No 113 Passion

Fri 21.06.2019  »  17:00 Uhr
Paulinum – Aula und Universitätskirche St. Pauli
Bach und Weimar

– L. Busbetzky: Erbarm dich mein, o Herre Gott – J. S. Bach: Bereitet die Wege, bereitet die Bahn, BWV 132 – Keiser (Reinhard oder Gottfried): Markus-Passion, (aus der Notenbibliothek von J. S. Bach)

Hans Jörg Mammel (Tenor – Evangelist), Hannah Morrison (Sopran), Leandro Marziotte (Countertenor), Martin Petzold (Tenor), Matthias Vieweg (Bass), Ricercar Consort, Leitung: Philippe Pierlot

Konzerteinführung: 16.00 h, Zeitgeschichtliches Forum, Dr. Christine Blanken · Pre-concert talk in English: Dr. Andrew Talle

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Kartenpreise: € 52,00 | 41,00
ermäßigt: € 47,00 | 36,00

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»Weg zur Himmelsburg« wurde die Weimarer Schlosskapelle genannt, in der Johann Sebastian Bach ein knappes Jahrzehnt tätig war. Dieser Name ist nicht nur symbolisch zu verstehen, sondern bezog sich auch ganz real auf die außergewöhnliche Architektur des Gebäudes: Der kleine Kirchenraum erstreckte sich über drei Stockwerke auf eine Höhe von fast 30 Metern und wurde von einer Kuppel gekrönt, die mit einem Wolkenhimmel bemalt war. Orgel und Musiker standen auf der obersten Empore, ihr Spiel erscholl gleichsam vom Himmel auf die Kirchenbänke herunter. Nach sechs Jahren als Organist in der »Himmelsburg« wurde Bach 1714 auf die eigens für ihn geschaffene Position des Konzertmeisters befördert. Mit seinem neuen Amt war die Verpflichtung verbunden, einmal im Monat eine geistliche Kantate für den herzoglichen Gottesdienst zu komponieren. Das bis zu diesem Zeitpunkt eher sporadische Komponieren von geistlicher Vokalmusik wurde für Bach nun eine regelmäßige Herausforderung, der er sich mit Feuereifer und überragenden Ergebnissen stellte. Rund 20 Kantaten sind aus seiner Weimarer Zeit erhalten geblieben, die meisten davon auf Texte des örtlichen Hofdichters Salomon Franck. Die Werke offenbaren eine faszinierende Stilvielfalt, die von der intimen Solokantate bis zur üppigen Festmusik reicht. Wirkungsvoll setzte Bach die verschiedensten instrumentalen Klangfarben in Szene, adaptierte dabei traditionelle Formen der Instrumentalmusik wie Ouverture oder Chaconne und verwandelt die vorgegebenen Texte so fantasie- und effektvoll in berührende Kirchenmusiken. Bach muss seine Weimarer Kantaten auch später noch sehr geschätzt haben: viele der Werke legte er als Leipziger Thomaskantor wieder auf die Pulte. Grund genug für uns, im Bachfest sämtliche Weimarer Kantaten in einem fünfteiligen Konzert-Zyklus erklingen zu lassen – allesamt in unterschiedlichen aufführungspraktischen Herangehensweisen und bereichert um die erste Passionsmusik, die Bach je aufgeführt hat: die Markus-Passion »di Signore Keiser«.

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