Die Spielstätten des Bachfestes 2016

 

Das Bachfest ist 2016 zu Gast an mehr als 30 Orten in und um Leipzig.

Altenburg, Schloss

 

Im östlichsten Teil Thüringens, genau südlich von Leipzig, liegt die über 1.000-jährige Stadt Altenburg. Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie im Jahr 976, als Kaiser Otto II. die Stadt dem Bistum Zeitz schenkte. Vorausgegangen war die Unterwerfung der hier ansässigen Slawen, deren über der Stadt gelegene Wallanlage eingenommen wurde. Diese Burg stieg im 12. Jahrhundert unter Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) zur Kaiserpfalz auf. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wechselten die Herrscher und die Umstände, sie alle haben ihre Spuren an der imposanten Anlage hinterlassen. Das heutige Schloss spiegelt weitestgehend den Zustand des 18. Jahrhunderts wider. Beheimatet ist hier unter anderem ein Spielkartenmuseum. Altenburg hat eine lange Tradition der Spielkartenherstellung, 1820 wurde zudem das Skatspiel hier erfunden.

Zur Schlossanlage gehört die zwischen 1404 und 1414 errichtete Kirche. Nach einem Brand 1444 wurde sie in spätgotischem Stil wieder aufgebaut, die Inneneinrichtung wurde im Laufe der Jahrhunderte mehrfach verändert. Die vom Altenburger Orgelbauer Heinrich Gottfried Trost (~1680–1759) im Jahre 1739 errichtete Orgel wurde von Gottfried Silbermann in einem eigens erstellten Gutachten gelobt. Auch Johann Sebastian Bach schätzte die Instrumente Trosts.

Adresse:
Schloss 2–4
04600 Altenburg
 

Leipzig, Alte Börse

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Brigitte Braun

 

Die Handelsbörse wurde in den Jahren 1678–87 von Johann Georg Starcke erbaut und war damit der erste Barockbau in Leipzig. Auffallend ist seine symmetrische Bauweise. Mittelpunkt der prunkvoll verzierten Fassade ist das Leipziger Stadtwappen. Die Initiative zum Bau ging im April 1678 von 30 Großkaufleuten aus, nachdem es zur Tradition geworden war, sich zum Abschluss großer Geschäfte in einem neutralen Raum zu treffen und diese zu besiegeln. Der Handel spielte sich in den Gewölben des Erdgeschosses ab, der Börsenbetrieb in dem über die zweiarmige Treppe erreichbaren Festsaal.

Die Alte Handelsbörse wurde im 2. Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen und durch Bombeneinwirkung ihrer wertvollen Stuckdecken beraubt, jedoch in alter Form wiederaufgebaut. Sie ist bis heute eine Stätte musikalisch-literarischer Veranstaltungen, in dem rekonstruierten Gebäude finden regelmäßig kleinere Konzerte und Lesungen statt.

 

Adresse:
Naschmarkt
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Altes Rathaus

Foto: LTM/Andreas Schmidt

 

Das Alte Rathaus zu Leipzig, Deutschlands ältestes Renaissance-Rathaus, wurde 1556 nach Plänen von Hieronymus Lotter errichtet und später mehrfach baulich verändert. So baute man 1599 am Rathausturm über dem Balkon einen Austritt für die Stadtpfeifer an, von dem zweimal täglich Turmmusik geblasen wurde. Bereits 1479 hatte der Rat der Stadt Stadtpfeifer in seinen Dienst genommen. Als Zentrum städtischen Geschehens war das Leipziger Rathaus seit jeher auch Stätte öffentlichen Musizierens. Im Festsaal ist an der Nordseite der historische, auf ionischen Säulen ruhende Pfeiferstuhl erhalten, die Wände sind mit originalen Bildnissen der sächsischen Landesfürsten, der Leipziger Ratsherren, Bürgermeister und Stadtrichter geschmückt. Gleich neben dem Festsaal liegt die Ratsstube, in der Johann Sebastian Bach seinen Vertrag als Thomaskantor und »Director musices« der Stadt unterschrieben hat. Hier hängt auch eines der beiden eindeutig originalen Portraits Johann Sebastian Bachs, ein Ölgemälde des sächsischen Hofmalers und Leipziger Ratsmalers Elias Gottlob Haussmann aus dem Jahre 1746.

 

Adresse:
Markt 1
04109 Leipzig
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 3, 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Bundesverwaltungsgericht

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Clemens Buchwald

 

Seit 2002 befindet sich im ehemaligen Reichsgerichtsgebäude am Simsonplatz – benannt nach dem ersten Präsidenten des Reichsgerichts – das Bundesverwaltungsgericht. Der Bau wurde zwischen 1888 und 1895 errichtet und knüpft an die italienische Spätrenaissance sowie an den französischen Barock an. Er ähnelt dem Reichstagsgebäude in Berlin, das etwa zur gleichen Zeit errichtet wurde.

Das Innere ist sowohl funktional als auch gestalterisch auf die ursprünglich angestrebte Nutzung als Reichsgericht ausgelegt. Die Skulpturen, Plastiken und aufwändigen Wandmalereien beschäftigen sich mit den Themen Untersuchung, Urteil, Vollstreckung und Gnade. Besonders prachtvoll gestaltet ist der Große Sitzungssaal, an dessen Wänden Sinnbilder und Wappen aller damaligen Bundesstaaten prangen. Das Gebäude diente von 1895 bis 1945 seiner eigentlichen Bestimmung zur Beherbergung des Reichsgerichts. Im Zweiten Weltkrieg wurde es stark beschädigt, nach der Sanierung zog 1952 das Museum der bildenden Künste ein. Von 1998 bis 2001 wurde das Gebäude aufwändig saniert. Um dem Platzbedarf des Bundesverwaltungsgerichtes Rechnung zu tragen, wurde auf das Dach ein weiteres Obergeschoss aufgesetzt, das jedoch so weit hinter die Dachbalustrade zurückgesetzt ist, dass das äußere Erscheinungsbild nicht gestört wird.

 

Adresse:
Simsonplatz 1
04107 Leipzig
www.bverwg.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 9 (Haltestelle Neues Rathaus), 10 und 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Neues Rathaus)

Leipzig, Evangelisch-reformierte Kirche

 

Die evangelisch-reformierte Kirche wurde 1896–99 nach Plänen des Leipziger Baumeisters Georg Weidenbach und seines Mitarbeiters Richard Tschammer erbaut. Sie ist der erste Leipziger Sakralbau des Historismus, der auf Formen der Renaissance zurückgreift. Am 4. Dezember 1943 wurde die Kirche durch Brandbomben schwer getroffen. Schon 1946 begann man mit dem Wiederaufbau, die Gestaltung des Innenraums wurde dabei vereinfacht, entspricht aber dem Grundtyp der Weidenbachschen Raumgestaltung. Mit übereinander angeordnetem Abendmahlstisch, Kanzel und Orgel, auf die das Gestühl ausgerichtet ist, folgt der Innenraum einer Forderung des sogenannten Wiesbadener Programms von 1891 für die Ausgestaltung evangelischer Kirchenräume. 1968 erhielt die Kirche eine Jehmlich-Orgel. Die letzte Renovierung des Innenraums und des Äußeren erfolgte 1992–96, so dass die Kirche in ihrer dominanten Lage am nördlichen Ring wieder ihre alte Wirkung zeigt.

 

Adresse:
Tröndlinring 7
04105 Leipzig
www.reformiert-leipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring)

Leipzig, forum thomanum

 

Aufbauend auf die Tradition der THOMANA, »glauben, singen, lernen«, entsteht um die Thomasschule und das Alumnat des Thomanerchores der Bildungscampus forum thomanum. Zu diesen zwei bereits bestehenden Stätten gehören mittlerweile die Kindertagesstätte, die Grundschule mit Hort, derzeit in einem Interim in Gohlis, und die Lutherkirche. Eine musicaccademia und eine Mittelschule sind bereits in Planung. Der Bildungscampus wird einmal über 1.200 Kindern und Jugendlichen eine Ausbildung mit einem musikalischen und sprachlichen Profil, eingebettet in das christliche Wertesystem, anbieten und so viele Menschen jeden Alters an der reichen Tradition der THOMANA teilhaben lassen.
2017, zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation, soll der Aufbau des Bildungscampus forum thomanum abgeschlossen sein. Bis zu diesem Zeitpunkt wird die Lutherkirche grundlegend renoviert, damit sie multifunktional genutzt werden kann – als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum. Sie bildet damit das Zentrum des internationalen Bildungscampus.

 

Adressen:
Hillerstraße 7, 8
Sebastian-Bach-Straße 3
Ferdinand-Lassalle-Straße 25
04109 Leipzig
www.forum-thomanum.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 14 (Haltestelle Marschnerstraße)

Leipzig, Gewandhaus

 

Seinen Namen hat das Gewandhausorchester von seiner ersten Spielstätte, dem ab 1781 genutzten Saal über dem Tuchboden des Gewandhauses am alten Neumarkt. Mehr als 100 Jahre später, am 11. Dezember 1884, wurde das von den Architekten Martin Gropius und Heinrich Schmieden erbaute Neue Gewandhaus im Musikviertel gegenüber der Universitätsbibliothek eingeweiht und gelangte wegen seiner hervorragenden Akustik und gelungenen Architektur zu Ruhm und Ansehen. Am 20. Februar 1944 wurde es bei Luftangriffen schwer getroffen und nicht wieder aufgebaut, die ausgebrannte, aber gesicherte Ruine schließlich 1968 abgerissen. Als Heimstatt für das Gewandhausorchester diente 35 Jahre lang die Kongresshalle am Zoo, bis am 8. Oktober 1981 das (zweite) Neue Gewandhaus am Karl-Marx-Platz (heute Augustusplatz) nach vierjähriger Bauzeit eröffnet werden konnte. Neben dem Großen Saal mit fast 2.000 Plätzen besitzt dieses Haus noch einen kleineren Saal für etwa 500 Zuhörer, der nach einem Umbau 1997 den Namen Mendelssohn-Saal erhielt.

 

Adresse:
Augustusplatz 8
04109 Leipzig
www.gewandhaus.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Pfeilerhalle

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Musikinstrumente und dem Museum für Völkerkunde auch das Museum für Angewandte Kunst. Ende 2007 eröffnete es nach umfassender Sanierung den ersten Teil seiner neuen Ständigen Ausstellung, die insgesamt drei Ausstellungsrundgänge umfassen wird. Der erste, sich über dreißig Ausstellungsräume erstreckende Rundgang »Antike bis Historismus« ist den älteren Sammlungsbeständen gewidmet und lädt ein zu einer Reise durch 2.500 Jahre Kunstgeschichte. Der zweite Ausstellungsrundgang »Asiatische Kunst. Impulse für Europa« wurde Ende Januar 2010 eröffnet, der dritte Rundgang »Jugendstil bis Gegenwart« kann seit März 2012 besichtigt werden.
Darüber hinaus locken wechselnde Sonderausstellungen und die jährlich Ende Oktober stattfindende GRASSIMESSE ins Museum.

 

Adresse:
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Leipzig, GRASSI Museum für Musikinstrumente

 

Unweit vom Stadtzentrum Leipzigs liegt am Johannisplatz das Grassimuseum, benannt nach einem wohlhabenden Leipziger Kaufmann, aus dessen Erbe zahlreiche Bauten in Leipzig finanziert wurden. Der Komplex des Museums beherbergt neben dem Museum für Völkerkunde und dem Museum für Angewandte Kunst auch eine der größten Musikinstrumentensammlungen der Welt.
Die Geschichte dieser Sammlung geht zurück auf das Wirken des in Leipzig lebenden Holländers Paul de Wit (1852–1925). Er eröffnete 1886 am Thomaskirchhof 16, dem heutigen Sitz des Bach-Archivs, ein Museum, in dem er historische Musikinstrumente ausstellte und gelegentlich auch zum Klingen brachte. 1905 wurde diese Kollektion an den Kölner Papierfabrikanten Wilhelm Heyer verkauft. Nach dessen Tod gelangte sie mit Hilfe einer gewaltigen Spende des Musikverlegers Henri Hinrichsen in den Besitz der Leipziger Universität und zog in den Nordflügel des damals neu erbauten Grassimuseums, wo sie am 30. Mai 1929 feierlich eröffnet wurde.
Der Zweite Weltkrieg verursachte katastrophale Schäden an der Sammlung, zahlreiche Exponate sowie das Archiv und die Bibliothek fielen nach einem Bombenangriff im Dezember 1943 den Flammen zum Opfer. Die ausgelagerten Bestände kamen nur teilweise wohlbehalten zurück, Diebstahl und unsachgemäße Lagerung brachten weitere große Verluste. Anfang der 1950er Jahre konnte das Museum wieder aufgebaut und schrittweise der Öffentlichkeit präsentiert werden. Durch gezielte Ankäufe und einzelne Schenkungen wurde der Bestand des Museums inzwischen wesentlich bereichert, die Sammlung ist heute eine der größten in Deutschland.
Im Jahr 2006 wurde das Museum nach einer grundlegenden Renovierung im neuen Glanz wiedereröffnet. Mit dem Zimeliensaal steht seitdem ein bestens geeigneter Raum für Kammerkonzerte und Vorträge zur Verfügung.

 

Adresse:
Johannisplatz 5–11
04103 Leipzig
www.grassimuseum.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz/Grassimuseum)

Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig

 

Am 2. April 2001 wurde der Große Saal der 1843 gegründeten Hochschule für Musik und Theater Leipzig nach zweijähriger Bauzeit eingeweiht. Er entstand an der Stelle des 1944 zerstörten Konzertsaales. Deutschlands ältestes Konservatorium verfügt seitdem wieder über den bis dato fehlenden, multifunktionellen Proben- und Aufführungsort. Entsprechend seiner vielfältigen Nutzung für den Lehr- und Veranstaltungsbetrieb trägt der Saal mit 450 Plätzen zu einer Bereicherung des Leipziger Kulturlebens bei.

Die architektonische Gestaltung des Saales basiert auf dem Entwurf von Prof. Eckhard Gerber aus Dortmund, der den 1994 ausgeschriebenen Wettbewerb gewann und von der Jury für seine »knappe, ja karge Formensprache« gelobt wurde. Die Verbindung des einfachen, monolithischen Neubaus mit dem Altbau bildet einen Hof, der eng mit dem Saal verknüpft die neue Mitte der Hochschule darstellt. Durch die innere und äußere Holzverkleidung brachte der Architekt die Bedeutung des Saales als neues »Instrument« der Hochschule zum Ausdruck. Eine verglaste Fuge bestimmt den Raumeindruck zwischen Alt und Neu, Foyer und Saal, Realität und Illusion und korrespondiert mit der Aufgabe der Hochschule, Traditionelles zu öffnen und neue Entwicklungen zuzulassen.

Der Innenraum ist multifunktionell gestaltet und kann sowohl für Orchester- und Chorkonzerte als auch für Opern-, Theater- und Musical-Aufführungen, Proben etc. genutzt werden. Den Blickfang bildet die große Konzertorgel der Firma Eule, die über drei Manuale, 60 Register und etwa 4.240 Pfeifen verfügt. Mit diesem Instrument ist es jetzt wieder möglich, große romantische Orgelliteratur – auch gemeinsam mit dem Hochschulorchester – im eigenen Saal aufzuführen.

Adresse:
Grassistraße 8
04107 Leipzig
www.hmt-leipzig.de
 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Buslinie 89 (Haltestelle Wächterstraße)
 

Leipzig, Kath. Propsteikirche St. Trinitatis

Die neue Propsteikirche St. Trinitatis. Quelle: Bonifatiuswerk

Der erste Neubau einer katholischen Kirche in Leipzig nach der Reformation erfolgte 1847. Die Trinitatiskirche westlich der Pleißenburg (dem heutigen Standort des Neuen Rathauses) wurde bei Bombenangriffen 1943/44 jedoch schwer beschädigt und ihre Ruine 1954 gesprengt, um Platz für eine neue Kirche zu schaffen. Die Zusagen der Stadt Leipzig für den Neubau wurden jedoch immer wieder zurückgezogen, so dass es bis 1982 dauerte, ehe die zweite Propsteikirche in der Emil-Fuchs-Straße am Rande des Rosentals geweiht wurde. Nach nur rund 20 Jahren traten indes durch Nässe und Baumängel hervorgerufene Schäden auf, deren Behebung die Kosten eines Neubaus überstiegen hätten.

 

Südlich des Neuen Rathauses – in Sichtweise des Standortes der ersten Trinitatiskirche – konnte am 27. April 2013 schließlich der Grundstein für den Neubau der neuen, dritten Propsteikirche St. Trinitatis gelegt werden. Man entschied sich für den Entwurf des Leipziger Architektenbüros Schulz & Schulz, insbesondere wegen seines nachhaltigen Ansatzes: So wird die Kirche über Photovoltaik-Anlagen mit Strom versorgt, im Turm befindet sich ein Speicher für Regenwasser, das aufbereitet wird und für den Betrieb des gesamten Gebäudes genutzt werden kann.

 

Der größte Kirchenneubau Ostdeutschlands nach 1990 wird ermöglicht über zahlreiche Spenden privater Personen im In- und Ausland, vieler Firmen, des Bonifatiuswerkes – und auch von Seiten der evangelischen Kirche: So setzte etwa die Thomaskirche mit der Übergabe mehrerer Kollekten ein deutliches Zeichen der Ökumene in Leipzig.

 

Im Jahr 2016 wird die Propsteikirche St. Trinitatis Haupt-Veranstaltungsort des 100. Deutschen Katholikentages sein.

 

Adresse:
Nonnenmühlgasse 2
04107 Leipzig
www.propstei-leipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahn-Linien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11, 14 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Krystallpalast Varieté

 

1882 eröffnete in Leipzig das erste, größte und wohl berühmteste Varietétheater der Stadt, der Krystallpalast – ein Komplex ganz aus Glas und Eisen, dessen Theatersaal, Wintergarten, Ausstellungssaal, Restaurants und Gesellschaftsräume insgesamt bis zu 15.000 Gästen Platz boten. Er galt als größte Vergnügungsstätte Deutschlands. 1887 wurde zudem eine gigantische Zirkushalle von 36m Höhe eingeweiht, die 3.000 Besucher fasste. Nebenbei befand sich im Krystallpalast auch Leipzigs größtes Restaurant. Über 1.000 Gäste wurden hier allabendlich bedient. Die ganze Herrlichkeit jedoch verwandelte sich in einer Bombennacht 1943 in ein Trümmerfeld.

54 Jahre später wurde in der Magazingasse eine neue Spielstätte eröffnet – als erstes und bislang einziges Varietétheater der neuen Bundesländer. Der Spielbetrieb lief auf Hochtouren, eine Reihe hervorragend besetzter, besuchter und bejubelter Produktionen zeugten von der Richtigkeit der Idee. Einen weiteren Neuanfang gab es, nachdem in der Silvesternacht 2003/04 der große Saal komplett ausbrannte. Der Wiederaufbau wurde zur gründlichen Rekonstruktion, bisherige Mängel wurden beseitigt, das Platzangebot und die technischen Möglichkeiten optimiert.

 

Adresse:
Magazingasse 4
04109 Leipzig
www.krystallpalast.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Augustusplatz), 16 (Haltestelle Roßplatz), 2, 8, 9, 10, 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz), Buslinie 89 (Haltestelle Moritzbastei)

Leipzig, Lutherkirche

 

Die Lutherkirche mit ihrem 58 Meter hohen Turm wurde in den Jahren 1883 bis 1886 auf der Anlage des Johannaparkes im Stil der Neogotik erbaut. Der Entwurf stammte vom damals gerade erst 28-jährigen Architekten Julius Zeißig. Die Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg überstand die Kirche unbeschadet. Die Orgel des Orgelbauers Richard Kreutzbach aus Borna wurde ebenfalls 1886 fertig gestellt, jedoch schon 1888 bei einem Brand beschädigt. Nach einer Restaurierung in Saalfeld wurde sie im August 2000 erneut geweiht. 2002 wurde die Luthergemeinde mit der Thomas-Matthäi-Gemeinde zusammengelegt, seitdem wird die Lutherkirche nur noch sporadisch für Gottesdienste genutzt. Sie ist integriert in das Konzept des forum thomanum, in dem ihr eine zentrale Bedeutung als Gottesdienststätte, Schulaula, Konzert-, Theater- und Aufnahmeraum zukommt.

 

Adresse:
Ferdinand-Lassalle-Str. 25
04105 Leipzig
www.forum-thomanum.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 1, 8, 14 (Haltestelle Westplatz)

Leipzig, Markt

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

 

Im Herzen der Stadt Leipzig befindet sich der Markt. Im Mittelpunkt der etwa 10.000m² großen Fläche ist in das Mosaikpflaster das Leipziger Stadtwappen eingelassen. Östlich des Marktes befinden sich die Arkaden des Alten Rathauses (1556), des ältesten erhaltenen Bauwerkes am Platz. An der Nordseite sind einige historischen Gebäude nach der Kriegszerstörung wieder aufgebaut worden, darunter die sogenannte Alte Waage. An der Südseite wird der Marktplatz vom Königshaus und Barthels Hof, sowie Neu- und Umbauten der letzten Jahre, die an historischen Gebäudesilhouetten erinnern sollen, gesäumt.
Schon früh bildete der Marktplatz das Zentrum des öffentlichen Lebens. Hier spielte sich ein Großteil des Warenumschlags der Leipziger Messe ab. Vor 1500 fanden auf dem Markt als kulturelle Höhepunkte Ritterspiele statt. Gleichzeitig war hier auch der Schauplatz öffentlicher Hinrichtungen und erster politischer Demonstrationen.
Heute ist der Markt Veranstaltungsort von Stadtfesten, Markttagen, Festivals und natürlich des Leipziger Weihnachtsmarktes, der als einer der traditionsreichsten Deutschlands gilt.

 

Adresse:
Markt
04109 Leipzig

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz), 9 (Haltestelle Thomaskirche), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Michaeliskirche

 

Die Michaeliskirche bildet mit der Peterskirche über das Alte Rathaus die Hauptachse der Innenstadt in Nord-Süd-Richtung. Deshalb ist die Kirche mit ihrem Marmoraltar nicht wie üblich nach Osten, sondern nach Norden ausgerichtet. Sie ist in einer geglückten Synthese von Jugendstilelementen mit denen der deutschen Renaissance in den Jahren 1901–04 erbaut worden, die monumentale Fassade mit dem 72 Meter hohen Turm kündet vom Wohlstand und Selbstbewusstsein des Leipziger Bürgertums um die Jahrhundertwende. Den Innenraum prägen sehenswerte Holzschnitzereien an Emporen, Bänken und Kanzel, farbige Chorfenster sowie die dreimanualige unveränderte Sauer-Orgel mit 46 klingenden Registern und reich geschnitztem Jugendstilprospekt.

 

Adresse:
Nordplatz 14
04155 Leipzig
www.michaelis-friedens.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Nordplatz)

Leipzig, Moritzbastei

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Gert Mothes

Die Moritzbastei wurde als Bastion unter der Leitung von Hieronymus Lotter in den Jahren 1551–54 errichtet. Nachdem sie bereits im 30-jährigen Krieg erstmals erstürmt wurde, verlor sie im Siebenjährigen Krieg ihre militärische Funktion. Sie diente fortan als Lager für Handelswaren und als Arbeitsstätte für Glockengießer, Schwefelzieher und Buchdrucker. 1796 bis 1834 wurde auf den Mauern der zerstörten Moritzbastei die erste konfessionslose Bürgerschule Deutschlands errichtet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Schule durch einen Bombenangriff zerstört. Schutt und Reste des zerstörten Baus wurden in die Gewölbe der Bastei gefüllt. 1973/74 entdeckten Studenten auf der Suche nach geeigneten Räumen für einen Studentenclub die Reste der Moritzbastei. Sie überzeugten die Universität und die Stadt vom Wiederaufbau. Im Jahr 1974 wurde die Moritzbastei an die Studenten der Universität übergeben. In 150.000 unbezahlten Arbeitsstunden wurden rund 40.000 Kubikmeter Schutt entfernt. 30.000 Studenten arbeiteten während der Bauphase an der Moritzbastei, darunter auch die heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel. Heute wird die Moritzbastei von einer kommerziellen GmbH betrieben.

 

Adresse:
Universitätsstraße 9
04109 Leipzig
www.moritzbastei.de

 

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 2, 8, 9, 10, 11 (Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz)

Leipzig, Nikolaikirche

Foto: LTM/Andreas Schmidt

 

Die Nikolaikirche – eine der ältesten Kirchen der Stadt Leipzig – ist seit ihrem Bestehen eng mit der Geschichte der Stadt und den Geschicken ihrer Bürger verbunden. Vielleicht drückt sich gerade diese Verbundenheit der Bürger mit ihrer Stadt- und Pfarrkirche in den ständigen Veränderungen ihrer äußeren und inneren Ausgestaltung aus. Ob die ursprüngliche romanische Basilika mit ihrer wuchtigen Doppelturmanlage oder die gotische Hallenkirche, der dann noch ein dritter Turm hinzugefügt wurde oder schließlich die klassizistische Umgestaltung des Innenraums: Immer spiegelt die Nikolaikirche das Selbstbewusstsein der Städter wider.
Die Kirchenmusik von St. Nikolai war von Alters her eng verbunden mit der Nachbarkirche St. Thomas. Obwohl die Nikolaikirche als die Hauptpfarrkirche Leipzigs galt, beschäftigte sie doch keinen eigenen Kantor. Der Kantor an der Thomasschule hatte die Verantwortung für die Kirchenmusik an beiden Hauptkirchen – St. Nikolai und St. Thomas – sowie an der Neuen Kirche St. Matthäi und der Peterskirche – so auch Johann Sebastian Bach in seiner Leipziger Zeit von 1723 bis 1750.

2015 feiert die Nikolaikirche ihr 850-jähriges Bestehen.

Den Sitzplan der Nikolaikirche finden Sie hier.

 

Adresse:
Nikolaikirchhof
04109 Leipzig
www.nikolaikirche.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
5 bis 10 Min. zu Fuß vom Hauptbahnhof

Leipzig, Oper

 

Die Leipziger Operntradition ist eine der ältesten in Europa. Im Jahre 1693 wurde das erste Leipziger Opernhaus – nach Venedig und Hamburg das dritte öffentliche Opernhaus überhaupt – gegründet. In den folgenden drei Jahrhunderten war Leipzigs Operngeschichte geprägt durch eine Vielzahl an Ur- und Erstaufführungen, eng verbunden mit dem Wirken berühmter Komponisten und Dirigenten. Unter G. P. Telemann wurde ab 1700 die Verbindung von städtischer Musikpflege und Oper eingeleitet.

Im Jahre 1766 bekam Leipzig ein für Opernaufführungen geeignetes Gebäude, nach dem Umbau 1817 war es das erste feste Theater der Stadt. Hier war E. T. A. Hoffmann zeitweilig Kapellmeister, die Erstaufführung von Webers »Oberon« sowie die Uraufführung von Marschners »Der Vampir« und von Lortzings Meisterwerken »Hans Sachs«, »Der Wildschütz« und »Zar und Zimmermann« fanden statt. 1868 eröffnete des Neue Theater am Augustusplatz. Schwerpunkt bildete die Pflege des Wagner-Repertoires. Bedeutende Dirigenten bis 1890 waren Artur Seidl, Arthur Nikisch und Gustav Mahler. In den 1820er Jahren schloss sich die Oper Leipzig lebhaft dem neuen Werk gegenüber auf.

1960 wurde das Neue Leipziger Opernhaus am Augustusplatz eröffnet. In den Folgejahren prägten u. a. bedeutsame Wagneraufführungen und die Neugewinnung vernachlässigter Werke den Spielplan – die Leipziger Opernarbeit erreichte internationale Aufmerksamkeit. Seit 1840 spielt das Gewandhausorchester zu allen Aufführungen im Opernhaus und ist bis heute Garant für höchstes musikalisches Niveau.

Adresse:
Augustusplatz 12
04109 Leipzig
www.oper-leipzig.de

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 15, 16 (Haltestelle Augustusplatz)

Leipzig, Peterskirche

Die Leipziger Peterskirche, erbaut 1882–1885, stellt ein herausragendes neugotisches Bauwerk in Sachsen und eines der bedeutendsten Zeugnisse des Historismus im deutschsprachigen Raum dar. Sie ist – vom umbauten Raum her – Leipzigs größte Kirche und mit dem zugleich höchsten Kirchturm (88 Meter) die städtebauliche Dominante der Leipziger Südvorstadt. Die Peterskirche folgt mit der Bauform der Hallenkirche der deutschen Tradition, greift aber gleichzeitig den Stil der französischen Kathedralgotik auf. Aufgrund ihrer äußeren und inneren Gestaltung, ihrer baulichen Durchbildung und ihrer städtebaulichen Einordnung stellt sie ein Gesamtkunstwerk von überragender Bedeutung dar.

 

Adresse:
Schletterstraße 5
04107 Leipzig
www.peterskirche-leipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 10, 11 (Haltestelle Hohe Straße LVB)

Leipzig, PROMENADEN Hauptbahnhof

 

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzte sich die Deutsche Bahn AG das Ziel, den Leipziger Hauptbahnhof, den größten Kopfbahnhof Europas, in seiner markanten äußeren Form zu erhalten und so umzugestalten, dass er als Anziehungspunkt das Interesse der Öffentlichkeit auch weit über die Grenzen Leipzigs hinaus wieder auf sich lenkt. Das Gebäude wurde durch eine privaten Investorengemeinschaft, bestehend aus Fondsanlegern der Deutsche Bank AG und der ECE-Gruppe, denkmalschutzgerecht saniert und mit modernen Elementen ergänzt bzw. erweitert. Das imposante 300 Meter breite Empfangsgebäude erstrahlt seitdem in neuem Glanz. Das Unter- und das Erdgeschoss des Empfangsgebäudes sowie der über 250 Meter lange Querbahnsteig wurden zum Einkaufs- und Dienstleistungsbereich auf drei Ebenen, mit direktem Anschluss an die Leipziger Fußgängerzone Nikolaistraße, ausgebaut. Innerhalb von nur zwei Jahren wurden 1,6 Millionen m³ umbauter Raum für rund 250 Millionen € neu gestaltet.

Die PROMENADEN sind als beispielgebendes Pilotprojekt für die Revitalisierung eines denkmalgeschützten Großbahnhofes mit zahlreichen nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet worden.
Mit der Neugestaltung der im November 1997 eröffneten PROMENADEN wurde die Einkaufswelt der Leipziger Innenstadt um 30.000 m² mit ca. 140 Geschäften erweitert. 80.000–150.000 Menschen aus allen Teilen der Republik nutzen täglich die PROMENADEN.

 

Adresse:
Willy-Brandt-Platz
04109 Leipzig
www.promenaden-hauptbahnhof-leipzig.de

Leipzig, Salles de Pologne

Das Hôtel de Pologne befindet sich in der Hainstraße 16/18 im Herzen der Leipziger Innenstadt. Noch im 19. Jahrhundert standen hier drei Gebäude, darunter die beiden Gasthöfe »Zum Goldenen Adler« und »Zum Birnbaum«, wo 1519 auch Martin Luther zu Gast war. C. A. Pusch kaufte die Gebäude ab 1819 einzeln auf. In Erinnerung an den Besuch des polnischen Königs Stanisław I. Leszcyński nannte Pusch seinen Besitz »Hôtel de Pologne«. Nachdem 1846 die Gebäude durch einen Brand zerstört wurden, begann ein Jahr später der Neubau des zu dieser Zeit größten Leipziger Hotels mit 130 Gästezimmern auf fünf Etagen, Lichthof und imposanter Marmor-Freitreppe. 1892/93 erhielt die Fassade durch den bekannten Leipziger Architekten Arwed Roßbach ein imposantes Antlitz im Stil der florentinischen Renaissance. Das Hotel lud schon damals nicht nur zum Übernachten, sondern auch zu Festen und beliebten Ballnächten im großen, prunkvollen neobarocken, Ballsaal ein (250 m²), der 1893 nach den Plänen Ludwig Heims fertig gestellt worden war und Platz für 1.500 Gäste bot. Während des Ersten Weltkrieges wurden die Räumlichkeiten als Lazarett genutzt und 1917 wurde das Hotelgeschäft gänzlich aufgegeben. Nur im Ballsaal herrschte durch Veranstaltungen und Gastronomie das öffentliche Leben. In den folgenden Jahren der Weimarer Republik diente das Gebäude als Messehaus und ab den frühen 1950er-Jahren bis nach der Wende als Bürogebäude des Leipziger Messeamtes, das den Ballsaal zu einer blau gefliesten Großküche umfunktioniert hatte. 2008 begonnen die Leipziger Projektentwickler Stadtbau A.G. eine aufwändige denkmalgetreue Restaurierung und Renovierung, um das historische Bild von 1893 innen und außen zu rekonstruieren. Am Tag des offenen Denkmals am 12.09.2010 konnte der Ballsaal erstmals wieder von der breiten Öffentlichkeit besichtigt werden. Seit 2010 stehen nun der Große Ballsaal, der Grüne Saal, die Loge sowie zwei Foyers und Nebenräume für Veranstaltungen zur Verfügung.

 

Adresse:
Hainstraße 16/18
04109 Leipzig
www.hotel-de-pologne.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
S-Bahnlinien 1, 2, 3, 4, 5, 5X (Haltestelle Markt), Straßenbahnlinien 1, 3, 4, 7, 9, 12, 13, 14, 15 (Haltestelle Goerdelerring), Buslinie 89 (Haltestelle Markt)

Leipzig, Schumann-Haus

 

Das Schumann-Haus Leipzig befindet sich in jenem eindrucksvollen klassizistischen Gebäude, in dem Robert und Clara Schumann nach ihrer Eheschließung im September 1840 eine Wohnung bezogen. Das Museum ist in der bevorzugten Beletage des Hauses eingerichtet, wo das berühmte Künstlerpaar die ersten vier Ehejahre verbrachte. Die übrigen Räume werden von der Freien Grundschule »Clara Schumann« genutzt.
In der Inselstraße komponierte Robert Schumann die »Frühlingssinfonie«, die ihn zum weltbekannten Komponisten werden ließ. Hier schrieb er außerdem zahlreiche Artikel für die »Neue Zeitschrift für Musik«, die er 1834 gegründet hatte. Clara Schumann, die schon als Clara Wieck eine berühmte Pianistin war, erschloss sich im Zusammenleben mit ihrem Mann neue Themen und vervollkommnete ihr Künstlertum. In der Leipziger Inselstraße wurden auch die ersten beiden Töchter des Ehepaares, Marie und Elise, geboren.
Der originalgetreu restaurierte Schumann-Saal dient heute als Konzertsaal. In ihm empfing das Ehepaar Schumann zahlreiche berühmte Komponisten und Intellektuelle wie Franz Liszt, Felix Mendelssohn Bartholdy, Richard Wagner, Hector Berlioz oder den Märchendichter Hans Christian Andersen, um nur einige Vertreter der Gästeschar zu nennen.

 

Adresse:
Inselstraße 18
04103 Leipzig
www.schumann-verein.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinien 4, 7, 12, 15 (Haltestelle Johannisplatz) sowie Linien 1, 8, 13 (Haltestelle Hofmeisterstraße)

Leipzig, Sommersaal im Bach-Museum

Foto: Bach-Archiv Leipzig/Martin Klindtworth

 

Das im 16. Jahrhundert erbaute Bosehaus unmittelbar gegenüber der Thomaskirche, heute Sitz des Bach-Archivs Leipzig, gehört zu den ältesten Gebäuden am historischen Thomaskirchhof. Eine Besonderheit ist der in seiner Form einzigartige Sommersaal, ein barocker Festsaal, den der damalige Besitzer Georg Heinrich Bose im Zuge der Erweiterung des Hauses ab 1711 errichten ließ. Bereits damals sorgte die Architektur des nicht beheizbaren und deshalb nur in der warmen Jahreszeit nutzbaren Sommersaals für Aufsehen. In einem Gutachten von 1731 wird er als »kostbarer« und »wohlausgezierter« Raum beschrieben. Ungewöhnlich ist die über dem Saal befindliche und mittels Deckengemälde verschließbare Musikerempore, die sogenannte Schall- oder auch Echokammer. Sie ermöglicht außergewöhnliche und überraschende Klangeffekte. Auf der Empore finden – je nach Instrument – bis zu sechs Musiker auf jeder Seite Platz. Sie können Feierlichkeiten begleiten, ohne zu stören oder gesehen zu werden.
Blieben historische Quellen zur Gestaltung des Raumes bei der Renovierung anlässlich des 300. Geburtstages Johann Sebastian Bachs (1985) noch weitestgehend unbeachtet, so empfängt der Saal seit der letzten Instandsetzung 2002 die Konzert- und Museumsbesucher wieder weitgehend so, wie Bach ihn seinerzeit erlebt haben mag. Die in der Wand eingefassten Spiegel stehen in ihrer Dreiteiligkeit und etwas unscharfen Optik der barocken Realität sehr nah, die relativ schlicht anmutenden Vorhänge aus Stangenleinwand waren in bürgerlichen Häusern damals üblich.
Während der Komplettsanierung des Bosehauses in den Jahren 2008–2010 blieb der Sommersaal weitestgehend unangetastet, lediglich sorgt eine Auffrischung der Farbe seitdem für neuen Glanz.

 

Adresse:
Thomaskirchhof 16
04109 Leipzig
www.bachmuseumleipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Buslinie 89, Straßenbahnlinie 9 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Thomaskirche

Foto: Bach-Archiv Leipzig

 

Am Ende des 15. Jahrhunderts brachten Silberfunde im Erzgebirge Leipzig großen wirtschaftlichen Wohlstand. Dieser hatte zur Folge, dass die Leipziger Kirchen innerhalb von 40 Jahren erneuert und erweitert wurden. Daher brach man 1482 das romanische Schiff der früheren Thomaskirche ab, deren Grundmauern wahrscheinlich bis in das Jahr 1160 reichten und errichtete den bis heute erhaltenen Neubau einer spätgotischen Hallenkirche. Diese wurde 1496 geweiht. Bis auf den Turm, der seine endgültige Gestalt erst im Jahr 1702 erhielt, hat sich an der Architektur der Thomaskirche nichts geändert.

Den schwersten Eingriff in die Innenausstattung brachte eine Renovierung in den Jahren 1884–89, bei der die gesamte Ausstattung der Barockzeit, in der Johann Sebastian Bach an der Thomaskirche wirkte, entfernt wurde. Seither zeigt sich das Innere der Kirche im neugotischen Stil. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten eröffnete sich die Möglichkeit, nach über 100 Jahren die Thomaskirche einer umfassenden Restaurierung und Instandsetzung zu unterziehen. Diese konnte zum 250. Todestag von Johann Sebastian Bach am 28. Juli 2000 weitgehend abgeschlossen werden. Auch der Bau der neuen Bach-Orgel war mit diesen Arbeiten verbunden.

Den Sitzplan der Thomaskirche finden Sie hier.

 

Adresse:
Thomaskirchhof
04109 Leipzig
www.thomaskirche.org

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 9, Buslinie 89 (Haltestelle Thomaskirche)

Leipzig, Zoo

Foto: Zoo Leipzig

 

Der Zoo Leipzig, einer der traditionsreichsten in Deutschland, wurde 1878 von einem Gastwirt gegründet. Ernst Pinkert stellte damals exotische Tiere als Belebung seiner Gastwirtschaft zur Schau – mit großem Erfolg. Schon bald aber trat das eigentliche Geschäft in den Hintergrund und nach nur 20 Jahren wurde der bis dahin als Privatunternehmen geleitete Zoo in eine Aktiengesellschaft umgewandelt.

130 Jahre nach seiner Gründung präsentiert sich dieses Unternehmen als »Zoo der Zukunft« heute moderner denn je. Seit 1999 wird er komplett umgebaut, nach und nach entstehen dabei Erlebniswelten, in denen seltene Tierarten wie Baikalrobben, Moschustiere oder Okapis in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten sind. Als Abschluss der Umbaumaßnahmen wurde 2011 die riesige Tropenhalle »Gondwana-Land« eröffnet, für die 2007 der Grundstein gelegt wurde.

 

Adresse:
Pfaffendorfer Straße 29
04105 Leipzig
www.zoo-leipzig.de

 

Öffentliche Verkehrsmittel:
Straßenbahnlinie 12 (Haltestelle Zoo)

Pölsfeld, St. Moritz

 

Die evangelische Kirche St. Mauritius (St. Moritz) wurde erstmals 1539 urkundlich erwähnt. 1777 bis 1779 erfolgte aufgrund der zunehmenden Baufälligkeit des alten Gebäudes ein Kirchenneubau. Die St. Mauritiuskirche in Pölsfeld, einem Stadtteil des anhaltinischen Allstedts, besitzt noch immer vier Register der ursprünmglichen, bereits 1696 erreichteten Orgel. Kein geringerer als Zacharias Hildebrandt baute unter Verwendung der 4 Register 1728 die Orgel neu, die schon 1773 vom Orgelbauer Thiele erweiteret wurde. Nach weiteren Änderungen an der Orgel fand 1983 die letzte Instandsetzung statt.

 

Adresse:
St. Moritz-Kirche
Schulgasse, 06528 Pölsfeld
www.kirchenkreis-eisleben-soemmerda.de

Pomßen, Wehrkirche

 

Der spätromanische, aus dem 13. Jahrhundert stammende Kirchenbau der Wehrkirche Pomßen beeindruckt schon äußerlich durch seine klassische Staffelung von mächtigem Westwerk, Schiff, eingezogenem Chor und halbkreisförmiger Apsis. Dazu kommt ein Treppenturm als Aufgang zur Patronatsloge des Adelsgeschlechts von Ponickau, das hier über zweieinhalb Jahrhunderte herrschte und eine der größten Grundherrschaften Westsachsens begründete. Die Loge mit ihren zwei Etagen, die großen Epitaphien, die Wappen und die herrschaftliche Gruft erinnern unmittelbar an sie, auch im Mittelfeld des dreistöckigen Renaissancealtars findet sich die Familie wieder. Der Kirchenraum wird durch eine barockzeitliche Kassettendecke mit 73 ausgemalten Feldern geschmückt. Weitere wertvolle Einzelstücke wie der romanische Taufstein und das spätgotische Kruzifix vervollständigen die reiche Ausstattung des Kircheninneren. Die ursprünglich vorhandene Orgel wurde beim Einsturz des Turmes im Jahre 1661 zerstört. Ein neues Instrument schuf im Jahr 1671 der Döbelner Orgelbauer Gottfried Richter. Die Orgel ist bis heute erhalten und gilt damit als die älteste spielbare Orgel in Sachsen.

 

Adresse:
Hauptstraße 31
04668 Parthenstein
Ortsteil Pomßen

 

Rötha, Marienkirche

 

Die Marienkirche in Rötha ist nie zu Ende gebaut worden. Was man heute bestaunen kann, ist lediglich der Chorraum einer ungewöhnlich groß geplanten Wallfahrtskirche, die wahrscheinlich zwei Türme erhalten sollte. 1510 begann der Bau an jenem Ort, an dem acht Jahre zuvor ein Schäfer eine Marienerscheinung gehabt haben soll. 1520 wurde das Vorhaben vermutlich aus finanziellen Gründen jedoch abgebrochen und der Bau durch eine rasch hochgezogene Mauer abgeschlossen.

Im Gegensatz zum spätgotischen Baukörper ist die Ausstattung der Kirche barock. Kanzel, Taufe, Patronatsloge, Emporen und Gestühl stammen aus der Zeit um 1720, sind jedoch in schlechtem Zustand. Im Vertrag zum Orgelbau der Georgenkirche von 1718 steht, dass Silbermann die alte Orgel in der Marienkirche »gegen Genießung freyer Kost und Logis« transportieren und »daselbst ohne Entgeld aufsezen und um ein billiges« reparieren soll. Nach Abbruch der Orgel wurde diese aber in einem »dermaßen schlechten Zustande gefunden, daß die vorhabende Transportation und Reparatur ohne effect gewesen«. So schlossen Freiherr von Friesen und Gottfried Silbermann 1721 einen weiteren Vertrag zum Bau einer neuen Orgel für die Marienkirche ab. 1722 wurde sie fertig gestellt.

Um 1942, da die Marienkirche in einem sehr schlechten baulichen Zustand war, wurde die Orgel ausgelagert. 1950 stand sie während des Bachfestes im Saal des Alten Rathauses in Leipzig, danach in der Bachausstellung in Berlin. Es dauerte noch bis 1960, dass sie nach Reparatur des Kirchendaches wieder an ihrem angestammten Platz aufgestellt werden konnte.

 

Adresse:
Marienstraße
04571 Rötha
www.kirche-um-borna.de

 

Rötha, St. Georgenkirche

 

Die dem Heiligen Georg gewidmete Stadtkirche Röthas entstand um 1140 als romanische Pfeilerbasilika. Von der ursprünglichen Anlage sind Teile der Außenmauern, die Stützen des Langhauses und der Westbau erhalten. Der baufällige romanische Chorraum wurde 1510 abgerissen und durch einen spätgotischen Chor ersetzt. Wertvolle Malereien aus dieser Zeit konnten bei einer Innenrenovierung im Jahr 1970 freigesetzt werden. Die Holzdecke des Mittelschiffes, mitverantwortlich für die hervorragende Akustik der Kirche, die Windfangtüren sowie das Gestühl sind einer Renovierung von 1896/97 zu verdanken.

Die erste Orgel für die Georgenkirche baute 1614 Josias Ibach aus Grimma. Mehrfach wurde sie repariert, war aber letztendlich nicht mehr brauchbar. Der Vertrag zum Bau einer neuen Orgel wurde 1718 zwischen dem damaligen Kirchenpatron Christian August Freiherr von Friesen auf Rötha und dem auch zu dieser Zeit schon berühmten Orgelmacher Gottfried Silbermann abgeschlossen. Das Instrument wurde von Johann Kuhnau, dem Vorgänger Bachs im Amt des Leipziger Thomaskantors, und vom Altenburger Hoforganisten Gottfried Ernst Bestel abgenommen und 1721 feierlich eingeweiht. Auch heute erklingt sie noch bei zahlreichen Konzerten und Gottesdiensten.

Adresse:
Johann-Sebastian-Bach-Platz
04571 Rötha
www.kirche-um-borna.de

Sangerhausen, Jacobikirche

 

Die südlich des Harzes gelegene Stadt Sangerhausen wurde im 9. Jahrhundert in einem Verzeichnis des Klosters Hersfeld erstmals erwähnt. Im Zuge einer Stadterweiterung im 13. Jahrhundert entstand der jetzige (neue) Markt mit dem Rathaus, 1271 wird erstmalig die Marktkirche genannt. Sie war der Vorgängerbau der heutigen Jacobikirche, deren Bau 1457 begonnen wurde. Die alte, romanische Kirche wurde dabei schrittweise rückgebaut und durch eine gotische Hallenkirche ersetzt.

Fertig gestellt wurde das Kirchenschiff 1472, bis 1510 wurde der Chor mit seinem reichen Netzgewölbe errichtet. Der 1542 vollendete Turm, der sich später nach Westen neigte, weil er wahrscheinlich auf einem aufgeschütteten Wallgraben erbaut wurde, gilt heute als ein Wahrzeichen Sangerhausens – man nennt ihn »den schiefen Jacob«

Im Jahre 1728 wurde die von Zacharias Hildebrandt errichtete Orgel der Jacobikirche geweiht. Der Schüler von Gottfried Silbermann hatte zwei Jahre zuvor einen Streit vor dem »Allerwürdigsten und - höchsten Gericht Seiner Königlichen Majestät« in Dresden verloren und es war ihm nun untersagt, weiterhin im Land Sachsen Orgeln zu errichten. Dieses Privileg gehörte allein Gottfried Silbermann.

Sangerhausen jedoch gehörte zum Herrschaftsbereich derer von Sachsen-Weißenfels.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit kann davon ausgegangen werden, dass es Johann Sebastian Bach war, der – die schwierige und im Kampf gegen Silbermann aussichtslose Situation Hildebrandts Nähe kennend – dem herzoglichen Haus von Sachsen-Weißenfels dringend empfohlen hatte, die Dienste Hildebrandts in Anspruch zu nehmen. Bach, der auch den Titel eines »Hochfürstlich Sachsen-Weißenfelsischen Hofkapellmeisters« führte, war mit Hildebrandt befreundet, und er schätzte seine Instrumente sehr. Er fand in den Orgeln des jungen Meisters das umgesetzt, was er von den Instrumenten seiner Zeit erwartete: sie hatten Klanggewalt, Farbigkeit und Gravität.

Die Hildebrandt-Orgel wurde im Laufe der Zeit mehrfach repariert und im 19. Jahrhundert dem Geschmack der damaligen Zeit entsprechend mit anderen Registern versehen. 1971 schließlich drang bei der Bekämpfung eines Dachstuhlbrandes Löschwasser in das Instrument ein und machte es weitgehend spielunfähig. Erst 1976 konnten die Restaurierungsarbeiten am Instrument beginnen, sie lagen in den Händen der Bautzener Orgelbaufirma Eule und dauerten bis 1978. Seit dieser Zeit kann das wertvolle Instrument wieder die Aufgaben im Gottesdienst übernehmen.

Adresse:
Alte Promenade 23
06526 Sangerhausen
www.jacobigemeinde-sangerhausen.de

Steinbach, Dorfkirche

 

Der kleine Ort Steinbach wurde erstmals 1168 urkundlich erwähnt. Er profitierte in seiner frühen Entwicklung von einer Klostergründung im nahegelegenen Bad Lausick. So wurden in Steinbach vermutlich noch im 12. Jahrhundert eine Burg sowie eine einfache Holzkirche errichtet. 1715 erfolgte der Neubau eines Herrenhauses, zwei Jahre später konnten die neue Kirche sowie das Pfarrhaus vollendet werden. Das Gotteshaus beeindruckt in seiner schlichten, hellen Schönheit. Auffällig sind die einfarbige Stuckdecke, die Patronatsloge auf der Westseite und vor allem die Anordnung von Altar, Kanzel und Orgel auf der Ostseite.

Die Orgel in der Dorfkirche zu Steinbach stammt von Johann Ernst Hähnel (1697–1777), einem Zeitgenossen und Konkurrenten von Gottfried Silbermann. Wann Hähnel die Orgel in Steinbach gebaut hat, ist aus dem spärlich überlieferten Quellenmaterial nicht eindeutig zu klären. Eine Besonderheit des Steinbacher Instruments besteht in der Aufstellung eines freistehenden Spieltisches an der Brüstung. Der Organist blickt somit in Richtung der Gemeinde, muss sich allerdings zum Registrieren umdrehen, da sich die Registerzüge am Hauptgehäuse der Orgel befinden.

Adresse:
Kirchgasse 2
04567 Bad Lausick
OT Steinbach

Taucha, Rittergut

 

Wilhelm von Haugwitz, der Jüngere, ein ehemaliger Stadtherr, ließ 1542 ein Schloss auf dem Burgberg in Taucha erbauen. Das Schloss, welches bereits 1569 durch den Leipziger Rat gekauft wurde, bot in den Jahren darauf häufig Schutz und Unterkunft in verschieden Notlagen und Kriegen. So war es sowohl für die schwedischen als auch die deutschen Truppen während des Dreißigjährigen Krieges ein vorübergehendes Quartier, diente aber auch während der Völkerschlacht 1813 als Lazarett für rund 1000 preußische und russische Soldaten, ehe es um 1820 mit dem Abriss des Schlossturmes allmählich zum Landwirtschaftsbetrieb umgebaut wurde, was etlichen Veränderungen am Gutsschloss zur Folge hatte. 1946 wurde der Landbesitzes aufgeteilt. 1996 übernahm die Stadt Taucha das Rittergut, im Jahr 2000 wurde der Förderverein Schloss Taucha, der den Erhalt und den weiteren Ausbau des Ritterguts sichern soll. Auf dem Gelände des Ritterguts befindet sich zusätzlich das 1. Deutsche Rittergutsmuseum, das 2011 eröffnet wurde und jeden 4. Sonntag im Monat von 14 bis 16 Uhr geöffnet hat.

 

Adresse:
Förderverein Schloss Taucha
Haugwitzwinkel 1, 04425 Taucha
http://schlossverein-taucha.de

Torgau, Bürgermeister-Ringenhain-Haus und Rathaussaal

 

Das dreigeschossige Bürgerhaus, welches 1596 erbaut wurde, besitzt in den Wohnräumen und Sälen einzigartige und qualitativ sehr hochwertige Decken- und Wandmalereien sowie figurative Verzierungselemente des 16. und 17. Jahrhundert. Die prächtige Ausstattung dieses Wohnhauses ist dem ehemaligen wohlhabenden Tuchhändler und Bürgermeister Torgaus Paul Ringenhain (1570–1637) zu verdanken. Durch die Malereien von Künstlern wie Pieter de Bruck ließ er sein Haus mit niederländischen und italienischen Einflüssen entsprechend des höfischen Brauches herrichten. Heute wird das Bürgermeister-Ringenhain-Haus als Museum benutzt, in dem man die Lebensweise eines reichen Torgauer Bürgers des 16./17. Jahrhunderts bewundern kann.

 

 

 

Der wirtschaftliche Aufschwung unter der Regentschaft des Kurfürsten August von Sachsen ermöglichte die Errichtung das Torgauer Rathaus zwischen den Jahren 1563 und 1578 im Stile der Renaissance. Dabei wurden vom Dresdner Baumeister Valten Wegern zunächst nur die nördlichen drei Viertel erbaut, ehe 1577/78 der südliche Teil des Rathauses mit seinem markanten Eckerker hinzukam. Als Vorbild für diesen Erker diente der von Andreas Buschwitz um 1536 konstruierte Außenerker am Schloss Hartenfels. An den drei Brüstungen des Erkers sind Wappen, Symbole bürgerlicher Tugenden und die Reliefs von Karl dem Großen und Julius Cäsar als Symbol der staatsmännischen Intelligenz zu finden. Nach einigen Veränderungen am Torgauer Rathaus im 19. Jahrhundert begann Ende der 1960er Jahre die Rekonstruktion des Rathauses. Dabei wurde versucht, den ursprünglichen räumlichen Zustand des 16. Jahrhunderts wiederherzustellen.

 

Adressen:
Bürgermeister-Ringenhain-Haus
Breite Straße 9, 04860 Torgau
www.museum-torgau.de

Rathaus
Markt, 04860 Torgau

Torgau, Schlosskapelle Schloss Hartenfels

 

Der bedeutendste Baustein im Stadtensemble der Stadt Torgau ist das an einer ehemaligen Elbefurt gelegene Schloss Hartenfels. Als die Stadt im 15. Jahrhundert zur ständigen kurfürstlichen Residenz gewählt wird, beginnt der Umbau (1482–1623) der früheren Burg Torgau zu einem prachtvollen Meisterwerk, das lange Zeit als modernstes Wohnschloss in Sachsen gilt. Es ist das größte vollständig erhaltene Schloss der Frührenaissance Deutschlands.

Im Schlossinneren befindet sich der Wendelstein, eine fast 20 Meter hohe freitragende steinerne Wendeltreppe des Baumeisters Konrad Krebs. Zur Stadt hin ist die Anlage durch einen Graben getrennt, der ab 1425 als Bärenzwinger dient. Seit 1956 sind dort wieder Bären ansässig und können von der Brücke aus bewundert werden.

Ab 1771 wird das Schloss als Arbeits-, Zucht-, Waisen- und Irrenhaus genutzt. Anschließend beherbergt die Anlage ein Seuchenlazarett, von 1817 bis 1905 eine Kaserne, von 1915 bis 1926 ein Lehrerinnenseminar und von 1929 bis 1945 die preußischen Justizverwaltung, sowie das Amts- und Landgericht. 1951 wird in dem Schloss das Kreismuseum gegründet. Eine großzügige Restaurierung beginnt 1991.

Die Schlosskapelle hebt sich aus dem gesamten Baukörper des Schlosses lediglich durch das Portal hervor, das Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu zeigt. Das Gotteshaus ist der erste evangelische Kirchenneubau in Deutschland, Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige (1503–1554), ein getreuer Anhänger der Reformation, ließ sie erbauen. Martin Luthers Vorstellungen über einen Gottesdienstraum prägen die Kapelle und lassen sie zum Vorbild des protestantischen Kirchenbaues werden. Er selbst verweilte ab 1525 über 40-mal auf Schloss Hartenfels und weihte die Kirche am 5. Oktober 1544 in einem feierlichen Gottesdienst persönlich ein. Der Chor sang eine eigens für diese Feier komponierte, 7-stimmige Motette, in der der Kurfürst als »Verteidiger wahren christlichen Glaubens« und Luther und Melanchthon als »Retter unserer Erde« angesprochen werden. In einem Tischgespräch rühmte Luther den Kirchenbau mit den Worten: »Salomo hat nirgends einen so schönen Tempel gebaut, als Torgau hat.«

Die Orgel über dem Altar stammt aus der Werkstatt des Orgelbaumeisters Peter Vier aus Friesenheim/Schwarzwald und wurde am 2. Oktober 1994 geweiht. Sie entspricht in der technischen Ausführung und im Klang dem Stil der Renaissance. Die 21 Register der drei Manuale sind mitteltönig gestimmt.

Adresse:
Schlossstraße
04860 Torgau
www.evkirchetorgau.de

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