwerk in Köthen. Die Kirche hat eine neugotische Innengestaltung aus den Jahren 1866–1869. Im Südeingang findet sich mit der Statue des Namenspatrons der Kirche aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts das älteste Kunstwerk Köthens. Berühmt ist die nahezu im Originalzustand erhaltene Ladegast-Orgel mit neugotischem Prospekt von 1872. Die Fürstengruft der Kirche St. Jakob beherbergt die fast vollständige Grablege des Fürstenhauses Anhalt-Köthen mit 40 Prachtsärgen.

 

Adresse
Marktplatz
06366 Köthen

Leipzig, Alte Börse

© Bach-Archiv Leipzig/Brigitte Braun

 

Die Alte Börse am Naschmarkt ist Leipzigs ältester Barockbau. 1678 von Leipziger Kaufleuten errichtet, diente sie 200 Jahre lang als repräsentativer Versammlungsort. Hier wurden Geschäfte abgeschlossen, Auktionen abgehalten und Wechsel gehandelt. Auffallend ist die symmetrische Bauweise. Mittelpunkt der prunkvoll verzierten Fassade ist das Leipziger Stadtwappen.

Die Alte Börse wurde im 2. Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen und durch Bombeneinwirkung ihrer wertvollen Stuckdecken beraubt, jedoch in alter Form wiederaufgebaut. Heute wird das stilvolle Gebäude für Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen, Vorträge, Kongresse sowie private und öffentliche Feste genutzt.

 

Adresse
Naschmarkt
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Altes Rathaus

 

Das Alte Rathaus zu Leipzig, Deutschlands ältestes Renaissance-Rathaus, wurde 1556 nach Plänen von Hieronymus Lotter errichtet und später mehrfach baulich verändert. So baute man 1599 am Rathausturm über dem Balkon einen Austritt für die Stadtpfeifer an, von dem zweimal täglich Turmmusik geblasen wurde. Bereits 1479 hatte der Rat der Stadt Stadtpfeifer in seinen Dienst genommen. Als Zentrum städtischen Geschehens war das Leipziger Rathaus seit jeher auch Stätte öffentlichen Musizierens. Im Festsaal ist an der Nordseite der historische, auf ionischen Säulen ruhende Pfeiferstuhl erhalten, die Wände sind mit originalen Bildnissen der sächsischen Landesfürsten, der Leipziger Ratsherren, Bürgermeister und Stadtrichter geschmückt. Gleich neben dem Festsaal liegt die Ratsstube, in der Johann Sebastian Bach seinen Vertrag als Thomaskantor und »Director musices« der Stadt unterschrieben hat. Hier hängt auch eines der beiden eindeutig originalen Portraits Johann Sebastian Bachs, ein Ölgemälde des sächsischen Hofmalers und Leipziger Ratsmalers Elias Gottlob Haussmann aus dem Jahre 1746.

 

Adresse
Markt 1
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Bach-Museum mit Sommersaal

© Bach-Archiv Leipzig/Martin Klindtworth

 

Im Bosehaus am Leipziger Thomaskirchhof wohnte einst die mit den Bachs befreundete Kaufmannsfamilie Bose. Heute befindet sich hier das Bach-Museum Leipzig. In zwölf thematisch gegliederten Ausstellungsräumen berichtet das Museum über Leben und Wirken Johann Sebastian Bachs. Es lässt seine Musik erklingen, präsentiert originale Bachhandschriften und gibt Einblicke in die Arbeit der Bachforschung. Interaktion spielt dabei eine bedeutende Rolle. Fast überall können die Besucher selbst aktiv werden.

Zu den interessantesten Ausstellungsstücken zählen ein Orgelspieltisch, an dem Bach 1743 selbst gespielt hat, ein Kontrabass, der in seinem Orchester erklungen ist, und eine eiserne Geldkassette: das einzige Möbelstück, das sich aus seinem Haushalt erhalten hat. Den Höhepunkt bildet die Schatzkammer, in der originale Bach-Handschriften ausgestellt sind.

Wechselnde Kabinettausstellungen, Konzerte und ein breites museumspädagogisches Programm ergänzen das thematische Spektrum. Ein kleiner Lustgarten, der barocke Innenhof und ein Museumsshop laden zum Verweilen und Stöbern ein.

 

Adresse
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig
www.bachmuseumleipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Buslinie 89, Straßenbahnlinie 9 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Bundesverwaltungsgericht

 

Seit 2002 befindet sich im ehemaligen Reichsgerichtsgebäude am Simsonplatz – benannt nach dem ersten Präsidenten des Reichsgerichts – das Bundesverwaltungsgericht. Der Bau wurde zwischen 1888 und 1895 errichtet und knüpft an die italienische Spätrenaissance sowie an den französischen Barock an. Er ähnelt dem Reichstagsgebäude in Berlin, das etwa zur gleichen Zeit gebaut wurde. Das Innere ist sowohl funktional als auch gestalterisch auf die ursprünglich angestrebte Nutzung als Reichsgericht ausgelegt. Die Skulpturen, Plastiken und aufwändigen Wandmalereien beschäftigen sich mit den Themen Untersuchung, Urteil, Vollstreckung und Gnade. Besonders prachtvoll gestaltet ist der Große Sitzungssaal, an dessen Wänden Sinnbilder und Wappen aller damaligen Bundesstaaten prangen. Das Gebäude diente von 1895 bis 1945 seiner eigentlichen Bestimmung zur Beherbergung des Reichsgerichts.

Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt, nach der Sanierung zog 1952 das Museum der bildenden Künste ein. Von 1998 bis 2001 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Um dem Platzbedarf des Bundesverwaltungsgerichtes Rechnung zu tragen, wurde auf das Dach ein weiteres Obergeschoss aufgesetzt, das jedoch so weit hinter die Dachbalustrade zurückgesetzt ist, dass das äußere Erscheinungsbild nicht gestört wird.

 

Adresse
Simsonplatz 1
04107 Leipzig
www.bverwg.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 9 (Haltestelle Neues Rathaus), 10 und 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Evangelisch Reformierte Kirche

 

Die Evangelisch Reformierte Kirche wurde 1896–99 nach Plänen des Leipziger Baumeisters Georg Weidenbach und seines Mitarbeiters Richard Tschammer erbaut. Sie ist der erste Leipziger Sakralbau des Historismus, der auf Formen der Renaissance zurückgreift. Am 4. Dezember 1943 wurde die Kirche durch Brandbomben schwer getroffen. Schon 1946 begann man mit dem Wiederaufbau, die Gestaltung des Innenraums wurde dabei vereinfacht, entspricht aber dem Grundtyp der Weidenbachschen Raumgestaltung. Mit übereinander angeordnetem Abendmahlstisch, Kanzel und Orgel, auf die das Gestühl ausgerichtet ist, folgt der Innenraum einer Forderung des sogenannten Wiesbadener Programms von 1891 für die Ausgestaltung evangelischer Kirchenräume. 1968 erhielt die Kirche eine Jehmlich-Orgel. Die letzte Renovierung des Innenraums und des Äußeren erfolgte 1992–96, so dass die Kirche in ihrer dominanten Lage am nördlichen Ring wieder ihre alte Wirkung zeigt.

 

Adresse
Tröndlinring 7
04105 Leipzig
www.reformiert-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring)

Leipzig, forum thomanum

 

Aufbauend auf die Tradition der THOMANA, »glauben, singen, lernen«, entsteht um die Thomasschule und das Alumnat des Thomanerchores der Bildungscampus forum thomanum. Zu diesen zwei bereits bestehenden Stätten gehören mittlerweile die Kindertagesstätte, die Grundschule mit Hort, derzeit in einem Interim in Gohlis, und die Lutherkirche. Eine musicaccademia und eine Mittelschule sind bereits in Planung. Der Bildungscampus wird einmal über 1.200 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung mit einem musikalischen und sprachlichen Profil, eingebettet in das christliche Wertesystem, anbieten und so viele Menschen jeden Alters an der reichen Tradition der THOMANA teilhaben lassen.
2017, zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, soll der Aufbau des Bildungscampus forum thomanum abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Lutherkirche grundlegend renoviert, damit sie multifunktional genutzt werden kann – als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum. Sie bildet damit das Zentrum des internationalen Bildungscampus.

 

Adressen
Hillerstraße 7, 8
Sebastian-Bach-Straße 3
Ferdinand-Lassalle-Straße 25
04109 Leipzig
www.forum-thomanum.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 2, 14 (Haltestelle Marschnerstraße)

Leipzig, Gewandhaus

 

Seinen Namen hat das Gewandhausorchester von seiner ersten Spielstätte, dem ab 1781 genutzten Saal über dem Tuchboden des Gewandhauses am alten Neumarkt. Mehr als 100 Jahre später, am 11. Dezember 1884, wurde das von den Architekten Martin Gropius und Heinrich Schmieden erbaute Neue Gewandhaus im Musikviertel gegenüber der Universitätsbibliothek eingeweiht und gelangte wegen seiner hervorragenden Akustik und gelungenen Architektur zu Ruhm und Ansehen. Am 20. Februar 1944 wurde es bei Luftangriffen schwer getroffen und nicht wieder aufgebaut, die ausgebrannte, aber gesicherte Ruine schließlich 1968 abgerissen. Als Heimstatt für das Gewandhausorchester diente 35 Jahre lang die Kongresshalle am Zoo, bis am 8. Oktober 1981 das (zweite) Neue Gewandhaus am Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz) nach vierjähriger Bauzeit eröffnet werden konnte. Neben dem Großen Saal mit fast 2.000 Plätzen besitzt dieses Haus noch einen kleineren Saal für etwa 500 Zuhörer, der nach einem Umbau 1997 den Namen Mendelssohn-Saal erhielt.

 

Adresse
Augustusplatz 8
04109 Leipzig
www.gewandhaus.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Musikinstrumente und dem Museum für Völkerkunde auch das Museum für Angewandte Kunst. Ende 2007 eröffnete es nach umfassender Sanierung den ersten Teil seiner neuen Ständigen Ausstellung, die insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen wird. Der erste, sich über dreißig Ausstellungsräume erstreckende Rundgang »Antike bis Historismus« ist den älteren Sammlungsbeständen gewidmet und lädt ein zu einer Reise durch 2.500 Jahre Kunstgeschichte. Der zweite Ausstellungsrundgang »Asiatische Kunst. Impulse für Europa« wurde Ende Januar 2010 eröffnet, der dritte Rundgang »Jugendstil bis Gegenwart« kann seit März 2012 besichtigt werden.
Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE ins Museum.

 

Adresse
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, GRASSI Museum für Musikinstrumente

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Völkerkunde und dem Museum für Angewandte Kunst auch eine der größten Musikinstrumentensammlungen der Welt.
Die Geschichte dieser Sammlung geht zurück auf das Wirken des in Leipzig lebenden Holländers Paul de Wit (1852–1925). Er eröffnete 1886 am Thomaskirchhof 16, dem heutigen Sitz des Bach-Archivs, ein Museum, in dem er historische Musikinstrumente ausstellte und gelegentlich auch zum Klingen brachte. 1905 wurde diese Kollektion an den Kölner Papierfabrikanten Wilhelm Heyer verkauft. Nach dessen Tod gelangte sie mit Hilfe einer gewaltigen Spende des Musikverlegers Henri Hinrichsen in den Besitz der Leipziger Universität und zog in den Nordflügel des damals neu erbauten Grassimuseums, wo sie am 30. Mai 1929 feierlich eröffnet wurde.
Der Zweite Weltkrieg verursachte katastrophale Schäden an der Sammlung, zahlreiche Exponate sowie das Archiv und die Bibliothek fielen nach einem Bombenangriff im Dezember 1943 den Flammen zum Opfer. Die ausgelagerten Bestände kamen nur teilweise wohlbehalten zurück, Diebstahl und unsachgemäße Lagerung brachten weitere große Verluste. Anfang der 1950er Jahre konnte das Museum wieder aufgebaut und schrittweise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Durch gezielte Ankäufe und einzelne Schenkungen wurde der Bestand des Museums inzwischen wesentlich bereichert, die Sammlung ist heute eine der größten in Deutschland.
Im Jahr 2006 wurde das Museum nach einer grundlegenden Renovierung im neuen Glanz wiedereröffnet. Mit dem Zimeliensaal steht seitdem ein bestens geeigneter Raum für Kammerkonzerte und Vorträge zur Verfügung.

 

Adresse
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, Haus Leipzig

 

Das Haus Leipzig ist seit 1946 ein Veranstaltungsort für Konzerte, Bälle sowie Theater- und Kabarettaufführungen. 1930 ursprünglich als Großkegelbahn eröffnet, wurde es im Zweiten Weltkrieg durch Luftangriffe stark beschädigt. 1946 übernahm die sowjetische Intourist GmbH das Haus und baute es zu einem Hotel namens Haus Antifa aus. Die ehemalige Keglerhalle wurde dabei zu einem Tanzsaal umgestaltet, der Platz für 600 Personen bot. 1953 ging das Hotel in Staatseigentum über und wurde in Haus Leipzig umbenannt. Von 1961 bis 1989 beherbergte das Gebäude den Zentralen Klub der Jugend und Sportler »Artur Becker«. Nach unterschiedlichen Nutzungen nach der politischen Wende wurde das neu gestaltete Haus Leipzig 2014 für Veranstaltungen mit bis zu 1.400 Personen wiedereröffnet.

 

Adresse
Elsterstraße 22-24
04109 Leipzig
www.hausleipzig.com


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 1, 2, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Johannapark

© Jean Neef

 

Nur wenige Gehminuten vom Zentrum entfernt liegt neben Clara-Zetkin-Park und Promenadenring auch der 11 Hektar große Johannapark. Dieser wurde 1863 von dem Leipziger Bankier Wilhelm Theodor Seyfferth auf eigene Kosten angelegt und später der Stadt gestiftet. Er widmete ihn seiner Tochter Johanna, welche 1858 im jungen Alter von 22 Jahren aus Kummer um eine unglückliche Liebe gestorben war. Seyfferth wollte auf diese Weise nicht nur ihren Namen, sondern auch die vorherrschende Richtung ihres Charakters „Andern Freude zu machen“ verewigen. Der Stadt vermacht wurde der Park unter der Auflage, dass dieser nie bebaut, nichts an der ursprünglichen Anlegung und Bepflanzung verändert werden dürfe und dass die Verbindung nach den Wiesen und Wäldern der Aue dem Publikum erhalten bleiben solle. Ohne diesen stadtplanerischen Weitblick wäre es in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch wirtschaftlichen Aufschwung und folgendem Bauboom wohl zu einer Abtrennung des Stadtinnerns von dem für die Stadt so bedeutenden Auewald gekommen. So bildet der Johannapark noch heute ein Bindeglied zwischen dem vom Promenadenring umschlossenen Stadtkern, dem Clara-Zetkin-Park und der Aue.

 

Adresse
neben der Lutherkirche

Ferdinand-Lassalle-Str. 25
04105 Leipzig

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel

Straßenbahnlinien 1, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Kath. Propsteikirche St. Trinitatis

© Bonifatiuswerk

Der Rochlitzer Porphyr leuchtet schon von Weitem: Die Neue Propsteikirche wählt für ihre moderne Fassade bewusst einen besonders traditionellen Baustoff, der in Sachsen und Leipzig seit Jahrhunderten weit verbreitet ist. Der Turm – wie ein italienischer Campanile abgerückt vom Kirchenraum – bildet mit dem Turm des Neuen Rathauses ein »Tor« in die Innenstadt von Leipzig.
Mit dem Neubau der dritten Leipziger Propsteikirche kehrt die Leipziger Propsteigemeinde nach 71 Jahren wieder in die Innenstadt zurück. Der Siegerentwurf der Schulz & Schulz Architekten GmbH überzeugte mit seinen zahlreichen Reminiszenzen an die Stadt Leipzig. So greift der Unterschnitt im Erdgeschoss das Motiv des Leipziger Passagensystems auf und leitet von der Innenstadt ohne Begrenzungen in den Pfarrhof.
Nicht vordergründig sichtbar, aber wirkungsstark ist das Nachhaltigkeitskonzept, bei dem die Kirche Erdwärme zum Heizen im Winter nutzt, die die Erde im Sommer wieder per Kühlung zurückbekommt. Zudem finden Fotovoltaikanlagen auf dem Dach der Kirche und am Kirchturm ihren Platz, um aus der Sonnenenergie Strom zu erzeugen. Der Kirchturm beherbergt einen Regenwasserspeicher, dessen gesammeltes Wasser für den Betrieb der Kirche und für den Wasserfall genutzt wird.
Die architektonischen Ambitionen werden in der Kunst weitergeführt, die Kunst bildet eine Einheit mit dem Baukörper. Das wird im Kircheninneren an drei herausragenden Stellen erlebbar, an den liturgischen Orten, an den Kirchenfenstern und an der Vleugels-Orgel.

 

Adresse
Nonnenmühlgasse 2
04107 Leipzig
www.propstei-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Kongresshalle

© Leipziger Messe

 

Seit seiner Eröffnung 1900 hat das prachtvolle Gründerzeit-Gebäude eine wechselhafte Geschichte durchlebt. Die originalgetreu restaurierte Fassade zeugt von der Entstehungszeit des repräsentativen »Gesellschaftshauses am Zoo«, das im kulturellen Leben der Stadt Leipzig von Beginn an eine bedeutende Rolle spielte. Damals baute man im großen Stil, wovon der eindrucksvolle, in seiner ursprünglichen Kubatur erhaltene Große Saal mit seiner hohen Gewölbedecke noch heute zeugt.
Seit seinem Bestehen wurden am Haus immer wieder teils tiefgreifende Um- und Ausbauten vorgenommen. Lange dominierten Jugendstil und Art déco das Erscheinungsbild: Die Decke im Foyer galt als eines der bedeutendsten Beispiele für Art déco in Leipzig. 1946 wurde das im Krieg wenig beschädigte Gebäude zur »Kongreßhalle Leipzig« umgebaut. Auch der Große Saal durchlief viele der jeweiligen Nutzung entsprechende Veränderungen. Bis in die späten 1980er Jahre war das Haus das kulturelle Herz der Stadt, so spielte bis zur Eröffnung des einzigen Konzerthaus-Neubaus in der DDR 1981 das Gewandhausorchester im Großen Saal.
Danach verfiel die Substanz aufgrund fehlender Mittel zusehends. 2009 beschloss die Stadt Leipzig, das Gebäude als modernes Kongresszentrum neu zu beleben. 2016 wurden umfassenden Baumaßnahmen abgeschlossen. Seitdem wird die Kongresshalle als Veranstaltungsstätte für Tagungen, Kongresse und Events genutzt.

 

Adresse
Pfaffendorfer Straße 31
04105 Leipzig
www.kongresshalle.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Leipzig, Krystallpalast Varieté

 

1882 eröffnete in Leipzig das erste, größte und wohl berühmteste Varietétheater der Stadt, der Krystallpalast – ein Komplex ganz aus Glas und Eisen, dessen Theatersaal, Wintergarten, Ausstellungssaal, Restaurants und Gesellschaftsräume insgesamt bis zu 15.000 Gästen Platz boten. Er galt als größte Vergnügungsstätte Deutschlands. 1887 wurde zudem eine gigantische Zirkushalle von 36m Höhe eingeweiht, die 3.000 Besucher fasste. Nebenbei befand sich im Krystallpalast auch Leipzigs größtes Restaurant. Über 1.000 Gäste wurden hier allabendlich bedient. Die ganze Herrlichkeit jedoch verwandelte sich in einer Bombennacht 1943 in ein Trümmerfeld.

54 Jahre später wurde in der Magazingasse eine neue Spielstätte eröffnet – als erstes und bislang einziges Varietétheater der neuen Bundesländer. Der Spielbetrieb lief auf Hochtouren, eine Reihe hervorragend besetzter, besuchter und bejubelter Produktionen zeugten von der Richtigkeit der Idee. Einen weiteren Neuanfang gab es, nachdem in der Silvesternacht 2003/04 der große Saal komplett ausbrannte. Der Wiederaufbau wurde zur gründlichen Rekonstruktion, bisherige Mängel wurden beseitigt, das Platzangebot und die technischen Möglichkeiten optimiert.

 

Adresse
Magazingasse 4
04109 Leipzig
www.krystallpalast.de

 

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Augustusplatz), 16 (Haltestelle Roßplatz), 2, 8, 9, 10, 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Moritzbastei)

Leipzig, Kupfersaal

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Der Kupfersaal befindet sich im alten Messehaus »Dresdner Hof« und wurde 1912/1913 vom Architekten Alfred Stentzler gebaut. Der Saal ist zentral zwischen Marktplatz und dem Campus der Universität Leipzig in der namensgebenden Kupfergasse gelegen.
Nach seiner Eröffnung diente der Saal unter dem Namen »Naumann-Bräu« als Gastwirtschaft und Konzertort. Später wurde er vor allem als Mensa und vom FDJ-Jugendclub »Kalinin« genutzt. Zeitweise fand das Kabarett »Academixer« dort eine Interimsspielstätte, den sogenannten »Lampenladen«.
Nach einigen Umbaumaßnahmen wurde der Kupfersaal am 9. September 2017 wiedereröffnet und dient heute den beiden Vereinen Livelyrix und der Philharmonie Leipzig als Spielstätte. Die abwechslungsreiche programmatische Gestaltung reicht dabei von klassischer Musik, Live-Literatur-Formaten, und Lesebühnen bis zu Comedy und Poetry Slams. Der Kupfersaal bietet Platz für 560 Gäste.

 

Adresse
Kupfergasse 2
04109 Leipzig
www.kupfersaal.de
 

für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 8, 10, 11, 12, 14, 15, 16 (Augustusplatz) sowie Linien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Wilhelm-Leuschner-Platz), alle S-Bahnlinien des MDV (Leipzig Markt oder Wilhelm-Leuschner-Platz)
 

Leipzig, Leipziger Stadtbibliothek

© Mahmoud Dabdoub

 

Bereits im 15./16. Jahrhundert wurde durch Schenkungen größerer Bücherbestände an den Leipziger Stadtrat eine Bibliothek aufgebaut, die auch von Leipziger Bürgern genutzt werden konnte. 1677 vermachte schließlich der Advokat Huldreich Groß sein gesamtes Vermögen und rund 4.000 Bücher dem Leipziger Stadtrat mit der Auflage, eine Bibliothek »zum Nutzen der studierenden Stadtjugend« einzurichten. 1683 eröffnet diese »Bibliotheca senatus lipsiensis« (Leipziger Senats-Bibliothek) in der Universitätsstraße, ab 1711 ist ein Bibliothekar fest angestellt und es gibt regelmäßige Öffnungszeiten.
Bis ins 20. Jahrhundert hinein erfolgen zahlreiche Umzüge. Große Verluste erlitt die Bibliothek beim Bombenangriff 1943, fast 200.000 Bücher verbrannten. Nach Wiederaufbau und späterer Umwandlung der Stadtbibliothek zur Volksbibliothek ist sie bis 1984 im provisorischen Quartier in Barthels Hof untergebracht. Erst 1991 kann sie nach langer Standortsuche im Alten Grassimuseum am Wilhelm-Leuschner-Platz wiedereröffnet werden. Dieser Bau wurde 1894–97 vom Leipziger Stadtbaurat Hugo Licht errichtet und diente bis 1927 als Museum, anschließend als Messehaus und bis 1990 als Sitz des »Chemieanlagenbau- und Montagekombinats Leipzig«.
Um den Aufgaben als moderne Bibliothek gerecht zu werden, wird der Hauptsitz in den Jahren 2009–2012 grundlegend saniert. Heute ist die Stadtbibliothek mit rund 1.800 Besuchern pro Öffnungstag ein wichtiger Treffpunkt für alle Generationen.

 

Adresse
Wilhelm-Leuschner-Platz 10-11
04107 Leipzig
www.stadtbibliothek.leipzig.de
 

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, LukullusT

© LukullusT

 

Seit 2005 verfolgt die Kochschule LukullusT nur eine Vision – seine Gäste an den Herd zu bekommen. Dafür ist fast jedes Mittel recht: unter anderem frische und hochwertige Zutaten, regionale Produkte und internationale Leckerbissen, Leidenschaft und viel Liebe zum Detail. Das alles erleben Gäste in den offenen Kochkursen, Familienfeiern oder Events. Ob im Salon oder in der Galerie, die kulinarische Reise beginnt hier – in einem der genussvollsten Häuser Leipzigs. Hier in der Harkortstraße 3 sind Genuss und ein kommunikatives Miteinander inklusive.

 

Adresse
Harkortstraße 3
04107 Leipzig
www.lukullust.de


nicht für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 8, 9 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Markt

© Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

 

Im Herzen der Stadt Leipzig befindet sich der Markt. Im Mittelpunkt der etwa 10.000m² großen Fläche ist in das Mosaikpflaster das Leipziger Stadtwappen eingelassen. Östlich des Marktes befinden sich die Arkaden des Alten Rathauses (1556), des ältesten erhaltenen Bauwerkes am Platz. An der Nordseite sind einige historische Gebäude nach der Kriegszerstörung wieder aufgebaut worden, darunter die sogenannte Alte Waage. An der Südseite wird der Marktplatz vom Königshaus sowie Neu- und Umbauten der letzten Jahre, die an historische Gebäudesilhouetten erinnern sollen, gesäumt.
Schon früh bildete der Marktplatz das Zentrum des öffentlichen Lebens. Hier spielte sich ein Großteil des Warenumschlags der Leipziger Messe ab. Vor 1500 fanden auf dem Markt als kulturelle Höhepunkte Ritterspiele statt. Gleichzeitig war hier auch der Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen und erster politischer Demonstrationen.
Heute ist der Markt Veranstaltungsort von Stadtfesten, Markttagen, Festivals und natürlich des Leipziger Weihnachtsmarktes, der als einer der traditionsreichsten Deutschlands gilt.

 

Adresse:
Markt
04109 Leipzig


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Mendelssohn-Haus

 

Das Gebäude in der Leipziger Goldschmidtstraße 12, das als letzte und einzige private Adresse des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy erhalten geblieben ist, zeichnet sich durch seinen hohen kulturhistorischen Wert aus. Dieser spätklassizistische Bau aus dem Jahre 1844 bewahrt als wichtiger Zeuge seiner Zeit originale Substanz sowie Informationen über seinen prominentesten Bewohner, der mit seiner Familie seit 1845 in der Beletage wohnte und hier am 4. November 1847 starb. Heute beherbergt das Haus ein Museum zu Ehren Mendelssohns, der nicht nur als Komponist, Kapellmeister und virtuoser Musiker, sondern auch als Kulturpolitiker und Maler wirkte. Die Wohnung der Mendelssohns wird als authentischer Ort erlebbar, von dem beachtliche Impulse für das europäische Musik- und Geistesschaffen ausgingen.

 

Adresse
Goldschmidtstraße 12
04103 Leipzig
www.mendelssohn-stiftung.de
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Michaeliskirche

 

Die Michaeliskirche bildet mit der Peterskirche über das Alte Rathaus die Hauptachse der Innenstadt in Nord-Süd-Richtung. Deshalb ist die Kirche mit ihrem Marmoraltar nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Norden ausgerichtet. Sie ist in einer geglückten Synthese von Jugendstilelementen mit denen der deutschen Renaissance in den Jahren 1901–04 erbaut worden, die monumentale Fassade mit dem 72 Meter hohen Turm kündet vom Wohlstand und Selbstbewusstsein des Leipziger Bürgertums um die Jahrhundertwende. Den Innenraum prägen sehenswerte Holzschnitzereien an Emporen, Bänken und Kanzel, farbige Chorfenster sowie die dreimanualige unveränderte Sauer-Orgel mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt.

 

Adresse
Nordplatz 14
04155 Leipzig
www.michaelis-friedens.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Nordplatz)

Leipzig, Musikschule »Johann Sebastian Bach«

 

Die Musikschule Leipzig »Johann Sebastian Bach« ist nach Hamburg die zweitgrößte Musikschule Deutschlands. Mit einem breiten Unterrichtsangebot in den Bereichen Tanz und Musik – auf nahezu allen Instrumenten und in allen musikalischen Stilrichtungen – fördert sie individuelle musikalische, tänzerische und künstlerisch-kreative Fähigkeiten bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen.Der Vorläufer der heutigen Musikschule war die 1951 gegründete Volksmusikschule, die 1960 in eine Volkskunsthochschule mit Tanz- und Kunsterweiterung umbenannt wurde. 1985 erhielt sie den Namen »Johann Sebastian Bach« und verfügt seitdem über ein international erfolgreiches Jugendsinfonieorchester. Später wurden eine Big Band und ein Blechbläserensemble gegründet. Die Musikschule ist eine öffentliche Einrichtung der Stadt Leipzig und steht in Partnerschaft mit Bildungseinrichtungen und kulturellen Institutionen wie dem Gewandhaus zu Leipzig.

 

Adresse
Petersstraße 43
04109 Leipzig
www.musikschule-leipzig.de

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Nikolaikirche

© LTM/Andreas Schmidt

 

Die Nikolaikirche – eine der ältesten Kirchen der Stadt Leipzig – ist seit ihrem Bestehen eng mit der Geschichte der Stadt und den Geschicken ihrer Bürger verbunden. Vielleicht drückt sich gerade diese Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt- und Pfarrkirche in den ständigen Veränderungen ihrer äußeren und inneren Ausgestaltung aus. Ob die ursprüngliche romanische Basilika mit ihrer wuchtigen Doppelturmanlage oder die gotische Hallenkirche, der dann noch ein dritter Turm hinzugefügt wurde oder schließlich die klassizistische Umgestaltung des Innenraums: Immer spiegelt die Nikolaikirche das Selbstbewusstsein der Städter wider.
Die Kirchenmusik von St. Nikolai war von Alters her eng verbunden mit der Nachbarkirche St. Thomas. Obwohl die Nikolaikirche als die Hauptpfarrkirche Leipzigs galt, beschäftigte sie doch keinen eigenen Kantor. Der Kantor an der Thomasschule hatte die Verantwortung für die Kirchenmusik an beiden Hauptkirchen – St. Nikolai und St. Thomas – sowie an der Neuen Kirche St. Matthäi und der Peterskirche – so auch Johann Sebastian Bach in seiner Leipziger Zeit von 1723 bis 1750. 2015 feierte die Nikolaikirche ihr 850-jähriges Bestehen.

 

Den Sitzplan der Nikolaikirche finden Sie hier.

 

In der Nikolaikirche gibt es viele Säulen und Pfeiler.

 

 

Adresse
Nikolaikirchhof
04109 Leipzig
www.nikolaikirche.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
5 bis 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Leipzig, Oper

 

Die Leipziger Operntradition ist eine der ältesten in Europa: Im Jahre 1693 wurde das erste Leipziger Opernhaus gegründet, das damit nach Venedig und Hamburg das dritte öffentliche Opernhaus überhaupt war. An dieser Oper wirkte um 1700 G. P. Telemann, allerdings wurde das Haus recht bald wegen Baufälligkeit geschlossen. Nach mehreren Jahrzehnten, in denen nur Operngastspiele stattfanden, bekam Leipzig im Jahre 1766 ein für Opernaufführungen geeignetes Gebäude, nach einem Umbau 1817 war es das erste feste Theater der Stadt. Hier war E. T. A. Hoffmann zeitweilig Kapellmeister; die Erstaufführung von Webers »Oberon« sowie die Uraufführung von Marschners »Der Vampir« und von Lortzings Meisterwerken »Hans Sachs«, »Der Wildschütz« und »Zar und Zimmermann« fanden hier statt. Seit 1840 spielt das Gewandhausorchester zu allen Aufführungen im Opernhaus und ist bis heute Garant für höchstes musikalisches Niveau. 1868 eröffnete des Neue Theater am Augustusplatz. Schwerpunkt bildete die Pflege des Wagner-Repertoires. Bedeutende Dirigenten bis 1890 waren Artur Seidl, Arthur Nikisch und Gustav Mahler. Das Gebäude wurde 1943 im Krieg zerstört, aber 1960 eröffnete das Neue Leipziger Opernhaus am Augustusplatz als einziger Neubau einer Oper in der DDR.

 

Adresse
Augustusplatz 12
04109 Leipzig
www.oper-leipzig.de

 

für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Paul-Gerhardt-Kirche

© Lumu

 

Wo heute die pulsierende Mitte von Connewitz liegt, steht seit fast fünfhundert Jahren eine steinerne Säule mit einer Christusdarstellung auf der der Stadt Leipzig zugewandten Seite. Dieses »Connewitzer Kreuz« war einst mehr als nur einen Steinwurf vom alten Dorf Connewitz entfernt und ist erst langsam in die Mitte des sich nach Norden ausbreitenden Stadtteils »gerückt«. In unmittelbarer Nähe befindet sich die Paul-Gerhardt-Kirche. Ihre Architektur orientiert sich – nach dem Entwurf des Architekten Julius Zeißig – an den Formen der deutschen Renaissance. Der erste Spatenstich erfolgte am 4. April 1898, zwei Jahre später, am 1. April 1900, wurde sie geweiht.

Die Kirche erstreckt sich auf einem künstlich erhöhten Gelände in Ost-West-Richtung. Das Äußere der Saalkirche wird von dem reizvollen Kontrast bestimmt, den die in rötlichem Rochlitzer Porphyr ausgeführten architektonischen Glieder zu den verputzten und hell gestrichenen Wandflächen bilden. An der östlichen Schmalseite steht der 60 Meter hohe Turm mit dem in einem schmalen Vorbau befindlichen Hauptportal.

 

Adresse
Selneckerstraße 5
04277 Leipzig
www.connewitz-loessnig.de


für Rollstuhlfahrer mit Hilfe zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 9, 10, 11 (Haltestelle Connewitzer Kreuz)

Leipzig, Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli

© LTM

 

Die Paulinerkirche (eigentlich Universitätskirche St. Pauli, volkstümliche Bezeichnung „Unikirche“, „Paulinerkirche“ nach den regional auch „Pauliner“ genannten Dominikanern) war eine evangelische Kirche in der Leipziger Innenstadt am Augustusplatz. Das 1240 geweihte Bauwerk war als Klosterkirche St. Pauli Gotteshaus eines Dominikanerklosters. Typisch für die Architektur der Bettelorden im 13. Jahrhundert, war die Klosterkirche mit einschiffigem Chor und dreischiffigem Langhaus ausgeführt.
Seit der Gründung der Universität Leipzig im Jahr 1409 ist die Geschichte der Paulinerkirche eng mit jener der Universität verbunden. Nach Ausbreitung der Reformation kam es 1539 zur Auflösung des Dominikanerkonvents: Das Kloster wurde säkularisiert und 1543 der Universität Leipzig übereignet. 1545 wurde die Paulinerkirche von Martin Luther als evangelische Universitätskirche geweiht. Der Kirchenraum diente seitdem sowohl als Gottesdienstraum als auch als Aula für akademische Festakte. Im Jahr 1717 erfolgte eine Orgelprüfung der von dem sächsischen Orgelbaumeister Johann Scheibe neu erbauten Orgel durch Johann Sebastian Bach.
Obwohl die Universitätskirche den Zweiten Weltkrieg fast unbeschädigt überstanden hatte, wurde sie 1968 auf Betreiben der Universität und nach Beschluss der SED-geführten Stadtverwaltung gesprengt. An ihrer Stelle steht heute das Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli, ein ein Neubau nach dem Entwurf des Architekten Erik van Egeraat, der in seiner Architektur Elemente der ehemaligen Kirche aufgreift.
 

Adresse
Augustusplatz 10
04109 Leipzig
www.campus-augustusplatz.de/paulinum


für Rollstuhlfahrer zugänglich

 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Peterskirche

 

Die Leipziger Peterskirche, erbaut 1882–1885, stellt ein herausragendes neugotisches Bauwerk in Sachsen und eines der bedeutendsten Zeugnisse des Historismus im deutschsprachigen Raum dar. Sie ist – vom umbauten Raum her – Leipzigs größte Kirche und mit dem zugleich höchsten Kirchturm (88 Meter) die städtebauliche Dominante der Leipziger Südvorstadt. Die Peterskirche folgt mit der Bauform der Hallenkirche der deutschen Tradition, greift aber gleichzeitig den Stil der französischen Kathedralgotik auf. Aufgrund ihrer äußeren und inneren Gestaltung, ihrer baulichen Durchbildung und ihrer städtebaulichen Einordnung stellt sie ein Gesamtkunstwerk von überragender Bedeutung dar.

 

Adresse
Schletterstraße 5
04107 Leipzig
www.peterskirche-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 10, 11 (Haltestelle Hohe Straße LVB)

Leipzig, PROMENADEN Hauptbahnhof

 

Im größten Kopfbahnhof Europas umfasst die Shopping Mall auf drei Ebenen 142 Geschäfte mit den Schwerpunkten Mode, Food, Unterhaltungselektronik und einem umfassenden Service- und Dienstleistungsangebot. Das Unter- und das Erdgeschoss des Bahnhof-Empfangsgebäudes sowie der über 250 Meter lange Querbahnsteig wurden zum Einkaufs- und Dienstleistungsbereich, mit direktem Anschluss an die Leipziger Fußgängerzone Nikolaistraße, ausgebaut. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden 1,6 Millionen m³ umbauter Raum für rund 250 Millionen € neu gestaltet.

Die PROMENADEN sind als beispielgebendes Pilotprojekt für die Revitalisierung eines denkmalgeschützten Großbahnhofes mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden. Mit der Neugestaltung der im November 1997 eröffneten PROMENADEN wurde die Einkaufswelt der Leipziger Innenstadt um 30.000 m² erweitert. 70.000 [HB1] Menschen aus allen Teilen der Republik nutzen täglich die PROMENADEN.

 

Adresse
Willy-Brandt-Platz
04109 Leipzig
www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich
 

Leipzig, Salles de Pologne

 

Das Hôtel de Pologne befindet sich im Herzen der Leipziger Innenstadt. Noch im 19. Jahrhundert standen hier drei Gebäude, darunter die beiden Gasthöfe »Zum Goldenen Adler« und »Zum Birnbaum«, wo 1519 auch Martin Luther zu Gast war. C. A. Pusch kaufte die Gebäude ab 1819 einzeln auf. In Erinnerung an den Besuch des polnischen Königs Stanisław I. Leszcyński nannte Pusch seinen Besitz »Hôtel de Pologne«. Nachdem 1846 die Gebäude durch einen Brand zerstört wurden, begann ein Jahr später der Neubau des zu dieser Zeit größten Leipziger Hotels mit 130 Gästezimmern auf fünf Etagen, Lichthof und imposanter Marmor-Freitreppe. 1892/93 erhielt die Fassade durch den bekannten Leipziger Architekten Arwed Roßbach ein imposantes Antlitz im Stil der florentinischen Renaissance. Das Hotel lud schon damals nicht nur zum Übernachten, sondern auch zu Festen und beliebten Ballnächten im großen, prunkvollen, neobarocken Ballsaal ein (250 m²), der 1893 nach den Plänen Ludwig Heims fertig gestellt worden war und Platz für 1.500 Gäste bot. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Räumlichkeiten als Lazarett genutzt und 1917 wurde das Hotelgeschäft gänzlich aufgegeben. Nur im Ballsaal herrschte durch Veranstaltungen und Gastronomie das öffentliche Leben. In den folgenden Jahren der Weimarer Republik diente das Gebäude als Messehaus und ab den frühen 1950er Jahren bis nach der Wende als Bürogebäude des Leipziger Messeamtes, das den Ballsaal zu einer blau gefliesten Großküche umfunktioniert hatte. 2008 begannen die Leipziger Projektentwickler Stadtbau A.G. eine aufwändige denkmalgetreue Restaurierung und Renovierung, um das historische Bild von 1893 innen und außen zu rekonstruieren. Seit 2010 stehen nun der Große Ballsaal, der Grüne Saal, die Loge sowie zwei Foyers und Nebenräume für Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Adresse:
Hainstraße 16/18
04109 Leipzig
www.hotel-de-pologne.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Schumann-Haus

 

Das Schumann-Haus Leipzig befindet sich in jenem eindrucksvollen klassizistischen Gebäude, in dem Robert und Clara Schumann nach ihrer Eheschließung im September 1840 eine Wohnung bezogen. Das Museum ist in der bevorzugten Beletage des Hauses eingerichtet, wo das berühmte Künstlerpaar die ersten vier Ehejahre verbrachte. Die übrigen Räume werden von der Freien Grundschule »Clara Schumann« genutzt.
In der Inselstraße komponierte Robert Schumann die »Frühlingssinfonie«, die ihn zum weltbekannten Komponisten werden ließ. Hier schrieb er außerdem zahlreiche Artikel für die »Neue Zeitschrift für Musik«, die er 1834 gegründet hatte. Clara Schumann, die schon als Clara Wieck eine berühmte Pianistin war, erschloss sich im Zusammenleben mit ihrem Mann neue Themen und vervollkommnete ihr Künstlertum. In der Leipziger Inselstraße wurden auch die ersten beiden Töchter des Ehepaares, Marie und Elise, geboren.
Der originalgetreu restaurierte Schumann-Saal dient heute als Konzertsaal. In ihm empfing das Ehepaar Schumann zahlreiche berühmte Komponisten und Intellektuelle wie Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Hector Berlioz oder den Märchendichter Hans Christian Andersen, um nur einige Vertreter der Gästeschar zu nennen.

 

Adresse:
Inselstraße 18
04103 Leipzig
www.schumann-verein.de


für Rollstuhlfahrer nicht zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz) sowie Linien 1, 8, 13 (Haltestelle Hofmeisterstraße)

Leipzig, Thomaskirche

© Bach-Archiv Leipzig

 

Am Ende des 15. Jahrhunderts brachten Silberfunde im Erzgebirge Leipzig großen wirtschaftlichen Wohlstand. Dieser hatte zur Folge, dass die Leipziger Kirchen innerhalb von 40 Jahren erneuert und erweitert wurden. Daher brach man 1482 das romanische Schiff der früheren Thomaskirche ab, deren Grundmauern wahrscheinlich bis in das Jahr 1160 reichten und errichtete den bis heute erhaltenen Neubau einer spätgotischen Hallenkirche. Diese wurde 1496 geweiht. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt erst im Jahr 1702 erhielt, hat sich an der Architektur der Thomaskirche seither nichts geändert.
Den schwersten Eingriff in die Innenausstattung brachte eine Renovierung in den Jahren 1884–89, bei der die gesamte Ausstattung der Barockzeit, in der Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche wirkte, entfernt wurde. Seither zeigt sich das Innere der Kirche im neugotischen Stil. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten eröffnete sich die Möglichkeit, nach über 100 Jahren die Thomaskirche einer umfassenden Restaurierung und Instandsetzung zu unterziehen. Diese konnte zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach am 28. Juli 2000 weitgehend abgeschlossen werden. Auch der Bau der neuen Bach-Orgel war mit diesen Arbeiten verbunden.

Den Sitzplan der Thomaskirche finden Sie hier.

 

Adresse:
Thomaskirchhof
04109 Leipzig
www.thomaskirche.org


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 9, Buslinie 89 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Thomaskirche, Gemeindesaal

Der Gemeindesaal der Thomaskirche befindet sich im Matthäi-Haus, gebaut 1903 nach Plänen der Architekten Weidenbach und Tschammer, das nach der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Matthäikirche benannt wurde. Die Kirche wurde 1230 als Kirche des Franziskanerklosters »Zum Heiligen Geist« gegründet, nach der Reformation als Lagerraum genutzt und erst 1699 unter der Bezeichnung »Neukirche« wieder eingeweiht. Erst seit 1876 gründete sich die Matthäigemeinde, die Neukirche wurde zur Pfarrkirche erhoben und erhielt den Namen Matthäikirche.

Während seiner Zeit als Thomaskantor (1723–1750) hatte Johann Sebastian Bach auch die Aufsicht über die Kirchenmusik in der Neuen Kirche. Dort sang Chor III der Thomasschule unter Leitung des 3. Präfekten einfachere Motetten und Choräle ohne selbstständige Instrumentalstimmen. An hohen Feiertagen sowie während der drei Messezeiten musizierte in der Neuen Kirche seit 1704 das von Georg Philipp Telemann gegründete und 1729 bis 1741 von Bach geführte Collegium musicum.

Beim Bombenangriff am 4. Dezember 1943 wurde die Kirche zerstört. In der Ruine fand am 1. August 1948 ein letzter Gottesdienst statt, danach wurde die Kirche abgebrochen. Um 1953 erfolgten umfangreiche archäologische Untersuchungen auf dem Gelände, anschließend wurden auf dem Areal des Klosters und der Kirche Neubauten für die Bezirksverwaltung des Ministeriums für Staatssicherheit errichtet. Seit Dezember 1998 erinnert im Matthäikirchhof das Matthäikirchdenkmal des Leipziger Künstlers Matthias Klemm an die ehemalige Kirche.

 

Adresse
Dittrichring 12
04109 Leipzig
www.thomaskirche.org

für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 9, Buslinie 89 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Zeitgeschichtliches Forum

 

Ein überregionaler Publikumsmagnet für Ausstellungen und Veranstaltungen ist das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig, das zur Stiftung Haus der Geschichte in Bonn gehört. Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte von Teilung und Einheit, Diktatur und Widerstand in der DDR. Auf rund 2.000 m² Fläche sind insgesamt 3.200 Objekte und zahlreiche audiovisuelle Medien in Szene gesetzt. Wechselausstellungen und vielfältige Veranstaltungen machen das Haus zu einem lebendigen Forum der Auseinandersetzung mit Geschichte und Gegenwart.

Im Informationszentrum des Zeitgeschichtlichen Forums können sich Besucher der Ausstellungen vertiefend informieren. Es bietet in einer Präsenzbibliothek und -mediathek eine breitgefächerte Auswahl an Büchern, Zeitschriften, Zeitungen und audiovisuellen Medien.Der Eintritt ins Zeitgeschichtliche Forum ist frei.

 

Adresse
Grimmaische Straße 6
04109 Leipzig
www.hdg.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinien 4, 7, 10, 11, 12, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), Buslinie 89 (Haltestelle Reichsstraße)

Leipzig, Zoo

© Zoo Leipzig

 

Der Zoo Leipzig, einer der traditionsreichsten in Deutschland, wurde 1878 von einem Gastwirt gegründet. Ernst Pinkert stellte damals exotische Tiere als Belebung seiner Gastwirtschaft zur Schau – mit großem Erfolg. Schon bald aber trat das eigentliche Geschäft in den Hintergrund und nach nur 20 Jahren wurde der bis dahin als Privatunternehmen geleitete Zoo in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

140 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich dieses Unternehmen als »Zoo der Zukunft« heute moderner denn je. Seit 1999 wird er komplett umgebaut, nach und nach entstehen dabei Erlebniswelten, in denen seltene Tierarten in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten sind. 2011 wurde die riesige Tropenhalle »Gondwana-Land« eröffnet, 2016 die »Kiwara-Kopje« und 2017 die Hochgebirgsanlage »Himalaya« und 2018 die Erlebniswelt »Südamerika«.

 

Adresse
Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig
www.zoo-leipzig.de


für Rollstuhlfahrer zugänglich


Öffentliche Verkehrsmittel
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Pölsfeld, St. Moritz-Kirche

 

Die evangelische Kirche St. Mauritius (St. Moritz) wurde erstmals 1539 urkundlich erwähnt. 1777 bis 1779 erfolgte aufgrund der zunehmenden Baufälligkeit des alten Gebäudes ein Kirchenneubau. Die St. Mauritiuskirche in Pölsfeld, einem Stadtteil des anhaltinischen Allstedts, besitzt noch immer vier Register der ursprünmglichen, bereits 1696 erreichteten Orgel. Kein geringerer als Zacharias Hildebrandt baute unter Verwendung der 4 Register 1728 die Orgel neu, die schon 1773 vom Orgelbauer Thiele erweiteret wurde. Nach weiteren Änderungen an der Orgel fand 1983 die letzte Instandsetzung statt.

 

Adresse
St. Moritz-Kirche
Schulgasse 39-40, 06528 Pölsfeld
www.kirchenkreis-eisleben-soemmerda.de

Rötha, Marienkirche

 

Die Marienkirche in Rötha ist nie zu Ende gebaut worden. Was man heute bestaunen kann, ist lediglich der Chorraum einer ungewöhnlich groß geplanten Wallfahrtskirche, die wahrscheinlich zwei Türme erhalten sollte. 1510 begann der Bau an jenem Ort, an dem acht Jahre zuvor ein Schäfer eine Marienerscheinung gehabt haben soll. 1520 wurde das Vorhaben vermutlich aus finanziellen Gründen jedoch abgebrochen und der Bau durch eine rasch hochgezogene Mauer abgeschlossen.
Im Gegensatz zum spätgotischen Baukörper ist die Ausstattung der Kirche barock. Kanzel, Taufe, Patronatsloge, Emporen und Gestühl stammen aus der Zeit um 1720, sind jedoch in schlechtem Zustand. Im Vertrag zum Orgelbau der Georgenkirche von 1718 steht, dass Silbermann die alte Orgel in der Marienkirche »gegen Genießung freyer Kost und Logis« transportieren und »daselbst ohne Entgeld aufsezen und um ein billiges« reparieren soll. Nach Abbruch der Orgel wurde diese aber in einem »dermaßen schlechten Zustande gefunden, daß die vorhabende Transportation und Reparatur ohne effect gewesen«. So schlossen Freiherr von Friesen und Gottfried Silbermann 1721 einen weiteren Vertrag zum Bau einer neuen Orgel für die Marienkirche ab. 1722 wurde sie fertig gestellt.
Um 1942, da die Marienkirche in einem sehr schlechten baulichen Zustand war, wurde die Orgel ausgelagert. 1950 stand sie während des Bachfestes im Saal des Alten Rathauses in Leipzig, danach in der Bachausstellung in Berlin. Es dauerte noch bis 1960, dass sie nach Reparatur des Kirchendaches wieder an ihrem angestammten Platz aufgestellt werden konnte.

 

Adresse
Marienstraße
04571 Rötha
www.kirche-um-borna.de

Rötha, St. Georgenkirche

 

Die dem Heiligen Georg gewidmete Stadtkirche Röthas entstand um 1140 als romanische Pfeilerbasilika. Von der ursprünglichen Anlage sind Teile der Außenmauern, die Stützen des Langhauses und der Westbau erhalten. Der baufällige romanische Chorraum wurde 1510 abgerissen und durch einen spätgotischen Chor ersetzt. Wertvolle Malereien aus dieser Zeit konnten bei einer Innenrenovierung im Jahr 1970 freigesetzt werden. Die Holzdecke des Mittelschiffes, mitverantwortlich für die hervorragende Akustik der Kirche, die Windfangtüren sowie das Gestühl sind einer Renovierung von 1896/97 zu verdanken.
Die erste Orgel für die Georgenkirche baute 1614 Josias Ibach aus Grimma. Mehrfach wurde sie repariert, war aber letztendlich nicht mehr brauchbar. Der Vertrag zum Bau einer neuen Orgel wurde 1718 zwischen dem damaligen Kirchenpatron Christian August Freiherr von Friesen auf Rötha und dem auch zu dieser Zeit schon berühmten Orgelmacher Gottfried Silbermann abgeschlossen. Das Instrument wurde von Johann Kuhnau, dem Vorgänger Bachs im Amt des Leipziger Thomaskantors, und vom Altenburger Hoforganisten Gottfried Ernst Bestel abgenommen und 1721 feierlich eingeweiht. Auch heute erklingt sie noch bei zahlreichen Konzerten und Gottesdiensten.

 

Adresse
Johann-Sebastian-Bach-Platz
04571 Rötha
www.kirche-um-borna.de

Sangerhausen, Jacobikirche

 

Die südlich des Harzes gelegene Stadt Sangerhausen wurde im 9. Jahrhundert in einem Verzeichnis des Klosters Hersfeld erstmals erwähnt. Im Zuge einer Stadterweiterung im 13. Jahrhundert entstand der jetzige (neue) Markt mit dem Rathaus, 1271 wird erstmalig die Marktkirche genannt. Sie war der Vorgängerbau der heutigen Jacobikirche, deren Bau 1457 begonnen wurde. Die alte, romanische Kirche wurde dabei schrittweise rückgebaut und durch eine gotische Hallenkirche ersetzt.

Fertig gestellt wurde das Kirchenschiff 1472, bis 1510 wurde der Chor mit seinem reichen Netzgewölbe errichtet. Der 1542 vollendete Turm, der sich später nach Westen neigte, weil er wahrscheinlich auf einem aufgeschütteten Wallgraben erbaut wurde, gilt heute als ein Wahrzeichen Sangerhausens – man nennt ihn »den schiefen Jacob«

Im Jahre 1728 wurde die von Zacharias Hildebrandt errichtete Orgel der Jacobikirche geweiht. Der Schüler von Gottfried Silbermann hatte zwei Jahre zuvor einen Streit vor dem »Allerwürdigsten und - höchsten Gericht Seiner Königlichen Majestät« in Dresden verloren und es war ihm nun untersagt, weiterhin im Land Sachsen Orgeln zu errichten. Dieses Privileg gehörte allein Gottfried Silbermann.

Sangerhausen jedoch gehörte zum Herrschaftsbereich derer von Sachsen-Weißenfels.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass es Johann Sebastian Bach war, der – die schwierige und im Kampf gegen Silbermann aussichtslose Situation Hildebrandts Nähe kennend – dem herzoglichen Haus von Sachsen-Weißenfels dringend empfohlen hatte, die Dienste Hildebrandts in Anspruch zu nehmen. Bach, der auch den Titel eines »Hochfürstlich Sachsen-Weißenfelsischen Hofkapellmeisters« führte, war mit Hildebrandt befreundet, und er schätzte seine Instrumente sehr. Er fand in den Orgeln des jungen Meisters das umgesetzt, was er von den Instrumenten seiner Zeit erwartete: sie hatten Klanggewalt, Farbigkeit und Gravität.

Die Hildebrandt-Orgel wurde im Laufe der Zeit mehrfach repariert und im 19. Jahrhundert dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend mit anderen Registern versehen. 1971 schließlich drang bei der Bekämpfung eines Dachstuhlbrandes Löschwasser in das Instrument ein und machte es weitgehend spielunfähig. Erst 1976 konnten die Restaurierungsarbeiten am Instrument beginnen, sie lagen in den Händen der Bautzener Orgelbaufirma Eule und dauerten bis 1978. Seit dieser Zeit kann das wertvolle Instrument wieder die Aufgaben im Gottesdienst übernehmen.

 

Adresse
Alte Promenade 23
06526 Sangerhausen
www.jacobigemeinde-sangerhausen.de

Störmthal, Kreuzkirche

 

Zitzschen ist ein Ortsteil der Stadt Zwenkau im Landkreis Leipzig. 1792 wurde der Grundstein für Kirche gelegt. Die Pläne stammten vom Dresdner Architekten Christian Friedrich Schuricht. Die Orgel wurde durch die Werkstatt der Gebrüder Trampeli aus Adorf im Vogtland erbaut. Die etwa 30 Meter lange und 12 Meter breite Kirche mit zwei Emporen wurde am 1. November 1796 eingeweiht.
1832 musste der Turm witterungsbedingt restauriert werden, und die barocke Haube erhielt die für Zitzschen typische geschlossene Schieferdeckung. Anlässlich der 100-Jahr-Feier wurde die Kirche 1894 umfangreich renoviert, erhielt neues eichenes Gestühl und eine Kirchenheizung und wurde vom Maler Zander-Holle prächtig ausgemalt, unter anderem mit dem triumphierenden Christus als Deckengemälde.
Dieser Zustand wurde bei den Renovierungen von 2007 und 2011 wiederhergestellt, nachdem die Orgel bereits von 1990 bis 1994 restauriert worden war. Sie ist eine der größten und weitgehend original erhaltenen Werke der Gebrüder Trampeli.

 

Adresse
Kirchstraße
04442 Zwenkau
Ortsteil Zitzschen

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