No 27 Gottesdienst

Sun 16.06.2019  »  10:00 Uhr
Markt
Bach & Friends

– J. C. Schmidt: Auf Gott hoffe ich – J. S. Bach: Gott, wie dein Name, so ist auch dein Ruhm, BWV 171

Julia Sophie Wagner (Sopran), Elvira Bill (Alt), Daniel Johannsen (Tenor), Matthias Weichert (Bass), Leipziger Vocalensemble, Leipziger Barockorchester, Posaunenchor der Thomaskirche (Leitung: Jürgen Hartmann), Leitung: Sebastian Reim

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Das Beziehungsgeflecht der Künstler in der Barockzeit war wesentlich enger, als man es aufgrund der vergleichsweise langsamen Transportmittel und Kommunikationswege vermuten könnte. Musiker scheuten weder weite noch komplizierte Wege, um mit Kollegen zusammenzutreffen, neueste Noten auszutauschen und natürlich gemeinsam zu musizieren. Am Beispiel von Johann Sebastian Bach lässt sich diese kollegiale Praxis besonders gut beobachten. An all seinen Lebensstationen bemühte er sich um Kontakt zu anderen Kantoren, Kapellmeistern, Sängern und Instrumentalisten. Häufig entstanden daraus Freundschaften, die über Jahre Bestand hatten. Bachs erster Biograph Johann Nikolaus Forkel schrieb darüber 1802: »In seinem späteren, völlig reifen Alter [...] hielt er [Bach] nun viel auf den ehemaligen Kaiserlichen Ober-Capellmeister Fux, auf Händel, auf Caldara, auf Reinhard Kayser, auf Hasse, beyde Graune, Telemann, Zelenka, Benda. Die ersten vier, nehmlich Fux, Händel, Caldara und Kayser kannte er nicht persönlich, die übrigen aber sämmtlich.« Tatsächlich war Bach seit der Weimarer Zeit eng mit Georg Philipp Telemann befreundet, der in diesen Jahren nicht weit entfernt am Eisenacher Hof beschäftigt war. Später kamen Bekanntschaften mit Musikern des Dresdner, Gothaer, Merseburger und Berliner Hofes hinzu, darunter Johann Georg Pisendel, Silvius Leopold Weiß, Johann Adolph Hasse, Gottfried Heinrich Stölzel und Johann Gottlieb Graun.